15. August 2009 - Nyheim - Namskogan - Nyheim

Am Morgen kuscheln wir uns trotz bestem Wetter nochmal eine Runde zusammen in eines der 5 Minibetten und bewegen unsere Knochen erst gegen 10 Uhr aus dem Bett heraus. Ich nutze schnell mal wieder die Dusche, während Mr. O schonmal den Wetterbericht checkt. Beim Frühstück fällt dann unsere Entscheidung zwei weitere Nächte hier zubleiben, da die angesagte Regenfront scheinbar Montag vorübergezogen ist. Ich sehe das Fahrrad der Besitzerin vor der Rezeption gehen und laufe schnell hin, um weitere zwei Tage zu bezahlen. Da es schon fast in der Nachsaison ist, versuche ich einfach mal mein Glück uns frage nach einem Rabatt wegen der Verlängerung. Prompt kostet unsere Hütte statt 350 NOK nur noch 300 NOK, das sind immerhin 12 Euro gespart.

Danach holen ich die Kleiderpackrolle von Mr. Os Motorrad, damit wir uns endlich etwas legerer umziehen können. In der Hütte stelle wir dann fest, dass die obersten Klamotten etwas klamm sind. Es scheint also zumindest etwas Feuchtigkeit in die Klamotten gezogen zu sein. Wenn wir uns hier schon so lange aufhalten, dann lohnt es sich auch die Wäsche zu waschen, so packe ich schnell alles in eine Schüssel und laufe der netten Dame von der Rezeption entgegen, die gerade wegfahren will. Zusammen mit ihr stelle ich das Programm ein und bezahle die 60 NOK, welche ebenfalls die Nutzung des Trockners beinhalten dessen Funktionsweise sie mir auch gleich zeigt. Die Waschmaschine erinnert mich an die alte DDR-Waschmaschine in Rostock, da die Trommel von oben befüllt und verschlossen werden muss. Ansonsten ist es aber ein modernes Gerät, dass mir sagt, dass es in einer Stunde 50 Minuten fertig sein wird. Ich gehe also zurück in die Hütte, wo Mr. O mir freudig berichtet, dass es doch ganz schöne Angeboten an VW T5 Modellen gibt und dass wir uns unbedingt mal eines ansehen müssen. Wir finden auch heraus, dass es in Berlin einen größeren Händler gibt, welcher sicherlich mal einen Besuch Wert wäre.



So langsam trudeln auf dem Campingplatz neue Gäste ein, wobei auch ein deutsches Paar kurz schaut, aber nach kurzer Besichtigung weiterfährt. Ob das eine so schlaue Entscheidung war, wagen wir zu bezweifeln, denn die Hütte sind wirklich in Ordnung und günstig im Vergleich zu dem was Richtung Polarkreis kommt.

Die Norweger machen es sich dann auch gemütlich und sitzen fast alle vor ihren Hütten in der Sonne. Da gerade die sanitären Anlagen geputzt werden, kann Mr. O erst später duschen, sodass wir warten bis die Wäsche fertig ist, damit sie in den Trockner kann, bevor wir uns in den nur 1 km entfernten Ort Namskogan machen.



Der Weg dorthin führt ein kurzes Stück am Wasser entlang zu einem Rastplatz, andem zwei Deutsche gerade mit einem Einmalgrill ihren Hunger stillen. Mr. O bekommt daraufhin auch wieder Lust zu grillen, doch weise ich ihn auf seine bisherigen Enttäuschungen mit der Hitze dieser Dinger hin.



Wir folgen nach der Tankstelle, an der wir gestern die Böcke getränkt haben ein kleines Stückchen der Straße.



Wir sehen auch zwei größere Fußspuren, welche gut und gerne von Elchen stammen könnten.



Da Mr. O die Überquerung der Autobrücke zu heikel ist, gehen wir eine kleinere Straße weiter rechts zu einer teilweise aus Holz gebauten Brücke um auch schon den COOP erreicht zu haben, welcher sich im Holmensenteret befindet und neben einem Blumenladen auch einen Haushalts-/Souvenirladen hat.



Hier sieht Mr. O doch tatsächlich seinen Schlafsack in den Regalen liegen. Neben allerlei nützlichen und unnützlichen Dingen findet sich auch dieses Mal nichts, was den daheimgebliebenen gefallen könnte und so gehen wir zum Einkaufen über.



Auf den ersten Blick stellen wir fest, dass es hier um einiges teurer ist als anderswo, doch was soll's, wir haben Urlaub und dazu auch noch Flitterwochen, also machen wir keinen Aufstand daraus. Nachdem Mr. O wieder mit den Einmalgrills (30 NOK!!! statt sonst 14,50 NOK) liebäugelt, diese dann aber doch nicht mehr so gut findet als er die Fleischauswahl sieht, mache ich den Vorschlag Bratkartoffeln mit Spiegeleiern zu machen.

Der Vorteil ist dabei auch, dass wir dann morgen ein richtiges Sonntagsei essen können. Wir bleiben dann noch an dem Regal mit dem Taco Dinner Kit hängen und beschließen es einfach mal zu probieren. Obwohl wir nicht recht sehen können was man so braucht, nehmen wir an dass neben Tomaten, Salat und Bohnen auch noch Hackfleisch benötigt wird. Den Salat lassen wir dann aber doch lieber sein, da es zu viel für einen Tag ist. Die Suche und Auswahl des Hackfleisches stellt sich dann aber doch als lustig heraus. In Deutschland gibt es Hackfleisch ja im Grunde nur ganz frisch abgepackt, sodass man es schön sehen kann. Das gibt es in Norwegen auch, man erfährt aber nicht so recht aus welchem Fleisch. Somit vergleichen wir einfach die Angaben auf der Verpackung und greifen zu einer wurstähnlichen Verpackung in der tatsächlich Hackfleisch sein soll. Neben Biola Trinkjoghurt greifen wir dann noch zu Gulost und Ziegenkäse.



Als wir aus dem Coop kommen haben die anderen Läden des Centers auch schon zu. Draußen sehe ich dann, das der COOP noch bis 16 Uhr also knapp 1,5h geöffnet hat. Wir laufen langsam zu unserer Hütte zurück, dieses Mal doch über die Autobrücke und setzen und nach dem Einräumen der Einkäufe ebenfalls etwas nach draußen.





Ich statte dann dem Trockner einen Besuch ab, muss aber feststellen, dass die Wäsche noch recht feucht ist und dass die Maschine nicht mehr arbeitet, bevor nicht jemand den Wasserbehälter entleert hat. Nachdem dies geschehen ist, trocknet er die Wäsche auch recht schnell.

Nachdem in der Bedienungsanleitung steht, dass sowohl das Sieb als auch das Wasser nach jeden Trockengang geleert werden soll, mache ich dies pflichtbewusst. Ich bin aber doch überrascht, dass nur sehr wenig Wasser neu gesammelt wurde. Das heißt wohl nichts anderes, als dass über mehrere Trockengänge das Wasser nicht gewechselt wurde, wobei ich hier nicht nur von 10 mal spreche. Die Wäsche ist nun aber schön weich und lässt sich schnell zusammenlegen.

Nun wird es dann aber auch Zeit etwas zu essen zu machen. Die Zwiebeln und Bohnen habe ich schon vorbereitet, sodass ich in der Gemeinschaftsküche nur noch alles zusammenschmeißen brauche und die Shells in den Ofen zu tun. Das mit dem Gehacktem in der Wurstverpackung ist allerdings gar nicht so einfach, denn man muss das ganze gut auseinander drücken und stochern, damit es einigermaßen an deutsches Hack erinnert und gut durchbraten kann.

Die draußen sitzenden Norweger amüsieren sich schon über mein Treiben, doch ich laufe unbeirrt mit dem fertig gekochten Essen in die Hütte, wo wir etwas umständlich versuchen die zerbrechlichen Shells mit dem Gebratenen zu füllen. Leider gelingt dies nur bedingt, sodass ich dazu übergehe die Shells vorher zu verkleinern und dann einfach dazu zu essen, was auch gut geht.

Nach dem Essen setzten wir uns noch etwas raus.Trotz Sonne ist es erstaunlich frisch, wenn man so unbewegt auf der Bank sitzt. Ich hole mir deshalb etwas Fensterputzmittel aus der Gemeinschaftsküche und suche die neugekauften Aufkleber heraus. Nachdem ich die Koffer etwas gesäubert habe, klebe ich den Polarkreisaufkleber drauf. Kaum klebt der Aufkleber drauf, fällt Mr. O auf, dass es ja der Schwarze und nicht der blaue ist. Ich will ihn sofort wieder lösen, doch Mr. O meint, dass er ruhig dran bleiben kann, da er sowieso nicht auf das Motorrad sollte. Naja ich bin dennoch etwas über mein Unachtsamkeit geknickt. Ich klebe noch den Å-Aufkleber auf den Koffer und putze etwas unsere Windschutzscheiben und Spiegel. Nachdem ich auch meiner Kette noch etwas Öl spendiert habe, schaue ich weiter Mr. O zu, welcher gerade SIMS 3 spielt.

Sobald die Sonne hinter den Baumspitzen verschwindet, ist es unangenehm kühl, sodass wir wieder in die Hütte gehen, so ich Mr. O zusehe, wie sein SIM eine Frau Heirat und ein Kind bekommt und sie zu Dritt nun in einem Haushalt wohnen.

Den Abend über schaue ich Mr. O noch etwas zu und nasche die Reste meiner Fruktnuss, während Mr. O die letzten Chips vertilgt.



Gegen 24 Uhr fallen mir dann aber zu sehr die Augen zu, sodass ich mich auf Ohr haue ohne einen Bericht zu schreiben, welcher somit auf morgen verschoben werden muss.

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14. August 2009 - Straumnes - Nyheim

Gegen 6 Uhr wacht Olli zum ersten Mal auf und kommt leider mit weniger guten Nachrichten zurück, denn der Himmel ist weiterhin ein graue Suppe und weit und breit kein Sonnenschein in Sicht. In der Hoffnung, dass sich das noch legt, kuscheln wir uns wieder ins Bett. Gegen halb neun habe ich dann aber doch keine Ruhe mehr und fange an unsere Sachen zu packen. Als ich nach draußen gehe sehe ich dann doch ein paar blaue Stellen, leider nicht wirklich in unsere Fahrtrichtung. Wir frühstücken kurz etwas und verzurren unsere paar Habseligkeiten auf die Bikes, um nach kurzem Durchwischen der Hütte in unsere Regenkombis zu schlümpfen und Richtung Trondheim zu fahren.



Olli meint zwar kurz vor dem Losfahren noch, dass wir uns bei Sonnenschein wahrscheinlich totschwitzen werden, aber ich denke das wird uns bei 14°C wohl eher nicht passieren. Nach kurzer Strecke sind wir dann auch schon wieder in unserem feuchten Element angekommen, wobei wir nur durch wenig Sonnenstrecken fahren, welche uns wärmen könnten.



Hinter Fauske nehmen wir dann noch einen Stopp an der Tankstelle mit und fahren ein paar Kilometer mit bedecktem Himmel, aber ohne Regen. Leider ist es dennoch verdammt kalt. Als wir auf das Polarkreis-Center zufahren sehen wir schon von weitem das Ungetüm der nächsten Regenfront, sodass ich kurz anhalte, um den Fotoapperat wasserdicht zu verstauen.



Am Polarkreis-Center will ich eigentlich vorbeifahren, doch sehe ich gerade noch rechtzeitig, dass Olli blinkt um den Wurfanker zu werfen und abzubiegen.

Olli fährt dann einmal um den Parkplatz herum zu einer blauem BMW, welche sich allerdings mit italienischer Besitzer herausstellt und nicht als unsere beiden deutschen Fahrer von der Color-Fantasie.

Es geht also zurück auf die E 6 um mit 90 km/h in die Regenfront einzutauchen. Man glaubt gar nicht wie kalt es in diesem Moment war. Ich war drauf und dran an die Seite zu fahren und auf einen leeren Anhänger zu warten, welcher uns mitnehmen würde, was aber wahrscheinlich eh nicht geklappt hätte. Wenn man dann auch noch sieht, wo die Straße hinführt und dass genau dort weiterhin graue Suppe ist, verliert man mehr als die Lust auf das Biken. K

urz hinter dem Polarkreis wurden wir dann wohl auch gelasert, wie mir Olli später erzählt. Dieses Mal in einem 60er Bereich und aus einer Bushaltestelle heraus. Da wir aber nicht zu schnell unterwegs waren, wurden wir auch nicht angehalten. Mir ist der Laser diesem Mal komplett entgangen, was gut daran gelegen haben könnte, dass ich mich durch Singen lebendig hielt. In Mo I Rana fahren wir wie auch schon bei der Hinfahrt einfach nur durch die vielen Kreisel weiter in Richtung Mosjøen.

Nach einem 8 Kilometer langem Tunnel, welcher dieses Mal nicht wärmt, sondern eher noch mehr unterkühlt warte ich nur noch auf die Möglichkeit auf einen Parkplatz zu fahren und etwas vom vor dem Tunnel sichtbarem Sonnenlicht zu erhaschen.

Kurz aus dem Tunnel heraus entdecke ich dann auch einen großen Parkplatz, welcher wohl auch von Olli schon reichlich lang ersehnt wurde, zumal wir nun schon 240 km durchgefahren sind.



Auf dem Parkplatz bekommen wir dann auch einen Eindruck davon, wie die Toiletten der Raststätten gereinigt werden. In diesem Fall wurde die Toilette/Nasszelle einmal komplett abgespritzt und gereinigt, sodass man sich fühlte, als wäre man gerade in einer Dusche auf Klo. Sauberer kann es aber nun wirklich nicht sein, sodass wir die Gelegenheit nutzen endlich die vollen Blasen zu leeren.



Wir essen noch einen kleinen Snack aus dem Topcase und überlegen gerade 10 min Pause zu machen als der Regen uns wieder eingeholt hat und wir zwangsläufig wieder on the road müssen, denn im Stehen müssen wir ja nun wirklich nicht nass werden.

Wir erreichen dann endlich Mosjøen, um den Campingplatz kurz eines Blickes zu würdigen und weiterzufahren. Wiedermal fahren wir ständig durch Regen und Kälte. Gerade letztere kriecht in alle Ecken, sodass auch meine Finger wieder anfangen das zeitlich zu segnen. Selbst das Singen kann nicht mehr wirklich Lebensfreude spenden. Das macht sich dann auch gleich auf meinen Fahrstil bemerkbar, denn in einer Verengung unter einer Eisenbahnbrücke übersehe ich die Geschwindigkeitsbegrenzung und bin völlig überrascht, dass ich viel zu schnell in die Kurve komme. Ich werfe also kurzer Hand alles an Bremsenklötzen an die Backen was geht und komme auf einem kleinen Schotterfeld zum Stehen.

Wie mir Olli erzählt, dachte er in diesem Moment es kommt jemand von vorne und dass ich deshalb ausweiche. Er muss ebenfalls voll in die Klötzer gehen und schmeißt sich beinahe. Nachdem ich mich wieder gefangen habe und die Maschine endlich auch wieder im richtigen Gang ist, beschleunige ich langsam wieder, währenddessen Olli rätselt, was mich zu einer solchen Aktion getrieben hat. Erst später als er mich danach fragt, versteht er, dass das die Stelle war die mich heute beinahe vom Bike geworfen hätte.

Diese Situation ist für mich die Entscheidung, dass wir uns langsam einen Übernachtungsplatz suchen sollten, denn konzentriert fahren wir mittlerweile nicht mehr. Unser Ziel Grong, welches ungefähr die Hälfte bis Andalsnes wäre, schreibe ich dann auch als hinfällig ab. Als mir das Navi dann berichtet, dass Olli demnächst tanken muss, suche ich nach der nächstgelegenen Tanke welche noch 40 km weit weg ist. Ungefähr 30 km später macht sich Olli dann auch bemerkbar, dass er nur noch 46 km fahren kann. Ich zeige ihm eine sieben mit 5 und 2 Fingern, was er als 52 interpretiert und wild den Kopf schüttelt. Da ich mir nicht anders zu helfen weiß fange ich an von sieben runter zu zählen in der Hoffnung, dass er es nun richtig versteht. Die Tankstelle ich nun in greifbarer Nähe und so bekommen die Böcke auch endlich ihr Abendbrot. Da wir beide vor Kälte schlottern beschließen wir den einen Kilometer zum Nyheim Campingplatz zurückzufahren und uns eine Hütte zu nehmen. Wir bekommen eine 4er Hütte (15 qm) mit Fernseher für 350 NOK, außerdem können wir kostenlos Internet und die Duschen nutzen, was wirklich kein schlechtes Angebot ist. Die sanitären Anlagen sind noch wie neu und die Anlage im Allgemeinen recht sauber.



Ich mache uns schnell die Tomatensuppen warm und koche die restlichen Nudeln, während wir nebenbei im Internet surfen und uns Mercedes Vaneo MarcoPolos und VW California Beaches ansehen. Wir icqen dann noch etwas mit Kirki und laden die neuen Bilder hoch. Später klingeln dann auch noch Mr.O's Eltern über Skype an, mit denen wir eine gute halbe Stunde sprechen.

Am Abend schauen wir dann mit recht traurigen Blicken der sich nähernden Regenfront zu, welche uns nun voll erwischen wird. Auf den Lofoten wäre jetzt zwar auch etwas Regen gewesen, aber die nächsten Tage purer Sonnenschein, der uns durch unsere überfrühte Abfahrt entgeht. Die Frage ist nun also, ob wir etwas in dieser Hütte bleiben, versuchen die Regenfront so zu umfahren, dass wie eher die weniger intensiven Schauer erwischen oder einfach auf Teufel komm raus Richtung Andalsnes fahren und trotz des Wetters wenigstens die tollen Strecke der Trollstigen fahren.

Wir beschließen, das einfach morgen zu entscheiden und machen uns unsere dieses Mal getrennten Betten, wobei wir wenigstens Kopf an Kopf liegen können.

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13. August 2009 - Sandsletta-Narvik-Straumnes

Wiedermal gegen 9 Uhr wachen wir zum ersten Mal auf, doch obwohl wir heute eine lange Route vor uns haben, will keiner von uns beiden so richtig aufstehen. Ich schreite dann aber doch nach einer Weile munter voran, um gleich mal die morgendliche Müdigkeit abzuwaschen. Als ich wiederkomme ist Mr. O dann auch schon vor der Hütte und wartet mit seinem Handtuch bewappnet auf die rückkehrende Waschtasche. Ich fange derweil an die Schlafsäcke, Kissen und Decken einzupacken und im Packsack zu verstauen. Als Mr. O wiederkommt frühstücken wir schnell eine Kleinigkeit, um dann die Hütte komplett zu leeren und wenigstens nochmal durchzufegen, bevor wir sie gänzlich abschließen und verlassen.





Leider müssen wir kurz vor der Abfahrt dann doch noch in die Regenkombis, da leider das norwegische Wetter wieder etwas schneller ist als wir und der Sonnenschein somit gerade wieder von Regen eingeholt wurde. Wir geben schnell die Schlüssel ab und fahren dann auf der E 10 Richtung Narvik, wo wie ständig ein Wechselspiel zwischen Sonne und Regen erleben, wobei es durchschnittlich 10°C sind.

Nach ein paar eindrucksvollen Ausblicken kommt dann urplötzlich die so bekannte Raftsundbrua in Sicht. Leider gibt es nicht wirklich eine Möglichkeit anzuhalten und so können wir uns nur einprägen wie die Brücke aus dem Wald heraus in das Gestein auf der anderen Seite übergeht. Von dort möchte uns das Navi dann nach rechts weiterschicken, aber wir fahren schnurstraks die sichtlich neue E 10 in den Tunnel und folgen ihrem Verlauf durch für das Navi unbekannte Land. Toll ist auf dieser Etappe anzusehen, wie die Straße förmlich durch jeden im Wege befindlichen Fels gesprengt wurde. Es ist auch irgendwie überall so, dass nur 30cm Humusboden existiert, welcher ausreichen muss, um große Bäume zu halten, da der Fels direkt darunter liegt. Es folgen noch einige weitere Tunnel und weggesprengte Steine auf neugeteerter Straße. Leider ist der Regen zu dieser Zeit wieder recht stark sodass ich leider keine Fotos machen kann.

Erst als wir wieder auf den Kreisel nach Lødingen kommen, von woaus dann auch das Navi wieder bescheid weiß, beginnt es besser zu werden. Nachdem wir den Tjelsund passiert haben bekommen wir einen ersten Blick auf die Tjelsundbrua, welche sich in hohem Bogen über den Sund hebt. Um wenigstens ein Bild an diesem Tage gemacht zu haben, halte ich dieses imposante Gebäude gleich mal fest.



Die nächsten 80 Kilometer bekommen wir dann einen Eindruck vom riesigen Ofotfjord, wobei die Straße mal mehr und mal weniger entlang des Wasser führt. In Nygard führt dann ein ähnliche Brücke wie die Tjelsundbrua über die restlichen Ausläufer des Fjordes. Von der Brücke aus können wir dann hoch oben im Wald einen Personenzug auf seinen Weg nach Narvik beobachten.

Als wir Narvik erreichen werde wir förmlich von der Großstadt überfallen. Es gibt auf einmal Ampeln die tatsächlich nicht zur Verkehrsregelung von einspurigen Brücken genutzt werden, sondern um Fussgängern auf Zebrastreifen über die Straße zu geleiten. Die Stadt selbst ist sehr geprägt vom Erzgeschäft und so liegen mehrere große Schiffe vor Anker um das kostbare Gut beladen zu bekommen.

Wir nutzen in Narvik noch schnell die Möglichkeit zu tanken, wo uns ein Havelländer anhupt, um uns freundlich zu grüßen. Nachdem wir einige Kilometer weitergefahren sind, hält es meine Blase aber dann doch nicht mehr aus und so sind wir gezwungen auf die beiden ekligen Plumsklos an einer Raststätte zu gehen.

Ich frage mich bei solchen Klos immer, warum Menschen sowieso nicht ganz saubere Orte noch mehr einsauen, indem sie meilenweit von Klo hinkacken. Einfach nur eklig, weshalb ich so schnell wie möglich auch wieder draußen war.

In der freudigen Hoffnung, dass wir in einer dreiviertel Stunde fahren wir so schnell es geht weiter. Leider müssen wir schon kurze Zeit später ins nächste Grauen Blicken, denn wir fahren voll ins Unwetter, welches neben viel Regen die Temperaturen weiter sinken lässt. Wir müssen noch zwei Autos und einen großen LKW überholen, bevor wir freie Fahrt haben.

Ich will mittlerweile nur noch ankommen und gebe trotz der Widrigkeiten ordentlich Gas und in kleinen Gängen in die Kurven, damit die Maschine trotz der nassen Straßen stabil bleibt. Mr. O bleibt ab und an recht weit zurück, aber ich fahre dann auf gerade Strecken einfach etwas langsamer. Irgendwann überholen wir dann einen Schopperfahrer und die Fähre ist in greifbarer Nähe. Das wird auch Zeit denn mein rechter Ring- und Mittelfinger verabschieden sich gerade in die Nichtspürbarkeit. Als ich dann auch noch Schmerzen verspüre, mache ich mir Sichtlich Sorgen.



Wir erreichen dann endlich die Fähre und Mr. O weckt ersteinmal meine Finger aus dem Totenstadium. Sie sind tatsächlich noch lebendig, aber es hat sicher nicht mehr viel gefehlt, denn sie waren blau wie nie. Hinter uns trudelt nun auch der Schopperfahrer ein, welcher sich als lustiger Franzose entpuppt der munter Englisch spricht ohne auf seine Landessprache zu beharren.

Er erzählt uns dann dass er in 4 Tagen zu Hause sein will und die Strecke nach Oslo in 2 Tage zu schaffen gedenkt. Wir erzählen im zwar, dass es gute 3 Tage bis Oslo sind, wenn man sich nicht übernehmen will, erzählt er uns, dass er vor einiger Zeit von Göteburg bis nach Frankreich in einem Ritt von 12 Stunden gefahren ist, da er schnell zu Hause sein muss. Wir geben ihm den Rat einfach 5 Tage für die komplette Strecke einzuplanen, ob er das auch tut, werden wir wohl nie erfahren.

Wir beschließen nun unsere Stiefelüberzieher ebenfalls auszupacken, denn die Füße sind schon nahezu Eisklumpen, was ja nicht sein muss. Leider habe ich für meine Hände keine bessere Lösung als weiterhin die Winterhandschuhe zu nutzen, welche erstaunlich gut dem Wasser standhalten. Es kommt nun noch ein Däne auf seiner schwedischen F800 Gs an, welche förmlich blitzt, so neu ist sie. Er erzählt uns dann, dass er aus Kopenhagen kommt, dort die Steuern für Motorräder und auch der Kaufpreis so horent ist, dass man sich das Bike nicht leisten kann. Da er die F bei seiner schwedischen Frau angemeldet hat, kann er es nun ähnlich gut wie in Deutschland finanzieren. Er kommt wie der Schopperfahrer gerade von Nordkap, um in zwei Tagen wieder zu Hause zu sein. Sein noch nahezu neuer Reifen zeigt dann aber auch, das Schweden und Dänemark recht flache Länder mit gerade Straßenverläufen sind, denn sein Reifen nimmt so langsam eine eckige Form an, obwohl er gerademal 5.000 km runter hat.



Als die Fähre ankommt fahren wir dieses Mal tatsächlich erst nach der ersten Reihe aufs Schiff, wie wir etwas dem Regen entfliehen, indem wir aufs Oberdeck und in den gewärmten Innenraum während der Überfahrt gehen. Von der Fähre runter ist von F-Fahrer nicht mehr lange viel zu sehen, denn er tritt seine Maschine recht ordentlich und überholt schnell. Wir reihen uns derweil hinter dem Franzosen ein, wobei ich mich ständig erschrecke wenn eine Fehlzündung mal wieder einen lauten Knall erzeugt. Oll reicht es dann aber nach kürzester Zeit mit dem hinterhergetucker hinter den anderen Autos und so zieht er an mir vorbei, sodass wir ordentlich Boden gut machen.

Leider zerrt dies wohl auch an der Konzentration denn in einer Rechtskurve wird Mr. O plötzlich herausgetragen und ich sehe ihn schon an der Leitplanke hängen als er den Sandstreifen befährt. Zum Glück fängt er sich aber und kommt wieder auf die richtige Spur. Abgesehen von der unkonzentrierten Fahrweise hat er enormes Glück gehabt, dass niemand von vorne gekommen ist.

Mein Herz hat zumindest in diesem Moment wahnsinnig verrückt gespielt, denn ich kann ja auch nichts machen außer hinzuschauen, ob es gut geht. Ich beschließe deshalb wieder vor ihm zu fahren und wieder hinter den recht schnell fahrenden Wohnmobilen hinterherzueiern. Mr. O unternimmt keinen weiteren Versuch mehr zu überholen.

Der Regen nimmt leider immer weiter zu und so sehe ich unser Etappenziel Fauske bzw. den Campingplatz dahinter schwinden. Über uns hängt Kilometerweit nur noch die graue Suppe und von den massiven Bergen strömen die Wassermassen im Sturz, was trotz der schlechten Witterung ein beschauliches Ereignis ist. Nun wird es aber doch Zeit die Womos zu überholen und so sind wir dann wieder lange allein auf weiter Strecke im kühlen Nass unterwegs. Als wir aus der Kühle ins warme Tal kommen, beschlagen sofort die Spiegel, was ich immer wieder faszinierend finde.

Ich fluche mittlerweile schon, dass es uns wirklich hart erwischt hat heute, bis ich zwei Personen am linken Straßenrand stehen sehe. Im ersten Moment denke ich noch: "Oh, es gibt wohl auch welche, die noch ärmer dran sind, als wir!" Doch als ich dann das Auto und den aufgestellten Laser sehen, wird mir klar, dass hier trotz des Regengusses munter auf Beutefang gegangen wird, was auf der langen Gerade und bei diesem Wetter sicher erträglich ist.

So langsam wird mir immer kälter und als das Navi dann selbst zum nähesten in unseren Favoriten gespeicherten Campingplatz 50 km anzeigt, nehme ich kurzerhand die Einfahrt zum nächsten Campingplatz und frage nach der günstigsten Hütte. Die kleinsten sind aber schon weg, sodass nur noch große für 550 Nok zu haben sind. Wir beschließen also weiterzufahren und doch den 50 km entfernten Platz aufzusuchen.

Die Straße mit dem vielen Regen wird glücklicherweise durch die vielen Tunnel etwas erträglicher, denn in Ihnen ist die Straße zwar feucht, aber es regnet nicht und man hat das Gefühl, dass es dort drinnen auch wärmer ist. So erreichen wir dann doch endlich den gewünschten Campingplatz vor Fauske und mieten uns in eine kleine Hütte ein, welche wie auch schon in Sandsletta ein Doppelbett hat.





Wir sind heute gute 470 km gefahren und haben, da es schon 19 Uhr ist ordentlich Hunger. Ich schlage deshalb vor, dass wir in den COOP PRIX um die Ecke gehen, wo wie neben frischem Brot, Fruktnøtt, Chips noch Pølser, Käse, Trinkjoghurt und Salz kaufen. Wir stellen überrascht fest, dass der Coop sogar noch billiger war, als die Läden in der Lofotenhauptstadt Svolvaer.

Zurück in der Hütte fange ich an eine Zwiebel zu schneiden und die kurz anzubraten und mit der Barilla-Sauce zu vermengen. So ist wenigstens etwas Eigenkreation dabei und gibt der Sauce etwas frisches. Die Nudeln sind dann auch schnell gekocht, sodass wir endlich unsere leeren Mägen füllen können. Nach dem essen gehe ich kurz abwaschen und frage in der Rezeption nach den Nutzungsmöglichkeiten des W-Lan Netzes, welches uns der Mac angezeigt hat. Die Frau sagt mir aber, das das Netzt so schwach sein, dass es nur für einen Rechner ausreichen würde, was ich mal ne ziemlich weit hergeholte Ausrede finde, zumal wir zu Hause auch ab und an schlechtes Netz haben, aber dennoch beide Rechner online gehen können. Was soll's, dann ist es eben so, kann man da nur sagen.

Mr. O schaut noch etwas nach den nächsten möglichen Routen, wobei sich wohl erst morgen Abend Entscheidungsbedarf ankündigt, wenn wir näher an Trondheim (noch gute 800km) sind. dann werden wir auch sehen, ob wir die Atlantikküstenstraße mitnehmen. Die Trollstigen sind aber im Grunde schon so gut wie sicher, denn wir haben noch 7 Tage um in Oslo anzukommen. Mr. O zweifelt etwas an sich und seinen Fahrkünsten, wobei er zwischen Motorrad verkaufen und nie wieder fahren, eine GS oder Adventure kaufen und nächstes Jahr mit dem Autoreisezug nach Narbonne in Frankreich zu fahren jede Minute hin- und herschwankt.

Wir schauen mal wo das noch hinführt. Wichtig ist jetzt ersteinmal das er Vertrauen in seine Reifen und in die Rechtskurven bekommt bzw. wiedererlangt. Vielleicht können wir das ja morgen etwas üben, wenn er meine Spur hinterherfährt.

Nun was das dann auch gewesen von Tag der wenigsten Bilder und des bis jetzt schlechtesten Wetters, welches mich an unsere Fahrt letztes Jahr von Bergen nach Geilo erinnert, welche ebenso ins Wasserreich übergegangen ist.

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12. August 2009 - Sandsletta-Å-Sandsletta

Gegen 9 Uhr wachen wir auf und blicken hinaus in einigermaßen gutes Wetter. Also wollen wir uns schnell waschen und etwas frühstücken. Ich bin kaum im Waschraum fertig, als es auf dem Weg zurück zur Hütte mit Landregen anfängt. Es wird uns somit wiedermal klar, dass man sich auf die Wettervorhersagen eben nicht verlassen werden kann.

Wir können uns also doch etwas Zeit lassen. Blickt man den Fjord entlang kann man wie üblich schon wieder helles Licht sehen. Es wird also nicht all zu lange dauern, bis der Regen aufhört. Der Regen ist kaum weg und wir schlüpfen sicherheitshalber in die Regenkombis, welche ja auch gleichzeitig die Kälte etwas abhalten. Zwar ist uns deshalb erst einmal bullig warm, aber das kann sich ja wie auch das Wetter hier sehr schnell ändern.

Auf den Weg nach Svolvaer erhaschen wir schon die einen oder anderen Regentropfen doch ist das alles nichts nennenswertes, sodass wir unsere Route Richtung Å auf der E 10 fortsetzen. Hinter der wiedermal eindrucksvollen Brücke "..." zweigen wir aber von der E 10 ab und fahren gemächlich westlich weiter mit Blick auf das Meer und schroffe Berge. Nachdem am Abzweig von der E 10 ein Schild stand "The Door to the green boats" erfahren wir 10 km später auch was gemeint ist, zumindest ich bin aber eher enttäuscht, denn es ist nichts weiter als ein Ruderbootverleih mit grünen Booten.

Kurz danach stoßen wir mal wieder auf die lustigen vierbeinigen Gefährten (mindestens 10 Schafe), welche panisch vor uns herlaufen um in nach guten 300 m in eine Einfahrt abzuzweigen, wo Mr. O sie erstmal etwas tröstet, weil ich sie so gejagt habe, wobei er nur ein "Blöök" erntet. Danach zieht sich die kurvige Straße über weitere 20 km mit eindrucksvoller Landschaft, die Mr. O immer wieder zur Schneckenfahrt animiert, sodass ich in der Annahme ihm ist etwas passiert umdrehe, um zu sehen wo er ist. Als ich ihn dann finde, fragt er nur, ob ich denn nicht auch die wunderschöne Landschaft sehen will. Natürlich will ich das, aber ich kann das auch bei 50 km/h, schließlich ist heute noch Å unser Ziel.

Wir kommen dann recht schnell wieder auf die E 10, und passieren den 1,2 km langen Tunnel unter dem Meer (60 m Tiefe) um auf der nächsten Insel wieder herauszukommen. Die Inseln sind eigentlich alle immer über Brücken und Tunnel miteinander verbunden. Als wir dann sehen dass die nächste Insel in einer riesigen Regenwolke steckt biege ich zum Örtchen Vikten ab, wo es eine schöne Glashütte und Keramik geben soll und auch das zukünftige Lofotendesign entwickelt wurde.





Dort angekommen will man doch tatsächlich schon wieder Eintritt von uns, wobei Mr. O entscheidet nicht mit in das Glasbläsereihaus zu gehen, weshalb ich mir dieses allein anschaue.







Im Grunde gibt es nichts, was in Deutschland nicht auch hergestellt würde. Die Schalen, Vasen und große Teller haben aber den berüchtigten Lofotendesignaufkleber anheften, was sie wohl so besondern macht.





Ich finde alleine interessant, wie die Plakette aussieht, nämlich aus Kreisen über einer Schiffsstilisierung und Fischen welche über gerade Striche miteinander verbunden sind. Ich könnte mir vorstellen, dass die Kreise die Mitternachtssonne, das Schiff die Wikingervergangenheit und die Fische den so wichtigen Dorsch zeigen sollen.



Wieder draußen schaue ich mir noch kurz das Keramikhaus an, wo ein kleines nettes Café ist, wo es sich sicher gut sitzen lässt. Die Keramik selbst zeigt aber jetzt auch nichts typisches, das ich mit den Lofoten verbinden würde.





Wir machen noch schnell ein Bild von kleinen weißen Strand bevor wir uns der Regenfront entgegenstürzen, die aber auch schon nachlässt, als wir wenig später zum Nusfjord abzweigen.



Der Nusfjord ist ein wirklich schönes Fleckchen erde, denn neben dem schmalen Fjord erheben sich schroffe Felsstrukturen in hunderte Meter höhe, sodass die Wolken berührt werden. Das gleichnamige Dörfchen liegt am Eingang vom Fjord und ist recht gut belebt. Wir sind erst etwas skeptisch, ob wir die 100 NOk pro Person ausgeben sollen, doch geben wir uns einen Rück und zahlen den Eintritt. Im Nachhinein betrachtet, war das auch gar nicht so schlecht denn Nusfjord ist tatsächlich ein sehr gut und gepflegtes altes Fischerdörfchen und gar nicht zu vergleichen mit Henningsvaer, was uns ja eher enttäuscht hat.





Der Eintritt gewährt zugleich Zutritt zu sämtlichen Ausstellungsstücken des ältesten bewahrten Bootshause, einer Fischfabrik, einem Landhandel und anderen Kleinigkeiten.



Das Dörfchen liegt so ruhig da, dass wir fast schon bereuen nicht auch mal eine Nacht in einer der vielen Rurbuer zu übernachten, welche hier zuhauf zu finden sind.



Im kleinen süßen Hafen um den sich alle roten und gelben Häuser schmiegen liegt eine riesige Segelyacht vor Anker, welche aus Amerika stammt und ziemlich gut bestückt ist. da hinter liegt, man mag es kaum glauben ein schönes Schiff mit viel Teakholz aus dem Heimathafen Greifswald.





Wir vermuten schon, dass die auf Weltreise sind, denn sonst würde man wohl kaum so schnell hier hochfahren können.



Wir gehen durch die einzelnen Ausstellungen zum höchsten Aussichtspunkt, wo wir das nun auch die durch die Sonne im schönen Licht stehen den Hütten schön fotografieren können.





Auf dem Rückweg frage ich dann doch mal bei den Deutschen mit dem Greifswalder Schiff nach, wie lange man braucht hier hoch zu segeln.



Sie erzählen uns, dass sie mit dem Schiff bereits letztes Jahr die Strecke von Greifswald über das Skagerak gesegelt sind, und dieses Jahr vom Winterlager hierher. Nächstes Jahr soll das Schiff dann wieder über das Skagerak Richtung Heimat gesegelt werden.



Da es nun doch schon halb drei geworden ist, besichtigen wir noch schnell den alten Landhandel, wo noch eine der typisch alten Kassen steht und fahren dann weiter zu unserem Hauptziel Å.

Auf dem Weg zum Abzweig auf die E 10 verschwindet Mr. O aber wieder für einige Zeit, da er so überwältigt von der Landschaft und ihren schroffen Felsen ist. Ich suche ihn also wieder und fahre dann gemeinsam im etwas langsameren Tempo zum Abzweig.



Auf der E 10 erreichen wir dann auch nach kürzester Zeit Flakståd, wo ich ein Bild von der nur aus Treibgut erbauten Kirche machen möchte. Die Kirche ist nur aus Holz und sieht aus wie neu oder aber sie wurde immer so schön gepflegt.



Weiter auf der E 10 kommen wir nun nach Moskenes wo am Fährterminal schon einige Wohnmobile auf die Fähre warten um in 4 h nach Bødo gebracht zu werden. Die Straße wird ab dort immer kurviger und ist überseht mit einigen Tunnelabschnitten, welche einem nebenbei immermal wieder den tollen Blick auf die Küstenlandschaft ermöglichen.





In Hamnøy überfahren wir dann auch die beiden recht bekannten Brücken, welche wieder nur einspurig mit einer Ampel geregelt werden. Der Blick auf die vielen roten Rorbuer ist einfach nur toll.





Schade dass die Kamera mit dem Gegenlicht nur wenig zurecht kommt und die Schönheit deshalb kaum einfangen vermag. Nach nur weiteren 5 min fahren wir auch schon am Eingangsschild von Å vorbei, wo ich erstmal auf den große Parkplatz zufahre.

Wir schauen kurz in den Souvenirshop, wo es auch die berühmte Rote und gelbe Farbe der norwegischen Häuser in Kleinstmengen zu kaufen gibt. Angeblich werden die Farben in Å hergestellt und werden aus Dorschleber-Öl.

Ich kaufe mir noch einen Å-Aufkleber für die Koffer, damit wir dann einen kurzen Abstecher vorbei am Å Vandrhejm ins Rurbuer-Zentrum machen.





Hier verweilen wir ein paar Minuten und fahren dann zurück zum Eingangsschild um ein paar Fotos zu machen, dass wir auch tasächlich hier waren.



Es ist nun halb fünf und laut Navi haben wir gute Chancen pünktlich in 2 Stunden in Svolvaer zu sein um die Hurtigrute zu sehen. So machen wir uns schnell auf den Rückweg, wobei ich hier und da immermal anhalte um Bilder zu machen.







Die Rückfahrt geht dann auch vergleichsweise schnell und so sind wir pünktlich, nach einem Tankstopp an der Esso, um 18:26 am Marktplatz, wo die Hurtigrute anlegen soll. Mr. O ist schon der Meinung dass wir uns mit den Ankunftzeiten 18:30 und 21:00 Uhr vertan haben, als er etwas weiter weg den Schornstein des Hurtigrutenschiffes entdeckt, welches langsam auf die Hafeneinfahrt zufährt.



Da der Kai noch etwas hinter den Thon Hotel ist, fahren wir zum Magic Ice um das Schiff besser sehen zu können. Wenig später biegt es dann auch schon hinter der Mole und seiner Statue ein um am Kai anzulegen.



Wir schauen uns das Gewusel eine Weile an uns sind erstaunt wie viele Menschen aussteigen. Sogar Autos werden ent- und beladen. Nach der Ankunft der Hurtigrute ist Svolvaer förmlich belebt, denn überall laufen Touristen mit Koffern oder Backpacker herum. Manche nutzen die Anlegezeit auch um in das Magic Ice zu gehen. Die Hurtigrute scheint also nicht sofort wieder abzulegen.

Wir machen uns, da es schon halb acht ist aber dann doch mit einem kleinen Stopp im REMI auf den Weg nach Sandsletta. Hier kommen wir auch nach 20min an, wobei es wie schon fast aus Selbstverständlichkeit regnet.

Ich mache und heute Abend einen reichlichen Salat und Mr. O macht die Chinanudeln. Der Salat schmeckt leider etwas gewöhnungsbedürftig, da wir kein Essig haben, aber ansonsten geht es. Die Nudeln sorgen schließlich auch für die Kohlenhydrate und so haben wir gegen 21 Uhr dann auch endlich unsere seit dem Frühstück leeren Mägen gefüllt.

Wir laden noch schnell die Navi-Wegpunkte und Bilder herunter, bevor ich mich an die beiden Bericht von gestern und heute mache.
Gegen halb zwölf bin ich dann auch fertig und gehe eine letzte Runde vor die Tür und bin erstaunt, dass es heute mal eine recht dunkle Nacht durch die Wolken wird.

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11. August 2009 - Sandsletta-Storvågan-Sandsletta

Gegen halb zehn Uhr wachen wir auf und blicken hinaus in einigermaßen gutes Wetter. Nach gemächlichem Duschen und Frühstücken machen wir uns erste gegen dreiviertel elf auf den Weg. Wir fahren aber erstmal ohne angezogene Regenkombis auf den gerade abtrocknenden Straßen. In Richtung Svolvaer lockert es aber schon merklich auf und so bereuen wir es nicht dem Wetter vertraut zu haben. Wir tanken noch kurz die Maschinen in Svolvaer an der altbekannten Essotankstelle, wo wir zwei Deutsche treffen, die berichten, dass sie in Mo I Rana und am Polarkreis nur Regen hatten und auch heute Morgen im Regen losfuhren. Dennoch war ihr Wille ungetrübt noch schnell mal eben die 1.000 km zum Nordkapp mitzumachen. Mr. O sagt mir, dass er das auch mal machen wird, wenn er eine GS hat. Ich wage das aber zu bezweifeln, denn nochmal fährt Mr. O sicher nur mit einem wohnmobilartigem Gefährt hierher.

Schon nach weiteren 7 km erreichen wir Storvågan, wo sich am Lofotenvariat wiedermal zeigt, dass die Norweger eben bei den Eintrittspreisen auch mit dem Trend gehen. Statt 80 NOK müssen wir schon jeweils 100 NOK bezahlen. Wir werden darauf hingewiesen, dass in ein paar Minuten die Seehund- und Fischotterfütterung beginnt, weshalb wir uns auch sofort zum gut eingezäunten Beckenrand begeben.



Im Wasser ist auch schon helle Aufregung, denn die Tiere ahnen natürlich, dass es gleich wieder was gibt. Ein Seehund sitzt auf einem Holzpodest und bewegt seinen Mund so als würde er laut starkt schmatzen. Man könnte fast meinen, dass es ihm nicht schnell genug geht mit dem Fütterungsbeginn. Im Becken schwimmt auch eine kleine Babyrobbe, die erst am 17.07.2009 geboren wurde. Sie hat die wendige Schwimmerei aber ebenso gut raus wie die anderen aber natürlich den Niedlichkeitsbonus. Als der Wärter dann kommt flippen die Seehunde förmlich aus. Jeder bekommt aber natürlich seinen Fisch und der eine oder andere muss auch ein kleines Kunststückchen vollbringen um den Fisch zu bekommen. Interessant finde ich, dass die Seehunde bei geworfenen Fische gut 1 m in die Luft springen.



Meist sogar zu zweit im Kampf um den leckeren Happen. Auch eine Möwe versucht den einen oder anderen Fisch zu stibitzen, doch die Seehunde sind schnell genug, um sie ihr wegzuschnappen. Der Fisch ist dann aber doch recht schnell leer und so gehts weiter zu den Fischottern.

Die Fischotterdame putzt sich gerade an der Tür als der Pfleger rein kommt und lässt sich ohne großes Brimborium den Fisch geben um ihn zwischen den Händen haltend genüsslich schmatzend zu fressen.



Ab und zu lässt der Wärter die Position des Fressortes wechseln, damit der Otta auch mal für ein Foto gut sitzt. Ansonsten hält der Wärter Ausschau nach einem zweiten Otter, welcher aber nicht kommt. Die restlichen Fische gehen somit an die Robben. Wenig später trottet dann doch das, wie sich später zeigt, Fischottermänchen hervor und scheint ziemlich unglücklich zu sein, dass er keinen Fisch bekommen hat und sich nur mit den Schwanzresten, die das Weibchen übrig gelassen hat begnügen muss.



Die beide fangen sich etwas zu kappeln an, wo bei man nach kurzer Zeit sieht "Was sich neckt, dass liebt sich" Das ineinander Verbeissen artet in einen zuckenden Liebesakt aus, welchen die beiden im Wasser vollziehen, bis dem Weibchen irgendwann zuviel wird.

Wir gehen nun auch mal im Aquarium selbst nachsehen und schauen und die über 20 kleineren und größeren Aquarien an, wobei vor allem die Tiere, welche sich in den norwegischen Gewässern tummeln gezeigt werden. Es gibt auch zwei offen zugängliche Becken, wo kleine Fische, Seesterne und Krebse angefasst werden können. Mich fasziniert vor allem der Seestern, da tausende kleiner Saugknöpfe die Gegend erkunden und er sich eigentlich auch recht schnell fortbewegen kann.
Mr. O kann nun auch an Plakaten sehen, wie ein Pottwal komplett aussieht und wie er sich das auf der Walsafari gesehen nun richtig vorstellen muss.

Durch den Souvenirladen geht es weiter nach draußen, wo wir uns kurz die Walfangharpune anschauen und etwas erschüttert sind, was für Pfeile auf die Tier verschossen werden, welche tatsächlich kaum ein entrinnen möglich machen, wenn der Wal getroffen wurde, da sich die Wiederhaken aufstellen und der Pfeil ohne herausscheiden kaum rauszubekommen ist.



Im hinteren Bereich über einen Steg geht es dann zur kleinen Lachsfarm, allerdings schwimmen die kleinen Fische auch außerhalb des runden Bewehrungen, sodass wir annehmen, dass gerade keine wirkliche Zucht erfolgt.







Als wir schon wieder zurück am Seehundbecken sind kommt ein kleines Boot an den Steg gefahren und es werden Kisten mit Wasser ausgeladen. Als ich mir die Sache näher ansehe, kann ich feststellen, dass die Tiere, welche im Aquarium sind wohl tatsächlich auch hier im Meer selbst gefangen wurden.



Es stellt sich mir allerdings die Frage, ob für die nun neu geholten andere wieder in ihr ursprüngliches Zuhause dürfen. ganz so abwegig wäre es ja nicht, denn die Fische in den Becken sahen alle gut aus und hatten weder die typischen Schuppenkrankheiten oder sonst irdendwelche Auffälligkeiten.

Wir gehen nun so langsam zum Ausgang zurück und schauen und noch die beiden Skelette des Zwergwales an, welcher ungefähr halb so groß wird wie ein Pottwal und bei den Walfängern das beliebteste Ziel ist.



Ein Skelett wurde von der Natur quasi schon vereinnahmt, denn es ist über und über mit Moos bewachsen. Am Ausgang steht dann noch ein Neuerfindung der Chinesen, welche nun auch in Norwegen nach guten Pilotphasen zu Einsatz kommen soll. Es handelt sich hierbei um Fischhäuser, welche wie abgehackte Pyramidenstümpfe aussehen welche seltsam geformte fester hat und innen leer ist. Angeblich werden die Häuser sobald sich eine ordentliche Flora entwickelt hat Pudel wohl in den Verstecken fühlen und der Fischbestand dadurch zum Wachsen angeregt werden. Natürlich nur mit einem Ziel, damit wir Menschen noch mehr fischen können. Man weiß nicht recht, ob man die Dinger verfluchen oder für gut heißen soll.

Nach gut 1,5 Stunden Aquariumsaufenthalt machen wir uns auf den Weg nach Svolvaer, wo wir Norwegens neuste Attraktion "Magic Ice" besuchen wollen.



Auch hier ist der Eintritt teuer, als gedacht aber das war ja mittlerweile zu erwarten. Am Eingang erhalten wir wärmende Parker und Handschuhe und tauchen nach kurzer Zeit ein in die wirklich spürbare Arktic.



Auch wenn es nur -5° C sein soll, hat man das Gefühl es ist um einiges kälter. Wir betreten die Halle und werden empfang genommen von Kerzenständern aus Eis und vielen Eisfiguren, wie zum Beispiel dem Hurtigrutenschiff und typischen Norwegern, welche Fisch bereiten.





Untermalt wird die dunkle Halle mit Musik und Lichteffekten, welche die Eisfiguren ständig in neues Licht hüllt und auch Dinge bescheint, die wir auf den ersten Blick vielleicht nicht sofort gesehen hätten. Imposant finde ich neben der großen Trollfigur die Nachbildungen der Papageientaucher und der Seeadler.



Auch die Bar kann sich sehen lassen, denn die Alkoholflaschen stehen in Reih und Glied nebeneinander und werden durch die verschiedenen Lichter in tolle Eisstimmung gebracht. Die Bar ist soweit leer und es steht niemand da um etwas zu trinken auszugeben. das hätte man glaube ich auch vorher abklären und bezahlen müssen, aber man sieht die Gläser aus denen getrunken werden kann, wobei ich mich frage, ob man nicht mit den Lippen daran kleben bleibt. Wir setzen uns kurz auf ein paar Felle, doch zieht die Kälte schnell in die Sachen, sodass wir nur kurz aushalten. Von hier aus kann man aber recht gut die über dem Eingang positionierten Wikinger auf ihrem Schiff sehen.

Wir drehen nochmal ein Runde, damit wir auch wirklich nichts übersehen haben und gehen recht unterkühlt wieder raus. Im Souvenirladen findet sich nichts wirklich gescheites. Mir haben es zwar die Weihnachtsstrümpfe etwas angetan, aber eigentlich sind sie kaum der Rede wert.

Wir fahren noch schnell zum Marktplatz von Svolvaer und gehen in die Touristeninformation, wo wir noch ein paar Postkarten und Briefmarken mitnehmen, um nach einem kurzen Stopp im Souvenirladen mit den Seekarten die Heimfahrt anzutreten. Leider hält sich das Wetter nun doch nicht mehr so, wie gehofft und so kommen wir auf den letzten 10 km ins kühle Nass, sodass unsere Hosen recht schnell durch sind, da wir die Regenkombis nicht anziehen wollten. Zum Glück hat unsere Hütte aber eine Heizung und so können wir uns wieder schön aufwärmen, während es draußen munter weiter regnet. Uns kann es egal sein, denn wir haben unser Tagwerk vollbracht.

Dieses Mal nutzen wir den Nachmittag und Abend um etwas die weitere Planung voranzutreiben und nochmal zu checken, ob wir wirklich die Lofoten schon verlassen sollten. Da wir den Teil nach Narvik aber noch gar nicht kennengelernt haben und die E 10 dort ebenfalls gelobt wird, entscheiden wir uns die Extratag zu opfern und nicht die Fähre ab Lødingen zu nehmen. Danach gehen wir in der Gemeinschaftküche Reis mit Schweinefleisch und Süß/Saurer Soße kochen um diese in unserer Hütte recht schnell zu verschlingen.

Es ist noch recht früh am Abend, weshalb ich vorschlage etwas SIMS 3 zu spielen, was im Nachhinein betrachtet, wie eine Bombe einschlägt. Mr. O's Lorbi Lofoti gedeit prächtig, sodass wir im Mitternacht immer nach seinem Leben zusehen und es steuern. Erst als Lorbi nach seinen Geburtstag mächtig gealtert ist und den Wunsch auf Rente hegt, verlieren wir die Lust, zumal es auch Zeit zu schlafen wird.



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10. August 2009 - Sandsletta-Trollfjord-Sandsletta

Gegen 8 Uhr werden wir wach, obwohl wir beide Lust hätten länger zu schlafen. Da hilft wohl nur duschen. Leider haben wir nur ein 10 Kronenstück, weshalb ich schnell mit dem Bike zur Rezeption fahre, um weitere einzutauschen. Zurück in der Hütte gehen wir dann beiden schnell duschen und bereiten danach das Frühstück im Freien bei leicht aufkommenden Sonnenschein aber recht niedrigen Temperaturen.

Gegen dreiviertel zehn fahren wir vom Campingplatz Richtung Svolvaer, wobei ich zwischendurch noch einen Zwischenstopp zum Fotografieren machen muss, bei dem tollen Licht, welches auf den See und die ankernden Boote fällt.





Mr. O macht sich durch Hupen bemerkbar, das die Zeit drängt und so fahren wir weiter und sind kurz nach 10 Uhr am Marktplatz. Wie es scheint ist die Tour mit der M/S Trollfjord schon ausgebucht und es steht für das gleiche Geld nur die 3 stündige Fahrt mit der M/S Lofotfjord zur Auswahl.

Widerwillig sage ich Mr. O, dass wir nun nur das größere Schiff nehmen können, woraufhin er das ganze für uns wortlos bezahlt. Zurück an den Bikes kleiden wir uns etwas seetauglicher. Wir gehen noch schnell in einen Souvenirladen, wobei eigentlich nichts zu kaufen ist, was man den daheimgebliebenen mitbringen könnte. Einzig die Seekarten der Lofoten würden uns interessieren, doch würden wir diese nur gerollt kaum heil nach Hause bekommen.



Dreiviertel elf gehen wir dann aufs Schiff, wobei die Plätze oben schon alle belegt sind und wir nur noch hinten oder ganz vorne sitzen können. Wir entscheiden uns für vorne.



Schon aus Erfahrung durch die Walsafari ziehen wir uns schon bei der Ausfahrt aus dem Hafen die warmen Jacken über und schließen alles, was Luft reinlassen könnte. Mit uns fährt auch ein großer Segler, den wir gestern schon im Hafen liegen sehen haben hinaus. Leider ist es momentan sehr diesig geworden und so lassen sich eher unspektakuläre Bilder machen.

Wir fahren eine gute halbe Stunde wobei wir linker Hand von der kleineren M/S Orca überholt werden, welche dann im schnellen Tempo in kleinere Schären einfährt, um dann auf Richtung Engstelle weiterzufahren.



Mit ziemlich viel Tempo überholt uns dann auch eines der gegen 11 Uhr gestarteten Speedboote, auf denen die Leute sich wohl eher festkrallen und alle warme Jacken anhaben.



Wenn ich das so sehe, kann ich mir kaum vorstellen, dass ich soviel Spaß hätte, denn mir würden sicher nach kürzester Zeit die Pfoten abfrieren. Mr. O hingegen schaut sehnsüchtig hinterher und überlegt schon, ob wir die richtige Entscheidung mit der Lofotfjord gemacht haben.



Wir passieren eine ziemliche Engstelle, wegen Elektrischer Kabel im Wasser, wobei man kaum Glauben mag, dass hier auch die Hurtigrutenschiffe durchpassen.



Kurze Zeit später stoppt das Schiff auf und es werden kleine Angeln verteilt, wobei ich auch mein Glück versuchen will.
Schon nach nichtmal 30 Sek fischt der erste einen riesigen Fisch heraus, wobei wir annehmen, dass es ein Dorsch war.



Der Kapitän kommt sogleich, um den Haken zu entfernen, wobei er unsanft das Auge des noch lebenden Tieres ausdrückt und ihn ohne Schlag auf den Kopf in einen großen Behälter wirft.

Nach guten 5 min ist ein weiterer Fisch gefangen, welcher wohl ein Lachs war, da er recht rot schimmerte. Als ich denke, dass nun das nächste Auge dran glauben muss, nimmt er den Fisch etwas sanfter und entfernt den Haken des Gummiwurms, um ihn nach dem Erinnerungsfoto sogleich zurück ins Wasser zu werfen.

Ein dritter Fisch ist ebenfalls zu klein und wird wieder ins Wasser geworfen. Ansonsten hat niemand weiter Anglerglück und so fahre wir nach dem Einholen der Haken und der Ausbeute eines Fisches weiter Richtung Trollfjord.



Wir erreichen diesen nach guten weiteren 10 min. Trotz der diesigen Sicht mag man sich kaum vorstellen können, wie hier eine Hurtigrute durch die enge Einfahrt passen soll. Die Wände reichen an den beiden Seiten recht schroff hunderte Meter empor und hier und da fallen kleine Wasserrinnsale an ihnen herunter in den Fjord.



Der Fjord ist 1100 m lang und ca 800 m tief, wobei die Felswände nahezu senkrecht im Wasser stehen.



Die Wände weisen ordentliche Spuren der Fjordberühmtheit auf, denn hier haben Touristen mit richtiger Farbe ihre Hinterlassenschaften mit Datum angepinselt. Teilweise sind diese durch die Witterung und den unterschiedliche hohen Wasserstand wieder abgespült, doch an manchen Stellen sind sie ziemlich prominent erhalten geblieben.



An einem Wasserfall fährt der Kapitän wirklich meterdicht an die Steinmauer heran um zu zeigen, wie klar das Wasser ist und wie die Wände auch unter der Wasseroberfläche weiter steil abfallen.








Wir drehen eine Runde im Fjord und sehen dann noch kleine lustige Vögel, die ebenfalls tauchen können sowie ein weiteres Speedboot, dass wieder schnell Fahrt aufnimmt um an uns vorbeizudüsen.



Bei der Ausfahrt aus dem Fjord sehen wir dann auch schon das erste Mal einen Seeadler in weiten Höhen kreisen.




So schnell wie der Trollfjord erreicht war ist er auch schon wieder Geschichte und wir fahren wieder Richtung Svolvaer, wobei uns verkündet wird, dass man versuchen wird einen Seeadler anzulocken.

Nebenbei füttern ein weiteres Crewmitglied Brot an die Möwen, welche in Scharen neben im Herfliegen und das Brot sogar aus der Hand nehmen.





Kurze Zeit Später bekommen wir ebenfalls Brot, welches ich mutig in die Hand nehmen um die Tiere anzulocken. Ich bin dann aber dich ziemlich erschrocken als die Möwen so dicht auf meine Finger zuhalten, lasse das Brot fallen und schrecke weg. Irgendwann schaffe ich es aber dann doch den Bogen rauszuhaben und nehme ein größeres Stückchen, welches mir dann tatsächlich zweimal aus der Hand gerissen wird.





Nachdem das Brot leer ist, geht die Fahrt eine Weile ohne Ereignisse weiter.



Ich bewundere gerade die Lichterscheinungen am Horizont Richtung Svolvaer als ein Seealdler gesichtet wird und uns in weiten Kreisen umrundet.



Die ins Wasser geworfenen toten Fische visiert er zwar an, doch stellt er sich zu blöd an, sie auch zu fangen. Es gelingt aber dennoch ein ganz gutes Foto des majestätischen Tieres.





Hingegen versuchen die Möwen den Fisch zu ergattern und schlingen ihn in einem Stück runter um feststellen zu müssen, dass dieser zu groß ist und würgen ihn wieder aus.



Wir nehmen nach guten 10 min wieder Fahrt auf, wobei von der M/S Ocra keine Spur mehr zu sehen ist, sodass wir denken, dass diese noch irgendwo abzweigt.



Nur 5 min später stoppt das Schiff erneut auf, denn zwei Seeadler sind erneut im Anflug. Wieder wird Fisch ins Wasser geworfen und gewartet. Dieses Mal holt sich der Seeadler tatsächlich auch den großen Happen.



Die M/S Lofotfjord nimmt wieder Fahrt aus und fährt dieses Mal von der anderen Hafeneinfahrt aus ein und passiert dabei die Hafenbrücke, welche wir gestern noch mit den Motorrädern zu den Fischgestellen überquert haben. Im Hafen angekommen stellen wir dann erneut fest, dass die M/S Orca bereits am Steg und komplett leer liegt.

Sie scheint also ohne Seeadlerbesichtigung direkt zurück gefahren zu sein. da kann man nur sagen, dass der Autor des Norwegentagebuches dieses Mal unrecht hatte, denn die Fahrt mit dem größeren Schiff war widererwartend besser und länger als gedacht.

Nachdem wir uns recht unterkühlt wieder in die Motorradklamotten schlüpfen geht es auf Grund des besser werdenden Wetters Richtung Henningsvaer, welches das Venedig des Nordens sein soll.


In Kabelvåg habe ich das Gefühl, dass die Polizei Geschwindigkeitskontrollen machen, denn links in einer Straße steht eine Politesse mit Zettelblock neben ihrem Fahrzeug. Ich bilde mir auch ein dass ein anderer einen Aufnahmegerät in der Hand hat, aber da lässt sich in der Vorbeifahrt mit normaler Geschwindigkeit nicht richtig erkennen.

Die Fahrt nach dem Abzweig nach Henningsvaer ist wirklich schön, denn links schrauben sich die schroffen Felsen und Berge in die Höhe und rechts ist die Weite des Meeres nur zu erahnen.



Wir kommen an eine der beiden Brücken, welche so schmal sind, dass sie nur mit Ampelschaltung zu befahren sind.



In Henningsvaer selbst fahren wir einmal durch den kompletten Ort um dann an einem Parkplatz die Bikes abzustellen und das Örtchen etwas zu Fuß zu erkunden.



Ehrlich gesagt wissen wir nicht, was hier so idyllisch sein soll, denn es ist touristisch hochgelobt und ebenso überlaufen, aber wenig interessant.



Am Hauptplatz ist die im Buch benannte Bäckerei mit angeblich leckeren Waffeln zu moderaten Preisen leider zu. Hingegen hat die Glasbläserei auf, wo gerade ein Glas-Seepferdchen geblasen wird. Auch hier sind de Preise eher horend als moderat.



Wir gehen weiter Richtung Kletterschule wo sich nebenan ein kleine Pub befindet, den man nicht verpassen sollte. Da ich etwas Appetit habe, nehmen wir eine Kaffee, Tee und ein Stück Kuchen. Leider kommen mir bei letzterem, trotz gutem Geschmack die Tränen, denn das kleine Stücken hat uns satte 40 Nok oder besser 5€ gekostet. Sowas bezahlt man in Deutschland schon eher für zwei Stückchen Sachertorte. Auch der Kaffee und Tee ist ein Wucher für jeweils 20 NOK.



Vielleicht sollten wir auch mal eine Gaststätte hier aufmachen und uns die benötigten Sachen aus Deutschland importieren. Da würden wir sicher immer noch Profit machen.



Etwas enttäuscht verlassen wir Henningsvaer wieder und treffen auf dem Rückweg zur E10 die Biker vom Marktplatz in Svolvaer sowie die beiden Deutschen von der Colorline wieder.



3 km vor der Auffahrt zur E10 bleibt Mr. O einfach am Wegesrand stehen und schaut einfach nur in die Meer/Berglandschaft.



Ich bekomme es erst etwas später mit und drehe um, wo ich ihn an einer Spurverbreiterung wiederfinde.





Nach gut 15 min kommen wir wieder nach Svolvaer, wo wir wir dem Rema 1000 noch einen Besuch abstatten und zum dritten Mal einen Grill kaufen sowie Fleisch für die Süß/saure Soße und Weintrauben, Chips, Schoki und Himbeer- und Heidelbeertrinkjoghurt mitnehmen.

Am Kreise in Svolvaer begegnen uns die Berliner Schopperfahrer wieder, wobei wir nicht wissen, ob sie mittlerweile am Nordkapp waren, vermuten es aber.

Nach kurzer Fahrt sind wir wieder zurück in Sandsletta, wo wir kurz den Wetterbericht anschauen und eine weitere Nacht buchen, damit wir unsere beiden Wunschetappen "Å" sowie das Lofotaquarium und Magic Ice noch schaffen.

Danach werden wir uns so langsam Richtung Narvik aufmachen um eventuell unterhalb von Trondheim noch den einen oder anderen Abzweig mitzunehmen und dann gemächlich nach Oslo zu fahren.

Zum Abendbrot gibt es heute Kartoffelsalat, gesalzene und gepfefferte Tomaten und Paprika sowie die letzten beiden Pølser und Schweinefleisch vom Grill. Da der Grill auch dieses Mail keine Höchstleistungen vollbringt, beschließen wir, dass es wohl das letzte Mal sein wird, zu grillen, zumal man einfach ewig wartet bis das Fleisch einigermaßen durch ist.

Zum Essen haben die Temperaturen draußen gerade noch gereicht. Nun aber wird es uns zu frisch und so gehen wir in die Hütte und machen etwas die Heizung an, welche sehr schnell den Raum erwärmt.

Mr. O lädt noch schnell die Bilder von der Kamera. Danach liest er noch etwas im Lofotenbuch, um hier und da unsere Tour nach Å noch etwas umzuplanen. Ich arbeite derweil den Bericht von gestern auf, um anschließend mit dem von heute weiterzumachen.

Es ist nun 22:45 und ich bin endlich mit meiner Arbeit fertig, sodass ich nun auch meine Äuglein schließen werde.

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09. August 2009 - Sandsletta-Borg-Sandsletta

Gegen dreiviertel neun wache ich auf und habe etwas Hummeln im Arsch, während Mr. O sich nochmal umdreht. Draußen regnet es wie versprochen, sodass wir nicht wirklich Eile haben loszukommen. Kurz den menschlichen Bedürfnissen folgend, räume ich etwas unsere Hütte auf, damit der Frühstückstisch frei ist. Als Mr. O aber auch gegen halb zehn nicht wirklich die Augen aufmacht, werfe ich den Laptop an, um unseren gestrigen Bericht noch etwas zu ergänzen und die restlichen Fotos hochrzuladen.

Ich entdecke dann im IPhoto auch noch die lustige Funktion "Gesichter" welche automatisch auf Bildern Gesichter erkennt und welche man benennen kann, sodass das Programm andere Fotos vergleicht, um gleiche Gesichter zu finden. Hiermit beschäftige ich mich eine gute Stunde bis Mr. O um 11:45 dann doch mal aus den Federn kommen möchte und beschließt, dass ich ihn heute bedienen solle.

Das hält zum Glück nur so lange wie das Frühstück. Danach erinnert er sich nicht mehr an seinen Traumgedanken. Wir frühstücken in Ruhe und schauen uns dann die derzeitige Wetterlage an, welche ebenfalls wie vorhergesagt besser wird und an manchen Stellen den blauen Himmel durchscheinen lässt.

Wir beschließen also unsere kleine Hütte zu verlassen und auf den Wegen der Wikinger zu wandern, zumindest kommen wir damit auch unserem Aufklebermotto etwas näher. Wir packen die Regenkombis nur vorsichtshalber ein und nehmen zudem die Lowas mit, damit wir uns am Museum umziehen können.

Gegen 12 Uhr machen wir uns auf dem altbekannten Weg Richtung Svolvaer und können erfreut feststellen, dass die Straßen merklich trockener werden und die ersten Sonnenstrahlen auch nicht lange auf sich warten lassen.

In Svolvaer biege ich am Kreisel rechts ab um weiter der E10 zu folgen, welche uns auch gleich in den nächsten Ort Kabelvåg bringt. Kabelvåg war früher einmal die Hauptstadt der Lofoten, bevor es Svolvaer wurde und beherbergt die Lofotenkathedrale, welche komplett aus Holz gebaut ist und bis zu 1200 Gläubigern Platz bietet, auch wenn solche Mengen wohl nur sehr selten noch gebraucht werden.



Leider ist die Kathedrale auf der Sonnenseite eingerüstet, so können wir leider nur sehr schattige Bilder von einer recht hell bemalten Kirche machen.



Wir bezahlen am Eingang die 20 NOK/Person und gehen ins Innere, welches recht einfach ist und mit den deutschen katholischen Kirchen und ihrem Prunk nichts gemein hat.



Mit uns sind auch vier vier andere ins Gotteshaus gegangen und alle setzen wir uns in die Reihen der Holzbänke um einen Moment der Ruhe zu erfahren. Das tut mal ganz gut, auch für Atheisten wie mich.



Als wir wieder draußen sind, verkündet Mr. O, dass er nur noch 98 km fahren kann, was zwar bis Borg reichen würde, doch die Rückfahrt wäre ungewiss. Also fahren wir zurück nach Svolvaer, um an der letzten Tanke die Kälber wieder aufzufrischen und dann wieder Richtung Å i Lofoten zu fahren.

Die Straße führt in schönen Kurven immer entlang der Küste wobei wir anstelle einer Passstraße die moderne Tunnelfahrt nutzen. Schaut man aber nach der Tunnelausfahrt rechts hoch kann man die alte Verbindung noch sehen, welche sich aber derzeitig nur noch von einer Seite etwas befahren lässt, um den Blick auf eine schönes Bergpanorama freizugeben.



Wir kommen nun in ein Gebiet, welches seine Wasserqualität als Trinkwasser bezeichnet. Dies begründet auch, warum man hier nicht baden darf. Die Straße windet sich entlang der Berghänge und gibt einige Zeit später den Blick auf die zweite Recht bekannte Brücke frei, welches ebenfalls die Durchfahrt größerer Schiffe ermöglicht.

Wir halten extra am nächsten Haltepunkt an, welche auch das Panoramazeichen beinhält, doch ist dieses weniger auf die Brücke, sondern mehr auf die "Galerie" bezogen, die den Fjord in ein sehr skuriles Bild wirft.



Wir fahren also weiter uns halten direkt vor der Brücke ein einem Aussichtspunkt, welcher freien Blick auf die Brücke ermöglicht.



Sobald das Foto gemacht ist, geht es auch schon weiter, wobei ich versuche beim Fahren ein paar Bilder zu machen, was sich aber als äußerst schwierig zeigt, da auf der Brücke ordentlich Wind fegt.



So langsam kommen wir unserem Ziel näher, wobei das Wetter schöne Lichtstimmungen an den Bergen erzeugt und wir hier uns da anhalten, um das Panorama festzuhalten.



Zwischendurch begegnen uns dann auch die große GS und das kleine 800er GS Modell von der Fähre wieder. Als Borg nur noch gute 4 km entfernt ist, kann man von einem Aussichtspunkt schon die Kirche von Borg entdecken.

Zu meinem Erstaunen ist dann kurz vor Borg doch noch ein Tankstelle, welche anstelle von 12.80 NOK in Svolvaer noch recht moderate 0.08 NOK teurer ist. Wir hätten hier also noch tanken können.

Nach gut 2 km erreichen wir den gut ausgeschilderten Parkplatz und halten prominent direkt am Aufgang neben zwei italienischen Großen GSen.



Da aber neben uns der Parkplatz frei wird, parken wir nochmal um. Da wir nicht mit voller Kombi in das Museum wollen, ziehen wir uns etwas bequemer an und lassen Stiefel, Helme, Handschuhe und Rückenprotektoren am Bike.



Danach gehen wir den Aufgang unterhalb des Nachbaus eines wikingerischen Haupthauses zum Eingang, um recht horrende 120 NOK/Person in Empfang zu nehmen.



Als kleiner Willkommensgruß steht eine kleine Wikingerfigur vor einer Sitzgruppe, welche wir natürlich mal festhalten.



Leider muss ich etwas sparsam sein mit den Fotos, denn ich habe vergessen die beiden Akkus aufzuladen und zerre nun vom Rest. Die aufkommende Kälte beschleunigt leider die Langlebigkeit der Akkus nicht gerade.

Wir gehen nun zuerst Richtung Haupthaus, wobei linker Hand Essstellen zu sehen sind und rechts ein mit Steinen umzäunter Kräutergarten und ein kleines Haustiergehege, wo nach Mr. Os Ansicht zwei "Schmödis" in der Sonne faulenzen. Es handelt sich hierbei um recht wohl genährte Borstentiere.



Am Haupthaus angekommen will man kurz unsere blauen Aufkleber sehen, welche wir noch immer in der Hand halten und begrüsst uns auf Deutsch. Das Haupthaus selbst ist ein Nachbau des gefundenen Haupthauses, wobei die Stützpfeiler wohl mit Hilfe der Selbstinterpretation schön mit nordischen Motiven verziert sind. Wie eine Führerin erzählt, weiß man nicht, ob diese Stelen tatsächlich so aussahen, aber die Symbole sind zahlreich überliefert.

Im linken großen Raum sehen wir sowohl die handwerklichen Arbeiten der Wikinger als auch die Wohnstätten und Essgewohnheiten der Wikinger.



So werkeln zwei neumoderne Wikinger gerade an einem Stoff, Felle hängen von der Decke und weiter hinten ist eine Werkbank mit Hobel und Schnitzerei zu sehen.



Der Umgang mit Holz war für die Wikinger sehr wichtig, denn neben den typischen Booten wurden auch viele Huldigungen damit Versinnbildlich. Das Pferd galt zum Beispiel als Glücksbringer und wurde nicht nur sehr imposant als ganzer Holzpferdekopf geschnitzt, sondern auch als stilisierte Form an den Kopfenden der adligen Betten verwendet.

Es wird uns erzählt, dass es auch bei den Wikingern sogenanntes Sonntagsgeschirr gab, welches uns im großen Hauptraum mit vielen Bänken und Tischen gezeigt wird. Die Holzteller und Essbestecke sowie das Trinkhorn wurden in dann gegen Tonteller und Stahlbestecke sowie richtige Gläser eingetauscht. Das Sonntagsgeschirr gab es aber selbstverständlich nur bei wirklich wichtigen Ereignissen.

Für die Neuzeitler hat das ebenfalls trichterförmige Glas einen Ständer geschmiedet bekommen, da man diesen nicht unbedingt zumuten möchte alles Hopp und Ex trinken zu müssen.

Der norwegische König feierte im Hauptraum seinen 60sten Geburtstag und man konnte schnell sehen, dass auch die heutigen Adligen sich nicht anders verhalten als damals, denn der Met (Honigwein) hat alle ordentlich besoffen gemacht.



Im Hauptraum befindet sich dann auch eine Feuerstelle und Nachbau des Throns, wo Mr. O sich einen der schweren Stahlhelme aufsetzt und sichtlich erfreut über sein eben gewonnenes Reich herrscht.



Im nächsten Raum hängen dann die getrockneten Fische von der Decke, welche wohl auch schon bei den Wikingern eines der wichtigsten Mittel waren, um für lange Zeit Essbares im hause zu machen. Obwohl man den Fisch im Normalfall 3 Tage in Salzwasser und dann erst kochen soll, hielten de Wikinger es auf ihren Raumzügen oft einfacher und schlangen ein Stückchen trockenes Fisch herunter, welcher im Mund natürlich immer mehr wird, das er das verlorene Wasser wieder aufsaugt.

Der letzte Raum des Haupthauses ist eine Ausstellung alter Fundstücke mit Erklärungen und Versinnbildlichungen an Puppen. Hier gehen wir relativ schnell durch, denn alles ist hinter Glas und fast immer auf norwegisch, sodass man eher raten oder erahnen muss, was wohl gemeint ist.




Vom Haupthaus gehen wir dann Richtung See, wo sich nach 800 m das nur noch heute stattfindende Wikingerfestival befinden soll.
Der Weg zieht sich ganz schön, und Mr. O bemängelt schon, dass er seine Füsse zum Motorradfahren hat, aber dann kommen wir vorbei an den lustigen Toiletten und seinen neuzeitlichen Outdoorwaschmöglichkeiten endlich an den Ort des Geschehens.




Es sind einige Zelte aufgestellt und überall kann man typisch Winkingerutensilien kaufen, wobei diese sicherlich auch in Deutschland auf so manchem Mittelalterfestival zu finden sind.





Recht nett ist ein Zelt, wo Kinder sich ihren eigenen Anhänger gießen können, wobei das glühende Gut in zwei zusammengehaltenen Steine gegossen wird und binnen kürzester Zeit erkaltet ist.



Ansonsten gibt es weitere Zelte mit Pfeilen und Bogen, Axten und Schwertern sowie Taschen aus Tierleder bzw. fell und Schmucksachen. Die Preise sind wirklich horend. Ein kleines Trinkhorn von gerademal 12 cm Größe soll schon 150 NOK kosten. das große (30 cm) dann schon 450 NOK.

Da vergeht einem schon alleine die Lust nur zu schauen.





Es folgen die Möglichkeit einen Schwertkampf mit einem modernen Wikinger zu erleben, wobei man ihn für nur 30 NOK auch töten darf und der Kampfplatz auf der rechten Seite.

Als wir dann zum See runtergehen, liegen dort auch ein paar Repliken der typischen Wikingerboote am Steg, wobei man mit dem größten nur 2x am Tag herausfahren kann, was aber sicher für jeden Teilnehmer Schwerstarbeit ist, da 30 Mann zu Rudern haben, um etwas zu bewegen.





Wer nicht auf das große Schiff warten will, kann auch mit einem kleineren unter Anleitung eines Wikingerskippers umherfahren, wobei man zum Ablegen ebenfalls rudern muss.



Wenn man den Probanden so zusieht, bekommt man erstmal einen Eindruck wie schwer es erst mit dem großen sein muss.

Nebenan wurde ein Theater eingerichtet, wo lustigerweise nur einer erzählt und alle anderen (fast nur Wikinger/Norweger) zuhören.



Draußen geht es derweil munter weiter, wobei neben selbstgesteckten Armreifen aus lauter kleinen Ringen (wiedermal zu Hochpreisen) Wolle im Kochtopf gefärbt wird. An einem Gestell sind dann auch die bereits gefärbten Garne zu sehen, mit denen die typischen Wikingerkleidungen gemacht werden.





Wir machen uns so langsam wieder auf den Rückweg, wobei auf dem Kampfplatz mittlerweile großer Tumult ausgebrochen ist, weil zwei Wikingergruppe sich gegenüber stehen und wild zu kämpfen anfangen. Hierbei gibt es natürlich reichlich Tote und auch dem Letzten wird mit einem gekonntem Schwerthieb der gar aus gemacht.



Wir nehmen dieses mal den zweiten Rückweg zurück zum Haupthaus, welcher mir sehr viel kürzer vorkommt. Es ist kaum etwas interessantes zu sehen, denn wenn man etwas sehen möchte muss man recht weite Wege gehen, um dann mit einem kläglichen Rest von Fundstücken sein Ziel erreicht zu haben. So ist zum Beispiel die Ausstellung der landwirtschaftlichen Gegenstände des Altertums nichts weiter als eine alte Scheune, in der das Zeug lieblos rumsteht und beinahe verrottet.



Zurück am Haupthaus schauen wir noch ein wenig den Schmödis zu und gehen dann zum Ausgang um noch etwas um Wikingerlädchen zu stöbern, wo man als Tourist wieder viel Geld für wenig bezahlen kann.

Mr. O wird dann aber doch fündig und kauft sich einen Anhänger mit einer "R" ähnlichen Rune, welche eine sichere Reise bieten soll. Ich entdecke auch eine Rune für mich, doch kaufe ich sie mir lieber nicht, denn Mr. O denkt dann bestimmt wieder sonst was. Es wäre ein Viereck gewesen, welches auf der Kante steht und für Inspiration und Sexualität steht.

Es ist nun doch schon recht spät geworden und so machen wir uns auf den Heimweg, wobei wir erstaunt sind wieviele BMWs auf einmal vor dem Aufgang stehen. Auch eine kleine GS steht dabei. Alle Bikes scheinen schon recht weit gereist zu sein, denn sie sind übersät mit Aufklebern von Morokko bis zum Nordkapp.

Die Rücktour ist ähnlich schön wie die Hinfahrt, nur dass wir beiden doch recht stark frieren. Obwohl die Sonne scheint sind es gefühlte 10°C auf den Bikes.



Als wir am Abzweig nach Henningsvaer kommen fahre ich deshalb auch weiter Richtung Svolvaer und biege nicht ab. In Svolvaer halten wir dann Auschau nach dem Marktplatz und dem kleinen davor befindlichen Hafen, von wo aus morgen die Schiffe zum Trollfjord starten sollen.

Nach etwas Sucherei findet Mr. O den Platz und wir stellen die Bikes kurz ab um nach den Fahrzeiten und Preisen zu schauen. Leider haben sich die Preise auch für dies Touristenattraktion gewaschen. Statt wie im Buch beschriebene 40€ sollen wir schon über 50€/450 NOK nach derzeitigem Kurs bezahlen.



Die Fahrt mit den Schnellbooten ist sogar noch teurer, denn dort soll man schon gute 550 NOK bezahlen. Wir beschließen vom Campingplatz aus zu reservieren und fahren weiter über die Hafenbrücke in Richtung Mole, wo wie wieder solchen Trockengestelle für die Fische gesehen haben.



Dort angekommen sehen wir dann auch wo sich Magic Ice befindet, was wir dann sogleich besuchen, um den Punkt im Navi einzuspeichern.



Nun wird es aber auch wirklich Zeit nach Hause zu kommen. Bei der Ausfahrt aus Svolvaer befindet sich rechterhand ein Kirkegard (Friedhof) welche, wie auch schon jener in Myre fast jedes Grab geschmückt zeigt. Nun wird mir auch klar, warum man mal einen anschauen sollte. Vor allem in der Abendsonne sieht das Reich des Vergangenen einfach nur noch schön aus.

Ich düse nun regelrecht zum Campingplatz, wobei Mr. O richtigerweise mahnt, dass die Bodenwellen in den Kurven auf dem Lofotstraßen nicht zu verachten sind und einen schnell mal heraustragen können.

An der Rezeption bitten wir um eine Reservierung für die Trollfjordtour morgen um 11 Uhr, wobei uns gesagt wird, dass es eigentlich nicht so voll sein müsste und eine Reservierung sicher nicht notwenig ist. Die Dame will aber dennoch mal anrufen und nachfragen und ggf. reservieren. Wir checken noch schnell das Wetter welches morgen bewölkt aber Sonnig sein soll und fahren zu unserer Hütte.

Heute Abend gibt es zum Zweiten Mal was vom Grill, wobei wir dieses Mal den pølser-sommermix und zwei Kotletts mit Knobibrot (tatsächlich aus Deutschland) und gegrillten Brotscheiben ausprobieren. Die pølser schmecken eigentlich ganz gut, aber bei den Kotletts sind wir uns nicht so sicher, ob das Fleisch genug durchgegrillt wird auf dem Einmalgrill, da er nicht wirklich heiß ist.



Das Knobibrot schmeckt aber ganz gut und letztendlich sind auch die Kotletts soweit, gegessen zu werden.

Danach folgt wie immer die Reihenfolge Navi und Kamera leeren, wobei die Akkus schon vor dem Abendbrot zu laden gesteckt wurden.

Danach sind wir beiden recht platt und legen uns ins Bett, wo ich noch etwas schreibe, während Mr. O neben mir einschläft. Da das Bett liegen dann aber auch mich schläfrig macht, breche ich das Schreiben ab und schlafe ebenfalls ein.

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08. August 2009 - Stø - Sandsletta

Etwas gerädert und nicht wirklich gewillt aufzustehen, bewege ich gegen 8 Uhr endlich meine müden Knochen aus dem Bett. Mr. O haut sich lieber nochmal ne Runde aufs Ohr, während ich anfange die ersten Sachen zu sortieren und zusammenzupacken. Mr. O steht geweckt durch meinen frühmorgendlichen Lärm dann auch auf und geht schnell unter die wohl letztmalig in der Unterkunft befindliche Dusche. Ich nutze die Zeit und die beiden Packrollen mit allem zu füllen und zu verschließen und etwas Wasser für den Kaffee und die heiße Schokolade zu kochen. Als Mr. O wiederkommt schneiden wir noch etwas von mittlerweile total trocken gewordenen Simpsonsbrot ab, welches wir wohl nicht mehr kaufen werden. Beim Frühstück checken wir dann noch etwas die Mails und lesen die neuesten Nachrichten auf Spiegel Online.

Nach dem Frühstück werden dann die restlichen Habseligkeiten verpackt. Als wir rausschauen hat es leider zwischendurch angefangen zu regnen, weshalb wir die gerade verpackte Regenkombi gerade wieder rausholen können. Wir brauchen dann noch gut eine halbe Stunde bis alles auf die Motorräder verpackt und verzurrt ist und wir uns in die Kondome gepellt haben, was heute wohl eher ein schwitzendes Vergnügen werden wird, denn es ist nicht gerade kalt. Da ich aber nicht weiß, wie stark der Regen werden wird, nehme ich lieber die dicken Winterhandschuhe. Unsere vielen Pfandflaschen binde ich mit einer Tüte an die Packrolle, was etwas instabil ist aber ja zum Glück auch nur kurze Fahrt halten muss.

Gegen halb elf starten wir dann endlich die Motoren und fahren zum Café am Walcenter um die Schlüssel ohne großes Trara abzugeben. Wir sind uns etwas unsicher, ob wir die Wohnung hätten säubern müssen, denn nirgends stand etwas und haben nur kurz gefegt und gesaugt. Alles andere haben wir ja im Grunde auch nicht dreckig gemacht.

Im nächstgelegenen ICA geben wir die Flaschen dann noch schnell ab und machen uns auf den Weg Richtung E10. Zwischendrin kommen immer mal ein paar mehr oder weniger Regentropfen, aber ansonsten fährt es sich gut.

Hinter Myre zweigen wir dann auf die 821 ab und nehmen danach anstelle der 820 eine Nebenstraße welche westlich Sortland umfährt und immer am Eldsfjord entlang führt. So schön die Landschaft auch ist und so gut die Straße bis eben noch war.

Von einem Moment auf den anderen wird eine Baustelle sichtbar welche sofort mit Millionen von Schottersteinen beginnt und trotz unserem Fluchen nach 7 Kilometern erst ein Ende nimmt. Man kann eigentlich auch nicht mehr von fahren sprechen, denn wir balancieren unsere 250 kg Vehikel wie auf Wackelpudding und das schlimme ist. Immer wenn man denkt hinter der nächsten Kurve ist es vorbei offenbaren sich weitere 500 m Schotterpiste.
Nachdem wir diese Passage geschafft haben, ist Mr. O am Dampfen sowohl vor Wut als auch vor Hitze.



So schaffe ich es gerade noch ein Bild vom Übergang der Asphaltstraße in den Schotterweg zu machen, und unter Mr. O drängendem Hupen mir die Handschuhe wieder anzuziehen.



Wir erreichen dann endlich das Erkennungszeichen von Stokmarknes, nämlich die ...brücke, welche sich von weitem recht normal über den Fjord zu schwingen scheint, doch kommt man näher ist man erstaunt welche Silouette sich ergibt und wie die ansteigt.



Das ist aber auch kein Wunder, denn unter ihr sollen die Hurtigrutenschiffe durchpassen, damit sie täglich darunter verkehren können.

In Stokmarknes ist das Hurtigrutenmuseum welches wohl recht großer Anziehungspunkt so mancher Touristen scheint. Heute jedoch ist Stokmarknes eher ein Mararthonrundkurs, sodass wir daran gehindert werden gleich am Hurtigrutenmuseum auf die gewünschte Umgehungsstraße nach Melbu zu kommen.

Ich versuche es also weiter hinten und lande, mit dem Navi in einer Sackgasse, obwohl es felsenfest der Meinung ist, dass mann dort wieder auf die Straße kommt. Mr. O fällt daraufhin nur Applaus ein und gibt mir zu verstehen, dass das Schild auch in Deutschland Sackgasse heißt. Egal ich nehme eine andere Route auf der mir Mr. O nur widerwillig folgt und Lichthupe und Blinker einsetzt, bevor ich an die gewünschte Straße komme und ihn frage, ob er noch ins Museum will.

Da er verneint führe ich uns weiter auf der westlichen Seite von Hadelsøya, wobei die Straße gerade so breit ist dass Auto und Motorrad gut aneinander vorbeikommen. Von hier aus sehen wir dann auch erstmalig die Lofoten, wobei ich glaube das der Volksmund Lofotwand sagt.



Nach weiteren schönen Kurven erreichen wir dann Melbu, wo so langsam auch der Himmel aufzubrechen schein und die ersten Sonnenstrahlen zu uns herunterscheinen.





Die Fähre fährt ca. 40 min später wobei wir die Zeit damit verbringen, mit zwei Busfahrern ohne Reisende und zwei Leuten in einem VW Bus California Beach zu sprechen. Letztgenanntes Auto könnte sich Mr. O auch mal für uns vorstellen, weshalb ich die beiden natürlich frage, wie es ihnen gefällt. Das Strahlen in ihrem Gesicht sagt alles, vorallem, weil sie mit dieser Größe auf Fähren noch als PKW gelten und die Höhe von 2 m auch in Parkhäusern unkompliziert ist.





Die Fähre kommt dann recht pünktlich an und wir dürfen zwar nicht als erstes aber dennoch ganz vorne rechts auffahren, wo wir wieder unsere Bikes notdürftig befestigen und dann an Deck gehen, wo sich eine sehr schone Aussicht auf die Lofotwand bietet.



Die Fähre selbst, scheint noch recht neu zu sein, denn nirgends ist Rost zu sehen und der Saloon ist auch nicht von gestern. Nach gut einer halben Stunde sind wir dann auch schon auf der anderen Seite angekommen, wobei wir vor allen runter fahren dürfen.



Wir nehmen hinter der Fähre dann gleich rechts die westliche kleine Straße Richtung Straumnes. Die Straße ist am Anfang wieder recht gut doch dann wird sie auf einmal zum Sandweg. Ich haltekurz an und frage Mr. O ob wie weiterfahre wollen oder umkehren, doch er entscheidet sich für letzteres, da sich die Straße noch einigermaßen mit 40km/h fahren lässt.

Dann ist ein Schild aufgestellt mit "Wegarbeiten", welches ja auch gut und gerne die nächsten 11 Kilometer sein kann. Ich frage Mr. O erneut, doch nun haben wir die 4 km Sandfahrt schon hinter uns, was wir nicht unbedingt wiederholen wollen. Leider ahnten wir nicht dass nun 11 km Schotter der übelsten Art, nämlich trocken und locker aufgeschichtet, kommen sollten. Das ist noch schlimmer als Wackelpudding und mehr als 10 - 20 km/h sind nicht drin. Oftmals müssen wir auch anhalten um aus dem Schlingern heraus zu kommen oder Autos durchfahren zu lassen, welche eher bemitleidend drein schauen. Wir sind beide nur noch am fluchen und nach endlos langen 11 Kilometern kommt ein Schild welches die skurilen 60 km/h auflöst und ein Schild welches sich für die Unannehmlichkeiten entschuldigt. Sachen gibt's!!!

Es sind nun noch gute 12 km bis Sandsletta, wo wir wenig später auf den Campingplatz fahren und unsere reservierte Hütte buchen.



Auf einmal hält eine blaue BMW vor der Rezeption und das stehen die beiden Deutschen von der Color Fantasie vor der Tür. Wir kommen kurz ins Gespräch und sind wiedermal überrascht wie klein die Welt doch ist, dass man sich hier wiedertrifft.
Auch Ihnen ist es mit den beiden Schotterwegen übel ergangen und auch sie waren nur noch am fluchen. Mr. O sagt darauf später nur: "Warum soll es auch nur uns so ergehen?".

Danach fahren wir in unsere nett mit Blick auf den Sundlandsfjord gelegene Hütte und entpacken die Bikes.





Da es bereits 16 Uhr ist und wir noch nichts zu trinken haben, machen wir uns schnell auf den Weg nach Svolvaer um noch etwas um Rema 1000 und Coop Prix zu kaufen. Dieses Mal steht übrigens fest, dass wir grillen wollen, wobei die Auswahl an Grillfleisch hier eher bescheiden ist und wir etwas Zeit brauchen bis wir das richtige gefunden haben. Letztendlich gibt es neben Grillfleisch, Kartoffelsalat und Einmalgrill noch Hamburger, Obst und Gemüse für die nächsten Tage.



Dann geht es auch schon zurück zum Sandsletta Campingplatz, wo Mr. O schnell den Grill anwirft und die tiefgekühlten Hamburger auflegt. Die daraus entstehenden Hamburger sind, naja wohl eher nicht so zu empfehlen, denn das Fleisch schmeckt nicht im geringsten. Daran kann auch der überbackene Käse und die frischen Tomaten, Gurken und Salatblätter nichts ändern. Nach dem Abendbrot sortiere ich etwas unsere Fotos und bereite eine neue Auswahl für Picasa vor, sodass wir die daheimgebliebenen bei der nächsten Gelegenheit mal wieder etwas Material geben können.

Nachdem ich die Zeilen für heute getippt habe, räumen wir noch etwas auf und schauen uns noch etwas auf dem Platz um, wobei wir einen kleinen Streichelzoo entdecken und in der Rezeption nochmal nach dem Wetter schauen. Für morgen vormittag ist erstmal regen angesagt. Doch zum Nachmittag soll es besser werden, vielleicht fahren wir dann mal nach Borg zum Wikingermuseum.

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07. August 2009 - Stø - Walsafari - Stø

Nachdem ich heute Nacht zweimal aufgewacht bin, weil ich tierische Magenschmerzen hatte, nutzte ich die Zeit mal die nächtliche Stunde gegen 1:30. Es ist faszinierend, da es nicht wirklich dunkel ist und aus unserem Schlafzimmer heraus schon die Sonne beim Aufgehen zu beobachten ist.



Der Nebel schein soweit weg zu sein, sodass ich guter Hoffnung bin, dass wir gegen Mittag tatsächlich zur Walsafari starten können.

Ich schlafe dann nochmal recht fest ein und gegen 8:45 weckt Mr. O mich, da es so langsam heißt aufzustehen. Nach dem kleinen gemütlichem Frühstück, dieses Mal allerdings ohne Trinkjoghurt, schauen wir kurz auf das Wetter und müssen feststellen, dass es recht bedeckt ist. Der Nebel ist aber wie auch schon nachts nicht mehr zu sehen. Das heisst allerdings, dass wir uns für die Fahrt definitiv warm anziehen müssen. Ich ziehe deshalb beide Funktionsunterwäschen an und wähle obenrum ebenfalls das Zwiebelschichtensystem als Kälteschutz.

Überpünktlich um halb elf gehen wir zum Center und dürfen erfreut feststellen, dass das Schiff bereits klar gemacht wird, und die Fahrt tatsächlich starten wird. Wir bezahlen kurz die Walsafari und bekommen im Gegenzug zwei Tickets und zwei Tabletten gegen Übelkeit, da mit Wellengang zu rechnen ist.



Danach setzen wir uns eine Weile nach draußen und beobachten das Geschehen. Unter anderem wird mit dem gleichen Schlauch, denn der Hund vor zwei Tagen abschlecken durfte das Frischwasser im Schiff nachgefüllt. Lecker! Naja, was uns nicht umbringt, macht uns stark, pflegt man doch immer zu sagen. So langsam treffen auch anderer Safaristen ein und darunter auch einige Deutsche.

Als es dann gegen halb 12 losgeht, erklärt uns der deutschsprachige Guide Martin die wichtigsten Dinge und vor allem , dass die Walsafari nicht 100% bedeutet, dass man Wale sieht oder verschiedene. Es wird allgemein nach Meereslebewesen Ausschau gehalten und wenn eben gerade Delphine im Walgebiet schwimmen, werden eben diese eingekreist.

Als es dann darum geht wie sich alle verhalten sollen, wenn Tiere gesichtet werden, fragt eine Deutsche, wohl etwas blöde Frau, wie viele Wale man sehen wird und ob die in Gruppen kommen würden, Daraufhin meint Martin nur, dass die Wale nacheinander herangepfiffen werden und fotografiert werden können.

Die gleiche Frau stellt dann bei den Sicherheitseinweisungen zu den Schwimmwesten noch die glorreiche Frage, wie oft schon die Leonora (unser 50jähriges Schiff) eine solche Evakuierung benötigt hat, daraufhin antwortet Martin, dass das Schiff schon zweimal gesunken ist und danach wieder gehoben wird.




Alles in allem sollte es mit Martin wohl zumindest einen Spaßvogel an Bord geben. Lustig fand ich auch, dass ein Pärchen mit Hund sich nach dem besten Liegeplatz für den Hund erkundete und fragte, wie sie sich bei den Rettungsmaßnahmen verhalten sollten. Martin antwortet schlicht, dass der Hund natürlich zuerst die Rettungsweste anbekommt und dann alle anderen ;-)

Pünktlich um 12 Uhr legen wir ab und ich merke schnell, dass es gut war sich warm angezogen zu haben. Meine Hände sind binnen Minuten wieder Eisklumpen.



Doch vergesse ich die Kälte etwas, als wir das Naturschutzreservoir der Papageientaucher erreichen, welche zum Glück dieses Jahr noch da sind. 2007 waren sie bis 05.August, 2008 bis 11. August noch da, bevor sie in wärmere Gebiete zogen.



Die kleinen süßen Vögel muten etwas wie traurige Clowne an, und richtig lustig nutzen sie die Wellen und den Gegenwind um etwas tollpatschig zum Fliegen zu starten. Teilweise kommen die kleinen richtig nahe und so lassen sich schöne Aufnahmen selbst mit unserer Kamera machen.





Ein wenig später biegt das Schiff zwischen der Papageientaucherinsel und einigen Klippen ein, wo wir die Seehunde und einen kleinere Varianten der Kormorane sehen. Alles lässt sich recht gut fotografieren und man merkt, dass der Kapitän gewillt ist, nicht zu nahe ranzufahren um nicht zu störend zu sein.



Wir drehen wieder um Richtung Andoy und des Pyramidenberges und fahren bestimmt 1,5 Std nur geradeaus. Zwischendurch holen wir uns etwas Kaffee und essen unsere Kekse. Die Kekse des Schiffes sind eh recht schnell vergriffen. Mich überkommt danach ziemlich die Müdigkeit und so nicke ich an der Reling sitzend ständig ein.

Bis irgendwann jemand "Blow" ruft und ich erst jetzt merke, dass jemand in den Ausguck geklettert ist.



Am Horizont lässt sich ein recht schmale Silouette und ab und an ausgeblasenen Luft ausmachen. Doch als wir den Wal einigermaßen nahe sehen, setzt er zum Tauchen an und verschwindet, wie sich später noch zeigen soll, komplett.



Wir bekommen von den Guides Instruktionen, dass es sich um einen Pottwal handelt, welcher gute 30 bis 35 min am Stück tauchen kann. Wir lassen uns also im Wasser treiben und warten auf den nächsten Showdown. Leider zeigt sich nach 30min kein Pottwal und so heisst es weiterhin Geduld haben.

Doch schon kurze Zeit später tauscht ein weiterer auf denn wir recht schnell anfahren und aus nächster Nähe sehen können. Auch das Abtauchen ist ein Highlight, wobei ich mich ärgere es nur durch den Bildschirm der Kamera zu sehen, welche zudem viel zu lange zum Speichern brauchte und somit den wichtigsten Moment nicht einfangen konnte.



Ich beschließe für den nächsten Wal auf Serienbild zu stellen, damit wir hoffentlich mehr Glück haben. Wir warten wieder geschlagenen 20 min bis angeblich ein weiterer Wal zu sehen sein soll, den wir allerdings nicht wirklich orten können. Erst als wir recht nahe kommen, können wir ihn sehen und die Guides erzählen, dass dieser Wal schlafen würde und deshalb auch so selten atmen würde.



Dieser atmet gerademal aller 4 Min und bewegt sich kaum. Er liegt eher wie ein Stein im Wasser. Irgendwann scheint er aufzuwachen und abzutauchen, doch lässt er die Flosse nicht hochgehen, sodass er an der Oberfläche bleibt und einfach seine Nase an der Oberfläche hängen lässt bevor er wieder in die waagerechte geht.




Nebenbei entdecken wir etwas weiter weg einen anderen Wal, welcher gerade am abtauchen ist. Wir umkreisen den schlafenden Wal bestimmt 20 min bevor er mehr Regung zeigt und nach einem kräftigem Atemzug zum Tauschgang ansetzt, Hier gelingt es mir nun auch die richtigen Momente, dank Serienbilder, festzuhalten.



Wie auch schon beim ersten Wal applaudieren die Safaristen und sind zufrieden die Geduld belohnt bekommen zu haben. Wir machen uns auf den Rückweg und entdecken wenig später noch einen weiteren Wal, den wir aber nicht schnell genug anfahren können und nur nochetwas weiter weg abtauchen sehen.



Nun soll es dann so langsam auch die Fischsuppe, bzw. Tomatensuppe für nicht Fischesser, geben, welche bereits nach kurzer Zeit ausgegeben wird.



Irgendwie scheint aber die Tomatensuppe nicht bei mir anzukommen, sodass ich etwas entnervt bin, zumal wir uns extra hinsetzen sollten, da man allen ihre Suppe bringt. Ein deutscher Nachbar geht dann hinein und bringt mir, da er wohl das gleiche Problem hat die Suppe mit, was sehr nett ist. Ich versuche seine gute Tat etwas später wieder wertzuschätzen, indem ich die Tassen seiner Familie zurückbringe.

Es wird nun an Deck auf der Rückfahrt zunehmend kälter, wobei Mr. O mir schon seinen Fleece gegeben hat und er felsenfest behauptet nicht zu frieren. Er ist aber andererseits auch nicht böse, als ich in die gewärmte Stube gehen möchte, um mich aufzuwärmen. Im Inneren läuft gerade die Präsentation der heutigen Bilder und Ereignisse auf Englisch, wobei ich auf einer Couch eine Runde einnicke, während Mr. O tapfer Bilder schaut und steht.

So ziemlich zum Ende der englischen Präsentation wache ich dann wieder auf und geselle mich zu Mr. O. Als der Guide dann erklärt, dass die Bilder auf einen USB-Stick für 200NOK zu kaufen sind, schlagen wir zu, denn mit unserer Kamera gibt es solche Bilder nicht. Alle sollen auch einen kleinen Fragebogen rund um die Vesterâlen und die Arctic Wahle Tour beantworten. Nun folgt dann die deutsche und zugleich niederländische Präsentation der Bilder, währenddessen ich bereits den Fragebogen ausfülle. Nach der Präsentation gibt Mr. O die Fragebogen ab und erhält dafür einen Aufkleber. Da mir immernoch zu kalt ist, bleibe ich in der warmen Stube, währenddessen Mr. O raus an den Bug geht und sich die kalte Luft um die Ohren wehen lässt.



Etwas später sehe ich dann durch die Seitenfenster dass wir bereits in Stø einlaufen und geselle mich raus zu Mr. O, welcher mir verkündet, dass wir froh sein sollten, dass das Wetter heute morgen besser aussah als jetzt, denn dann wären wir sicherlich nicht gefahren, weil wieder Nebel aufkommt. Da man den Horizont des Meeres aber noch gut sieht, denke ich, dass wir trotzdem gefahren wären.

Langsam legen wir mit der Leonore an und steigen im Entengang vom Schiff. Unser Magen ist mittlerweile recht leer und so essen wir recht schnell zu Abend etwas Brot mit Fischvariationen. Danach laden wir die Bilder von unserer Kamera und von Stick und ich verfasse den heutigen Bericht über unsere Walsafari.

Zum Nachtisch gibt es heute Chips und Fruktnøtt (Schokolade). Ich werde gleich nochmal runter gehen und Silver etwas Öl auf die Kette geben und die Fischdosen wegwerfen, bevor ich mich zu Mr. O ins Bett geselle.

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06. August 2009 - Stø - Bø - Stø

Gegen halb acht stehen wir auf und erblicken aus dem Fenster, dass die beiden Berge von einigen Nebelschwaden umzogen sind.



Diese ziehen zwar recht schnell vorbei aber irgendwie scheint draußen eine richtige Suppe zu hängen. Auf dem Weg zur Toilette erblicken wir dann auch schon das heutige Dilemma. Eine Mega-Nebelwand hängt über dem Meer und scheint sich nicht im Geringsten aufzulösen. Die seichten Nebenschwaden rund um die beiden Berge sind noch ein Kinderspiel dagegen.



Frohen Mutes, dass die Suppe sich die nächsten 3 Stunden bestimmt noch auflöst machen wir uns Frühstück, wobei es heute mal den Erdbeer-Trinfjoghurt und Norwegische Heiße Schokolade. Ersteres erscheint Mr. O etwas sauer, sodass er schon annimmt, der Joghurt ist schlecht geworden, was ich aber nicht bestätigen kann. Die Heiße Schokolade schmeckt im Vergleich zur Deutschen weitaus besser, denn sie enthält bereits Milchpulver und kann somit auch mit Wasser statt Milch aufgegossen werden.

Nach dem Frühstück machen wir uns dann so langsam abfahrtbereit, wobei ich aufgrund der Kälte schonmal die Funktionsunterwäsche angezogen habe und zum dicksten Fleece gegriffen habe. Mr. O lässt zwar die Funktionsunterwäsche weg, greift aber ebenfalls zum dicksten Fleece.



Als wir am Arctic Whale Center ankommen bin ich eigentlich frohes Mutes, denn es sind viele Leute da, die wohl ähnlich wie wir zur Walsafari wollen. Im Center erfahren wir dann aber, dass die Safari abgesagt werden muss, da der Nebel den ganzen Tag nicht wegziehen wird, weil kalte Winde vom Westen auf die warme Landluft aus dem Osten treffen. Dem Satelitenbild zufolge ist das komplette Nordmeer Nebelverhangen und klärt sich auch nicht wie in den meisten Fällen auf.

Morgen soll der Wind aber drehen und somit warmer Wind mit warmer Landluft gemischt sein, sodass sich der Nebel nicht mehr bilden sollte. Wir sind recht traurig, lassen uns aber einfach mal auf die Liste für morgen schreiben und besorgen uns nebenan im Café eine weitere Übernachtung in unserem Zimmerchen, was natürlich bitter ist, aber was solls. Wenn wir schon hier sind, wollen wir nicht all zu schnell aufgeben und versuchen somit morgen erneut unser Glück.

Damit wir den Tag nicht ungenützt lassen werfen wir schnell den Laptop an und Mr. O programmiert eine kurze und eine lange Ersatztour ins Navi ein, wobei wir uns auf Grund der fortgeschrittenen Zeit für die kürzere entscheiden, da die 200 km heute noch realistisch zu schaffen sind. Gegen 11:30 geht es los Richtung Myre, wobei schnell ersichtlich ist, dass nur direkt an der Küste ordentliche Nebelschwaden sind, welche zum Teil an den Bergen festhängen.



Ansonsten herrscht im Landesinneren blauer Himmel mit leichten Schleierwolken. Wir verlassen die Øksnes-Komune, um kurz durch die Sortland-Komune erneut ein Stück Øksnes-Kommune durchqueren, bevor wir einen recht feuchten Tunnel durchqueren und in die Bø-Komune einfahren.




Hinter dem Tunnel halten wir kurz an, denn es gibt vom dortigen Rastplatz einen tollen Panorama-Ausblick. Wir folgen der kurvigen Straße nach Eidet und biegen dann rechts in die beiden Fischerdörfer Nykan und Hovden ab. Je näher wir den beiden Dörfern kommen, desdo nebliger wird es wieder.

Nykan liegt dann schon komplett im Nebel und es ist wieder erstaunlich kalt geworden. Wir zweigen aber dennoch Richtung Hovden ab, welches wir gute 10 km später erreichen.

Hovden ist ein wirklich kleines Fischerdörfchen mit recht vielen Gestellen, auf denen der Stockfisch getrocknet wird. Wir sind aber scheinbar zu spät um diese hängen zu sehen, denn die wirkliche Trockenzeit ist im Juni.

Als wir so Richtung Hafen fahren, kommen wir aber an einer großen Halle mit geöffneten Toren vorbei, wo gerade der bereits getrocknete Stockfisch von zwei Arbeiterinnen auf Europaletten gestappelt wird.



Am Eingang steht bereits eine fertige Stiege mit einem Schild "40/50 Kongsfjord" Ich frage kurz nach ob ich Fotos machen darf und die Mitarbeiterin nickt freundlich, sodass ich gleich ein paar Nahaufnahmen und natürlich auch der gesamten Halle mache.



Mr. O steigt dann auch noch vom Bike und ist überrascht von den Massen, die dort in der Halle liegen und auch bereits auf Paletten gelegt wurden. Wir fahren nochmal kurz im Hafen und im Dörchen umher, bevor wir uns auf den Rückweg machen und wieder den wärmeren nebelfreien Zonen entgegenstreben.

In Eidet fahren wir dann weiter nach Straume und Reine mit tollen Aussichten auf die Nebelformationen an den Bergen und über dem Wasser.

Kurz hinter Reine muss ich dann aber doch mal kurz stoppen, da meine Blase sich bemerkbar macht, wobei wir nebenbei Aussicht auf die Berge von Stokmarknes haben.



Kurzentschloßen tauschen wir die Motorräder und Mr. O fährt die GS, während ich mich auf der weitaus ruhigeren F800S gütlich tue. Wir Folgen im Grund immer den befestigten Straßen. Als das Navi uns einmal einen anderen Weg vorschlägt, lassen wir diesen lieber unberücksichtigt, da er nur noch aus Schotter besteht, was kein Zuckerschlecken ist.



Irgendwann kommen wir dann wieder nach Straume und fahren rechts zurück Richtung Sortland um später wieder nach Myre abzuzweigen, wobei Mr. O dieses Mal nicht den direkten Weg, sondern über Alsvâg wählt, welcher kurzzeitig einen schönen Ausblick auf Andøy gewährt. Die Strecke ist schön zu fahren und sehr kurvig, wobei ich so langsam merke warum Mr. O ab und an Rückenschmerzen hat, denn die sportliche Haltung strengt doch erstaunlich an. Im Myre angekommen tanken wir die Bikes wiedermal auf und gehen im Rema 100 unser heutiges Abendbrot kaufen.

Sodann geht es auch schon zurück nach Stø wo wir gegen halb fünf ankommen und noch schnell im Arctic Whale Center nach der Wetterlage fragen welche sich bis jetzt immernoch ohne Nebel halten soll. Bezüglich des Internetanschlusses kann ich leider nichts herausfinden. Angeblich haben die Familien in der Nr. 3 und 4 ein Passwort für das W-Lan.

Zurück im Zimmer müssen wir ersteinmal etwas lüften, denn das Zimmer ist schon wieder recht warm und stickig. Danach wechseln wir in bequemere Klamotten. Mr. O schaut derweil im Laptop wie wir unsere Route auf die Lofoten evtl.doch nochmal umplanen und speichert die heutigen Wegpunkte des Navis. Ich mache uns die Kjottpølser heiß und gebe diese zum Kartoffelsalat auf die Teller. Mr. O ist die erste Wurst nicht warm genug, aber zum Glück kann ich mit der zweiten punkten.

Nach dem Essen überkommt Mr. O die Müdigkeit während ich etwas fernsehe, die Bilder von der Kamera lade und die wenigen erlebnisreiche dieses Tages in Worte fasse. Ich frage noch schnell bei der Familie im Zimmer 3 und 4 nach dem W-Lan Passwort und et voilá wir haben Internet. Somit kann ich den daheimgebliebenen erste Zeilen und Fotos schicken. Mr. O's Eltern sind leider gegen 20 Uhr noch unterwegs, aber vielleicht, haben sie später noch die Möglichkeit mit uns zu skypen.

Der Nebel schien sich eben etwas aufzulösen, da man ganz gut die Sonne sehen konnte. Momentan ist es aber wieder ein recht graue Suppe, welche zumindest den Campingplatz sichtbar werden lässt. Die beiden Berge sind hingegen komplett verschlungen.

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05. August 2009 - Sortland-Stø

Es scheint heute Nacht gar nicht richtig dunkel geworden zu sein, zumindest war es beim Einschlafen hell und auch das Aufwachen war bei helllichtem Tage. Dieses Mal sind wir neben dem Geschwaffel der Schweizer Radfahrer aber eher von der Sonne aufgewacht, da das Zelt unsagbar warm wurde und wir erst einmal die Seitenfenster öffnen mussten, damit es halbwegs erträglich ist. Es ist kaum zu glauben, aber wir haben tatsächlich keine Regenwolken am Himmel.

Mr. O will noch schnell die Wegpunkte des Navis auf den Rechner ziehen doch gelingt dies nur bedingt, da der Akku nur noch 10 min hält und Mr. O recht schnell vor einem schwarzen Bildschirm sitztt. Ich schlage deshalb vor, dass wir unser Frühstück in der Nähe der Waschküche und den Steckdosen verbringen, damit wir die Kiste wieder zum laufen bringen.

Glücklicherweise gibt es da auch ein paar Campingstühle, sodass wir halbwegs bequem frühstücken können. Leider führt neben der Waschküche auch der Weg zu den Toiletten weshalb wir etwas wie auf einem Präsentierteller sitzen. Aber egal da müssen wir jetzt durch.

Nach dem Essen fange ich schonmal an die Schlafsäcke, Kissen, Decken und Matratzen einzupacken. Als nach gut einer dreiviertel Stunde der Laptop scheinbar immernoch nicht aufgeladen ist, löse ich Mr. O ab, der erst einmal dringenderen Bedürfnisse folgen muss, bevor er seine Sachen verpacken und das Zelt soweit abbaubereit macht.



Wir beschließen den Laptop nicht komplett aufzuladen und die restlichen Sachen einzupacken. Letztendlich fahren wir gegen halb elf los Richtung Stø, wobei uns das Navi über Myre führt, wo wir zu einem Tiefstpreis von 11.45Nok tanken, obwohl Mr. O das für Überflüssig hält.

Die Strecke nach Myre ist übrigens wieder ein Hingucker schlechthin, sodass wir nur mit 50 km/h entlangzuckeln und ab und an ein Foto machen.



Nach Myre geht es dann mit Blick auf Andøy und seine durch das Sonnenlicht blau schimmernde Küste durch das Moorland zum lustig klingenden Ort Klo und dann westlich weiter nach Stø, wo wir recht deutlich darauf aufmerksam gemacht werden, wo die Walsafaris starten.



Als wir am Arctic Whale Center ankommen steht eine riesigen Menschentraube gerade vor einem Trawler und bekommt die Einweisung.



Wir gehen in den Center hinein und fragen nach einem freien Termin, wobei für uns der morgige Tag vollkommen ausreichend ist. Uns wird für morgen eine Teilnahme garantiert, nachdem wir unsere Daten hinterlassen haben. Wir sollen morgen um 11 Uhr spätestens am Center sein und um 12 Uhr geht es los. Die Fahrt dauert dann 7 Stunden und es gibt einen kleinen Snack und Suppe inklusive.



Wir gehen wieder raus uns schauen dem mittlerweile beladenen Trawler beim Ablegen zu, wobei Mr. O nur zustimmend das Ablegemanöver befürwortet und hinzufügt, dass eben viele Sachen bei kleinen und großen Booten gleich sind. Das Schiff fährt nun langsam aus dem Hafen, während wir uns auf der Suche nach einen Bleibe machen, wobei wir ersteinmal den Ratschlag einer Dame aus dem Arctic Whale Center folgen und bei einem ortsansässigem Hüttenvermieter nachfragen.



Leider ist dort nur die Übernachtung für eine Nacht möglich und nicht für zwei, weshalb wir weitersuchen. Auch der Campingplatz ist nicht wirklich eine Option, denn dieser scheint eher auf Wohnmobile und Carawananhänger ausgelegt zu sein. Der Boden ist zumindest plan aber steinig und somit spaßig für die Heringe.

Wir fahren also zurück und halten Ausschau nach weiteren Hütten, wobei auch das Sjøhus am Hafen keine wirklich Möglichkeit zu bieten scheint. Zumindest sieht man nicht, wo sie sein soll und richtig attraktiv sieht es auch nicht aus. Selbst auf der Fahrt zurück Richtung Klo lässt sich nichts finden, sodass wir die letzte Alternative nutzen und im Café des Arctic Whale Centers nach einem Raum für 2 fragen. Glücklicherweise ist tatsächlich für zwei Nächte noch was frei und so nehmen wir für insgesamt 1100 Nok das Zimmerchen mit kleiner Küche und TV in Reichweite der Walsafari.



Im Raum angekommen entladen wir erst einmal schnell die Bikes und fahren kurze Zeit später nach Myre um unsere etwas gebeutelten Geldreserven aufzufüllen und etwas leckeres für den Abend zu kaufen. In Myre entdecke ich auch die beiden Holländer wieder, welche gerade nach Stø abbiegen.

Nach dem Geldholen fahren wir weiter zum Rema 1000 und holen uns Reis mit Thai Curry und Hühnchenfleisch, sowie hoffentlich genug zu trinken und ein paar Leckereien wie Trinkjoghurt (Jordbaer - Erdbeere) und Haribo's. Da es doch recht warm ist, beschließen wir uns auf den Rückweg zu machen, was aber schon an der nächsten Kreuzung hinfälig wird, als wir beschließen nach Nyksund zu fahren.

Leider stellt sich recht schnell heraus, dass die Straße ihr besten Zeiten hinter sich hat und überall losen Schotter rumliegt. Das freut natürlich Mr. O's Herz ungemein, aber zum Glück war es ja auch zu einem großem Teil seine Idee.



Die Fahrt nach Nyksund ist landschaftlich wieder ein Traum, obwohl das Örtchen selbst eher baufällig und wenig spektakulär scheint. Von hieraus gehen wohl einige Eismeerfahrten los ehr aber auch nicht.





Auf dem Rückweg begegnen uns dann auch ein paar Schaafe auf der Straße und irgendwann sind wir auch wieder auf besser befahrbarer Straße, welche Richtung Stø wieder durch das moorähnliche Land führt.



In unserem Raum checken wir erst einmal etwas die Lage und machen uns später mit reichlich Sonnenschutzcreme auf den Weg zum Campingplatz, wo wir weiter zu einem kleinen Aussichtspunkt der Hafeneinfahrt laufen um dort einen Weile im Sonnenlicht zu sitzen.







Danach laufen wir zurück zum Arctic Whale Center und kaufen uns Cola und Arctic Water, wobei letzteres Mr. O recht gut schmeckt, da es Zitronengeschmack enthält ohne großartig Zucker zu verwenden. Also letztendlich genauso, wie wenn mach zuhause frischgepressten Zitronensaft in kalten Wasser gibt.



Gegen 18 Uhr gehen wir ins Zimmer und ich mache uns die indische Köstlichkeit, wobei Mr. O im Lofotenbuch die nächsten Ausflugsmöglichkeiten beschreibt.

Nach dem Essen suchen wir uns dann die möglichen Unterkünfte der nächsten Tage heraus und programmieren das Navi dementsprechend.

Danach laden wir noch die Bilder von der Kamera. Während ich den Bericht für heute schreibe kämpft Mr. O mit den Packtaschen um uns das heutige Nachtlager zu bereiten, welches mal nicht aus aufgeblasenen Matten sondern einer richtigen Federkernmatraze besteht.

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04. August 2009 - Mosjøen - Sortland

Schon um halbsechs sind wir putzmunter und drehen eine kleine Toilettenrunde. Ich kann daraufhin erstmal nicht mehr schlafen und schnappe mir den Fotoapparat um die mystisch anmutenden Wolkenformationen festzuhalten.



Danach nehmen ich mir die Waschsachen und die Duschkarte um mich frisch zu machen, wobei ich feststellen muss, dass es trotzdem nur kaltes Wasser gibt und die Duschkarte kaum ihre Funktion erfüllt.

Zurück im Zelt ist Mr. O nochmal eingeschlafen und so geselle ich mich dazu und nicke ebenfalls nochmal weg. gegen 7:15 kann dann auch Mr. O nicht mehr schlafen und vesucht sein Glück mit der Duschkarte.

Er hat zwar warmes Wasser aber nur für 1,5 min statt 3, sodass er letztendlich doch etwas kalt duschen muss. Ich räume derweil schon das Innenleben des Zelts zusammen und bereite das Frühstück vor.

Heute gibt es lecker Nugatti und Marmelade sowie Salami und Brot. Neben uns zofft sich derweil ein italienisches Pärchen, wobei uns der Mann schon langsam leid tut.

Pünktlich um 9:00 sind wir abfahrbereit und stellen einen neuen Rekord auf, was das zusammen räumen und losfahren betrifft. Erstaunt stellen wir dennoch fest, dass es einige gibt, die in Norwegen auf Wanderwegen alleine unterwegs sind und ihr komplettes Hab und Gut auf dem Rucksack tragen.

Wir fahren noch schnell an die Tanke und finden in einem der nächsten Orte auch einen "minibanken" (Geldautomat) und machen uns sodann auf den Weg Richtung Mo I Rana.

Irgendwann überholen wir dann auch wieder die Chopperfahrer aus Berlin und Umland, an denen wir gestern schon vorbeigefahren sind.



Wiedermal vertreibe ich mir die Zeit mit filmen und fotografieren, sodass ich fast überrascht bin, als wir plötzlich den Polarkeis erreicht haben. Dieser Ort zieht die Touristen magisch an, denn Busseweise werden sie hier auf das Polarkreiscenter losgelassen.





Sicherlich weil jeder den zuhaus gebliebenen Zeigen will, wo er war, schreibt jeder zweite auch eine Postkarte und wirft sie in den überdimensionierten Briefkasten.



Die berühmte Stele mit dem Globus ist eines der begehrtesten Objekte, doch auch wir erhaschen ein Foto trotz des Massenandranges.





Da wir im Center dann etwas länger brauchen, um ein Certifikat, ein T-Shirt, 2 Anhänger, ein Elchschildkissen und 2 Aufkleber zu kaufen, erleben wir die Stele etwas später nahezu menschenleer, was wir sogleich ausnutzen. Ich drehe noch einen kleinen Film und fotografiere die andere Statue bevor es weiter geht.





In Faukes benötige ich dann aber dringend eine Pause, denn mir fallen merklich die Augen zu. Außerdem ist mir bei guten 23°C doch so langsam zu bullig unter der Motorradjacke.

Es wird Zeit den Fleece und die Sturmhaube loszuwerden und das schöne Wetter zu genießen. Schön ist der Pausenplatz am Hafen zwar schon, leider wurde dort gerade eine Rentnerversammlung eines Reisebusses aus Frankfurt/Main ausgeschüttet, was dann doch nervig ist.

Richtig blöd ist vorallem das der Reisebus direkt vor uns losfährt und wir diesen erst noch wieder auf der kurvigen Strecke überholt bekommen müssen.

Dies schaffen wir aber dann doch recht schnell. Jetzt heißt es aber auch die nächsten 50 km Boden gut zu machen, denn Mr. O muss bald tanken und ich dringend aufs Örtchen, wobei der Bus uns nicht einholen soll.

Irgendwann kommt dann nach 50km auch die Tankstelle welche mit einem horenden Preis über 13 NOK natürlich der Abgelegenheit Tribut zahlt. Bezahlen müssen wir dieses Mal nicht mit der Kreditkarte vor dem Tanken, sondern drinnen im Einkaufsladen und zwar erst nach dem Tanken, was super für mich ist, da es dort eine Toilette gibt. Wieder draußen macht Mr. O ordentlich Dampf, da der Bus naht. Wir sind aber vor ihm wieder auf der Strecke und düsen weiter Richtung Lødingen, wo wir laut Mr. Os Umprogramierung am Navi um 15:45 ankommen sollen.



Ich folge dem Navi also in vollem Glauben auch runter von der E6, bis Mr. O im Rückspiegel verschwunden ist. Ich drehe um und entdecke ihn weiter vorne wo er bereits auf mich wartet und genervt fragt, wo ich denn hinwolle. I

ch kapiere die Welt nicht mehr, denn wie ich es auch mache, mache ich es falsch. Dieses Mal wäre es, im Gegensatz zu sonst, richtiger gewesen der E6 zu folgen. Wir fahren nun also auf der richtigen Strecke weiter und begegnen den Holländern von der Color Fantasy. Auch sie scheinen es nicht in weniger als drei Tagen geschafft zu haben, auf die Lofoten zu fahren. Am Fähranleger angekommen, stellen wir fest, dass die Fähre gerade weg ist. Die nächste fährt aber schon in einer Stunde und so hole ich mir ein Eis und Mr. O checkt die Karten. So langsam trudelt dann auch der Frankfurter Bus wieder ein.



Als die Fähre dann kommt spukt sie förmlich Massen an LKWs und Autos aus. Es scheint auch, dass sie die Fähre erstmal lüften, denn beide Ladeklappen werden geöffnet.

Kurze Zeit später können wir dann auch auf die Fähre fahren, wo bei wir die Räder schräg platzieren sollen.



Das Autodeck darf während der Überfahrt nicht betreten werden, deshalb versuchen wir die Bikes etwas mit 1. Gang und festgezurrter Bremse zu fixieren und lassen sie dann mit einem etwas mulmigem Gefühl zurück.



An Deck haben wir dann aber eine sehr schöne Aussicht und als Mr. O entdeckt, dass man auch nach hinten durchgehen kann. So können wir der Rentnerreisegruppe aus Deutschland etwas entfliehen. Leider wird das hintere Deck gerade maschinell vom Rost befreit, was einen tierischen Lärm macht. Irgendwann hört dieser dann aber auch auf und so genießen wir einfach nur noch die traumhafte Aussicht auf eine unbeschreibliche Landschaft.



Kurz vor dem Erreichen von Lødingen streben alle wieder Richtung Autodeck, was ersteinmal zu tierischem Stau an der Treppe führt. Wir wollen mittlerweile einfach nur noch zu unseren Bikes und sind froh, dass sie standhaft geblieben sind.

Runter von der Fähre fahren wir Richtung Sortland, wobei ich kurz am ersten Campingplatz Halt mache, wo wir beschließen noch etwas weiterzufahren. Erneut überholen wir ein paar Wohnwagen und einen LKW. In einem Kreisverkehr zeigt das Navi leider etwas Blödsinn an, sodass ich zu spät auf die Schilder achte und wir einen Ehrenrunde drehen.

Leider bedeutet das erneut den LKW überholen zu müssen, was Mr. O, wie er mir später sagte, fast zur Weißglut bringt. Gegen 19 Uhr kommen wir in Sortland Camping an und zahlen den derzeitigen Höchstpreis von 200NOK für unser Zelt.

Leider bemerken wir erst später, dass dieser Campingpltz eher schlecht für Zelte geeignet ist. Nirgends ist eine ebene Fläche zu finden und an Sitzmöglichkeiten ist schon gar nicht zu denken.



Wir beschließen deshalb nur eine Nacht zu bleiben und lieber Morgen nach etwas schönerem am Wasser zu suchen, wo wir mehrere Nächte bleiben. Zum Abendbrot gibt es Nudeln mit Basilikumsauce und etwas Salami. Da es schon 9 Uhr ist und merklich kalt wird, verziehen wir uns ins Zelt, wo Mr. O etwas vorschläft und ich die heutigen Zeilen verfasse.

Es ist jetzt halb elf und immer noch taghell, was zwar seltsam aber auch ungemein praktisch ist, wenn mann hier so vor sich hin tippt.

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03. August 2009 - Magalaupe (Oppdal) - Mosjøen

3. August - Magalaupe (Oppdal) - Mosjøen

Früh am Morgen setzt das altbekannte leichte Plattern auf dem Zelt ein und uns wird wiedermal bewusst, dass wir in Norwegen sind, wo Regen eben auch dazu gehört. Doch ist es nur ein kleiner Schauer und somit ist das Zelt nicht wirklich feucht. Da wir am abend schon gegen 21 Uhr geschlafen haben und außer der kleinen stabilisierenden Maßnahme am Zelt keinen Zwischenfälle hatten, konnten wir weitestgehend durchschlafen.

Um halb acht halten wir es aber dann doch nicht mehr aus und machen uns ein kleines Frühstück mit Kaffee, heiße Schokolade und Kekse um danach relativ schnell all unsere Sachen zu packen und schon um 9:19 vom Campingplatz zu fahren. Wir haben uns sicherheitshalber die Regenkombis angezogen, denn es tröpfelt jetzt stärker und bei den düsteren Farben des Himmels wissen wir nicht, was da noch so runterkommen wird.



In Oppland lösen wir nun auch endlich unser Brot- und Getränkeproblem, wobei sich letzteres etwas als neues Problem erweist, da wir die 4x1,5 Liter erst einmal verstauen müssen. Letztendlich verzurren wir das 4er-Pack auf meiner Packrolle und nehmen den heutigen Tag in Angriff.

Glücklicherweise zeigt sich bald, dass der Horizont sehr viel heller ist und so wird das Wetter von Kilometer zu Kilometer immer besser. In Trondheim sind dann auch die letzten Regentropfen gänzlich verschwunden und die eine oder andere leicht blaue Stelle wird sichtbar.

Wir passieren Trondheim recht schnell und folgen der E6 noch gute weitere 20 km um an einer etwas günstigeren Tankstellen den Bikes wieder etwas Saft zu geben.

Die E6 entwickelt sich nun so langsam von einer 6- und 4-spurigen Schnellstraße (max. 90km/h) zu einer kurvigen Landstraße, auf der die 80km/h vollkommen ausreichen, um dennoch Spaß in den Kurven zu haben.

Bis auf die paar Male, wo wir LKWs oder Wohnmobile überholen sind wir relativ allein unterwegs. Nach guten 280 km machen sich die Knochen aber dann doch etwas bemerkbar und meine Knie haben genug von den, durch die Regenkombi, rangepressten Knieschonern. Es sind mittlerweile 23°C geworden, was man sich heute morgen wirklich nicht vorstellen konnte. Somit wird es Zeit den etwas entfernteren blauen Wolken genug Vertrauen zu schenken und die Regenkombis einzupacken.



Da es inzwischen 14:30 ist und die Kekse von heute Morgen so langsam doch nicht mehr für einen gefüllten Magen sorgen, nutzen wir die kleine Pause um etwas vom frisch gekauften Brot und der Salami zu essen. Getränketechnisch sind wir weiterhin auf die letzte Caprisonne angewiesen, da wir unsere gerade verzurrten Cokes lieber nicht anrühren.

Weiter geht es wiedermal auf der E6, wo ich mir die Zeit etwas damit vertreibe Mr. O zu filmen und ab und zu während der Fahrt ein Bild von der Landschaft zu machen. Zum ersten Mal kommen wir nun auch mal in den Genuss der "Manuellen Verkehrsregelung".

Hierbei darf man eine einspurige Baustelle erst durchfahren, wenn ein Auto mit einem "Bitte Folgen" Schild einem dies erlaubt. Es werden dabei immer so viele Autofahrer mitgenommen, wie gerade angekommen sind. An einer Baustelle sehen wir gerade das Ende der Schlange etwas weiter voraus über den Hügel fahren und zumindest ich denke mir, dass wir etwas zu spät sind, doch das freundliche Mädel winkt uns noch durch, sodass wir zur geführten Gruppe aufschließen können.

Gegen 16:15 erreichen wir das große Eingangstor nach Nordland, was uns sehr freudig stimmt und was natürlich auf einen Foto festgehalten werden muss.





Mr. O zeigt mir dann, dass im Navi der Mosjøen Campingplatz eingetragen ist, welcher "nur" noch 100 km entfernt ist. Zwar tun uns schon ganz schön die Ärsche weh, aber dieses Etappe schaffen wir mit Sicherheit noch.

Es folgen recht schöne kurvige 70min, in denen noch eine einspurige Baustelle und Unmengen an zu überholenden Wohnmobilen und Lkws sind.



Gegen 17:45 erreichen wir Mosjøen Camping und suchen uns einen schöne Stelle in der Nähe der Waschräume und ergattern eine Tisch-/Sitzgarnitur.



Dann bauen wir noch schnell das Zelt auf und stillen unseren Hunger mit Chinanudeln und Brot mit friesischem Käse. Mr. O checkt derweil die heutigen Wegpunkte und stellt fest, dass wir morgen gut bis an den Entscheidungspunkt der E6 kommen werden, wo sich die Frage der Fährtfahrt auf die Lofoten oder weiter Richtung Narvik stellt.

Er schaut ebenfalls nochmal nach wo wir den Polarkreiscenter finden und programmiert ihn ins Navi ein, damit ich morgen nicht daran vorbeifahre.

Da der Akku vom Laptop mal wieder etwas Saft benötigt, nehme ich ihn mit in die Küche, um zumindest etwas die Akkus aufzuladen, währenddessen ich das Geschirr wasche.

Zurück am Zelt nehmen wir die Wertsachen am Mann und den Laptop und das Navi in die Koffer um kurz in den rewe 1000 um die Ecke zu gehen. Mr. O sucht sich heute mal die Sorlandet Chips mit Kandoori-Geschmack aus, welche er aber später nicht wirklich gut findet.

Wir sitzen noch eine Weile draußen, während ich ein paar Zeilen schreibe und Mr. O langsam darum bettelt ins Bett gehen zu dürfen und behauptet, dass ihn niemand liebt. Schweinerei!!!

Fazit: Es waren heute recht lange 520 km, welche sich nun in Müdigkeit und Verspannung deutlich machen, dennoch erweist sich die E6 als ausgesprochen schön zu fahren, da sie recht kurvig ist und auch landschaftlich ein schönes Panorama bietet.

Als Wohnmobilist kommt man aber sicherlich nicht so schnell voran wie wir, denn die Überholmöglichkeiten halten sich in Grenzen und sind selbst für uns so manchmal eine Geduldssache.

Das Wetter hat sich am Ende doch noch gutmütig gezeigt, sodass ich einen leichten Sonnenbrand im Gesicht durch das Visier bekommen habe. Mittlerweile zieht sich der Himmel etwas zu, aber die freundlichen Mädels vom Campingplatz meinten es sei kein Regen angesagt. Schauen wir mal was so kommen mag.

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02. August 2009 - Oslo-Magalaupe (Oppdal)

Ich kann nur sagen: Oropax ist das Allheilmittel schlechthin. Ich habe geschlafen wie ein Bär und zwar von gut halb zehn bis 4 Uhr ohne aufzuwachen. Ab und zu hatte ich zwar das Gefühl die Waxpads wurden nicht mehr halten, aber kurz andrücken und perfekt saß alles wieder.

Um 4:30 waren wir dann beiden wach und beschließen mal zu sehen, wieweit die Color Fantasy es schon gebracht hat. Kurz den Ferseher eingeschaltet und schon sehen wir, dass die Sonne langsam aufgeht, was wir uns nicht entgehen lassen wollen.

Oben angekommen ist das Sonnendeck menschenleer und nur ein weitere Fotograf nutzt das schöne Licht für die ersten Stunden.



Es dauert keine 10 min und die Sonne lässt die ersten Strahlen hervorblitzen. Ich glaube genau so ein Bild erwartet wohl jeder, wenn er nach Norwegen einfährt. Ich komme mittlerweile aus dem Fotografieren nicht mehr raus, denn die Farben sind wahnsinnig schön und auch mit dem Schiff lassen sich in diesem Licht tolle Aufnahmen machen. So langsam sind auch andere wach und versuchen mit den letzten schönen Lichtstimmungen ein Bild zu erhaschen.





Wir begeben und so langsam wieder in die Kabine, wo wir noch eine weile dösen um uns dann etwas unter der Dusche zu erfrischen. Hier sei angemerkt dass der Duschkopf weitausbesser ausgerichtet werden konnte als der im Intercityhotel. Wir kuscheln uns nochmal etwas zusammen und gehen gegen 6:50 runter zu Grand Buffet. Ähnlich wie beim letzten Mal gibt es einige, die Angst haben das Restaurant verfüge nur über eine geringe Anzahl an Tischen, denn sie drängeln und streben nach vorne ohne Rücksicht. Wir lassen es gemächlich angehen und suchen uns einen Tisch in der Mitte, da die Fensterplätze sowieso schon fast alle belegt sind.

Wie immer gibt es ein großes Frühstücksbuffet, wobei sicherlich die Geschmäcker auf verschiedene Art und Weise angeregt werden oder auch nicht. Die Elchbouletten beispielsweise, waren nicht wirklich so gut und das Rührei recht labbrig. Der Speck dazu hingegen super lecker. Mr. O hollt sich derweil ein Getränk nach dem anderen, was verständlich ist, da wir nur sehr wenig dabei haben und dieses noch den ganzen heutigen Tag reichen muss.

Nebenbei stibitzt Mr. O 11 kleinen Tuben Nugatti für mein zukünftiges Norwegisches Frühstück. Nach einer halben Stunde sind wir gut gestärkt und gehen zurück aufs Zimmer, um alles Sachen zu packen und wieder in die Motorradklamotten zu steigen. Es dauert noch ca. 1h bis das Schiff den Osloer Kai erreicht hat, sodass wir noch Zeit haben etwas an Deck zu gehen und erstmalig den Oslofjord bei Sonnenlicht statt Nebel zu sehen.

Das Schiff ist ziemlich nass überall und wir vermuten schon, dass es zwischenzeitlich geregnet hat, doch letztendlich wurde es nur gereinigt und abgespült.

Wir biegen so langsam zum Kai ein und machen uns auf den Weg zu den Bikes, wo bereits recht viele andere ihr Vergurtungen lösen. Da wir ja wissen, dass es eh noch etwas dauert, bis wir rausfahren können, lassen wir uns Zeit beim Lösen der Gurte. Letztendlich waren wir aber dennoch nicht langsam genug und müssen noch gute 10min warten bis, wir endlich ausfahren dürfen. Etwas erstaunt sind wir über die Fahrerin der neuen F650GS, welche geradeso mit den Zehenspitzen auf den Boden kommt, obwohl das Bike nahezu überladen scheint. Ich hatte echt das Gefühl, dass sie sich auf der Rampe noch flach legt. Da fragt man sich wieder, warum man nicht gleich ne tiefergelegte holt.





Kurz nach dem Rausfahren mache ich noch ein kleines Bildchen des Bugs und dann reihen wir uns auch schon an der Schlange zum "Toll" ein. Dieses Mal stehen lauter "Toll Custumer" und ein "Toll Hund" da. Wirklich süss der kleine, aber natürlich nicht ohne Hintergedanken, denn er schnüffelt ganz unscheinbar jedes Gefährt ab. Nachdem wir endlich durch den Zoll sind, ziehe ich mich noch schnell komplett an und los geht es auf unsere heutige Etappe Richtung Trondheim.

Die E6 ist wie gewohnt am Anfang fiel befahren und wiedermal überholen und LKWs aber was stört's, wir fahren gelassen die erlaubte Geschwindigkeit und gut ist.



Die E6 wird derzeit recht viel bebaut, weshalb wir von einer Baustelle in die andere kommen. In einer der letzten passiert es dann auch dass ich Mr. O zu langsam bin (ja, da stand 40!) und er vorfährt und links auf der E6 bleibt, obwohl das Navi zeigt, wir sollen rechts auf die 3.

Naja was solls denk ich mir, Mr. O sagte ja, wir fahren die E6, also bleiben wir auch da, obwohl das Navi weiterhin zur 3 Straßen anbietet bis wir an einem Rastplatz kurz Pullerpause einlegen.

Ich frage Mr. O ganz nebenbei, ob er tatsächlich die ganze Zeit E6 fahren wollte oder ob er dem Navi einen schnellere Route erlaubt hat. Naja mit seiner Antwort zeigte sich dann auch, warum es doch besser gewesen wäre dem Navi zu folgen. Mr. O hatte gedacht es sei die E6 eingespeichert, hat dem Navi aber die schnellste Route erlaubt. Somit haben wir gerade 1h über den Haufen geworfen und zuckeln nun weiter auf der E6.



In Ringebu legen wir noch einen Tankstopp ein, wobei wie immer erste die Kreditkarte gezückt werden muss. Nach dem Tacken bekommen wir dann aber wieder keinen Beleg, sodass ich einfach mal zur Kasse gehe, welche mir diesen sofort aushändigt.

Kurz hinter Ringebu geht es runter auf die 27 Richtung Folldal. Die Strecke hat mir ja beim letzten Mal schon so gut gefallen und heute können wir sie richtig genießen, zumal die wenigen Autos und Carawans schnell überholt sind und die erlaubten 80 im weitesten Sinne auch ausreichen um flott durch die Kurven zu kommen.

Wir passieren unsere letztjährigen Campingplatz und sichten wieder ein paar Schaafe, wobei sich dieses Mal keines so in den Weg stellt. Das liegt wohl an der Jahreszeit.

Wie auch schon beim letzten Mal ist es auf dem Fjell relativ kühl und karg, wobei die Natur mir noch etwas grüner scheint als im letzten Jahr. In Folldal geht es dann auch schon auf die 29 nach Hjerkinn, wo wir wieder auf die E6 stoßen und in die Kommune der Bisoms eintauchen.

Ich versuche mich derweil im Filmen und Fotografieren während der Fahrt, um mir etwas die Lange Weile zu vertreiben. Auch Gesangsunterricht ist hierbei ein nicht zu verachtendes Heilmittel.

So langsam ist es 16 Uhr geworden und wir machen einen letzten kleinen Stopp an einem WC mit Infotafel über die nächsten Campingplätze. Wir beschließen, uns den ersten mal anzusehen und ggf. dort zu bleiben.

Auch ein Magdeburger fährt dort hin, wobei das kuriose ist, dass wir ihn bestimmt schon zum 4.Mal überholen, was er dann auch schmunzelnd an der Rezeption verdeutlicht.

Die Hütten scheinen hier mit 200NOK recht preiswert, allerdings ist sowieso nur noch eine für 4 Personen und 550NOK frei, welche sowohl wir, als auch der Magdeburgern nicht wollen.

Letztendlich zahlen wir 110NOK was ok ist, obwohl wir auch schon weniger gezahlt haben. Recht zügig bauen wir unser Zelt auf und verstauen alle Sachen.



Wähend Mr. O dem Garmin seine Routenpunkte entlockt, koche ich uns Nudeln mit Gorgonzola-Sauce, welche recht schnell fertig ist, sodass wir auch schnell unsere Mägen füllen können.



Wir kommen etwas ins Gespräch mit den Magdeburgern, welche ebenfalls auf die Lofoten wollen, wo sie sich für eine Woche eine Hütte gemietet haben.

Wir stellen derweil fest, dass wir heute nur 400 km in 6 Stunden geschafft haben und somit nicht umhin kommen die vollen 3 Tage zu benötigen, um auf die Lofoten zu kommen.

Aber egal, uns treibt ja sonst nichts bis auf die Bestätigung, dass es dort oben so toll sein soll. Nachdem das Geschirr auch endlich abgewaschen ist, legen wir uns so langsam ins Zelt.

Es ist draußen merklich kühler geworden und so tut es gut in die Schlafsäcke zu schlüpfen, während draußen der Wind recht ordentlich weht und der reißende Fluss die Geräusche der E6 und des Zugverkehres übertönt.

Auch wenn es erst 20 Uhr ist, sind wir recht müde und machen so langsam die letzten Handgriffe um uns aneinander zu kuscheln.

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01.08.2009 von Kiel nach Oslo

Nach einer mehr oder weniger gut verbrachten Nacht im Kieler IBIS-Hotel sind wir bereits um 6 Uhr wach und schalten als erste gute Tat des Tages die Flimmerkiste an. Schön zusammengekuschelt liegen wir noch gut bis um 8 Uhr im Bett.
Frisch geduscht geht's dann auch schon zum Frühstück, wo wir uns einen Fensterplatz mit bester Aussicht auf den Kieler Hafen suchen, welcher im schönen Sonnenlicht erscheint.

Das Frühstück ist soweit in Ordnung. Die Croissants empfinde ich aber als etwas zu kross, ansonsten "geht's so" wie Mr.O immer zu sagen pflegt.

Gegen 8:45 legt das erste der beiden heute erwarteten Kreuzfahrtschiffe hinter dem Schwedenkai an. Kurz danach folgt dann auch schon die Stenaline aus Göteburg und findet seinen Abschluss mit dem pünktlichem Eintreffen der Color Fantasy, welche wie immer vorher dreht, um rückwärts anzulegen.

Nun ist dann auch bei Mr. O etwas Aufregung und Urlaubsstimmung angekommen, zumal er sich gleich Gedanken, um den weiteren zeitlichen Ablauf macht.

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Noch kurz alle Sachen verpackt und schon gehen wir zu den Bikes, welche erneut vollgepackt und verzurrt werden. Es ist inzwischen 10:30 Uhr und wir machen uns mit einem kleinen Tankstopp auf den Weg zum Norwegenkai, wo Mr. O Eltern bereits auf uns warten und uns lecker Stinkerkäse und einen Riesen-Salami mitgebracht haben.


Wir checken kurz ein, um die Motorräder, wie auch schon im letzten Jahr, unter dem überdachtem Schrankenbereich abzustellen. Hier steht bereits ein deutsches Pärchen mit ihrer BMW und zwei Holländer.


Wir entledigen uns der dicken Jacken, da wir am Rücken schon total durchgeschwitzt sind und halten noch einen kleinen Plausch mit Mr. O Eltern, welche ebenfalls schon recht aufgeregt sind, da sie nächste Wochen auch nach Oslo fahren.

Kurze Zeit später kommt dann noch ein Mitfünfziger mit seiner ziemlich urigen alten GS, welcher weitere Biker durch Norwegen zu führen scheint, zumal sein T-Shirt und sein Bikes mit Aufklebern davon gepflastert sind (Karibu-...reisen).

Kurz vor 12 Uhr geht es dann endlich einen Schritt weiter und wir dürfen, nach schneller Verabschiedung von Mr. O Eltern, zum Schiff vorfahren.


Dieses Mal dürfen wir allerdings nicht gleich reinfahren, da erst noch einige LKW-Anhänger platziert werden. Somit haben wir nochmal die Chance Mr. O Eltern zuzwinken.

Irgendwann geht es aber nach dem Ausfahren der Rampe auch für uns los und wir werden auf den Motorradplätze eingewiesen. Die Plätze sind binnen kürzester Zeit vollgestellt und alle fangen wie wild an die Bikes zu vergurten.


Ich helfe Mr. O ersteinmal mit der F800S, bevor wir dann auch meine sichern. Ich glaube fester können sie nicht mehr verzurrt werden, denn sie bewegten sich kaum noch. Der Wellengang kann also kommen.

Es ist schon fast Tradition, dass wir von allen am längsten benötigen, aber das ist uns ziemlich egal. Mittlerweile sind 20 Bikes auf den Stellplätzen angekommen und wie immer ist BMW die führende Marke. Dieses Mal gesellen sich neben den großen GS'en allerdings gleich 4 Generationen der F650 zueinander.

Auf dem Weg zu unserem Zimmer stellen wir erst einmal fest, dass wir dieses Mal ein Zimmer im Bug statt im Heck haben. Auch der Zimmergang scheint viel breiter zu sein, als beim letzten Mal.


Wir öffnen die Zimmertür und uns erwartet ein komplett anderes Zimmer als erwartet, denn wir haben ein richtiges Doppelbett. das ist vor allem für mich eine riesige Überraschung. Mr. O grinst nur.


Wie auch schon bei der letzten Hinfahrt ist das Zimmer ein Kühlschrank, aber ansonsten schön. Wir ziehen uns kurz um und machen uns auf den Weg zu Sonnendeck, wo wir erstaunt über die Menschenmassen sind.

Im Gegensatz zum letzten Jahr ist der Hubschrauberlandeplatz bevölkert mit Liegen und Stühlen. Eine Sardine neben der anderen. Ein völlig fremdes Bild. 10 min vor 14 Uhr sind wir felsenfest der Meinung, dass das Schiff dieses Mal nicht pünktlich ablegen wird, denn es stehen noch Unmengen an Autoladern im Außenbereich.

Kurze Zeit später werden aber auch diese verladen und der eine oder andere zu spät kommende PKW auf die letzten Plätze verwiesen. So manch einer kommt allerdings mehr al nur zu spät. Sowohl ein Ford Kombi als auch ein Tieflader müssen vor verschlossener Schranke umdrehen.

Eine Familie kommt in letzter Minute am Terminal an und wir sehen sie noch die Gangway entlanglaufen, als die Taue gelöst werden und das Schiff sich langsam vom Pier entfernt. Für diese Familie ist wohl in diesem Moment eine kleine Welt zusammengebrochen. Das ist, denke ich, noch viel schlimmer als den Zug zu verpassen, denn das nächste Schiff fährt leider erst am nächsten Tag und man weiß ja nicht, was sie dadurch noch alles so verpassen. Da hilft wohl nur noch fliegen. Mr. O fragt derweil ketzerisch, ob wir Ihnen zuwinken wollen.

Vorbei an der Stenaline und des MSC sehen wir nun auch das zweite Kreuzfahrschiff "Daphne", welches erstaunlich klein ist. Nach einer guten dreiviertel Stunde erreichen wir Laboe und das Schiff nimmt merklich fahrt auf. Der frische Wind führt nun auch dazu, dass viele Sardinen wieder in ihre Dosen zurückkehren, sodass ein kleines Liegen- und Stuhlchaos zurückbleibt.

Auf dem Boden liegen wahnsinnig viele tote Marienkäfer, welche auf der großen Fußbodenwüste den Menschenmassen vollkommen ausgeliefert sind. Wir beschäftigen uns derweil damit, die auf uns landenden Tierchen zu retten und wenigstens eine hoch erhobene Abflugfingerspitze zu bieten.

Mittlerweile wird auch uns kalt und wir gehen durch das immer wieder beeindruckende Panoramadeck um nach einer geeigneten Essensmöglichkeit Ausschau zu halten.

Letztendlich ziehen wir uns in unser Zimmer zurück, wo wir etwas den Auswanderern nach Kanada zusehen. Gegen 16:45 haben wir dann aber doch etwas Hunger und machen uns auf den Weg zur American Sportsbar, wo wir, wie auch schon beim letzten Mal Burger und Pommes essen und etwas Coke trinken.


Vollgefuttert setzen wir uns danach im schönen Sonnenlicht nach draußen und zumindest ich döse etwas ein, während Mr. O die näher kommende Große-Belt-Brücke betrachtet.


Uns wird dann aber doch etwas zu kalt und wir gehen auf dem Sonnendeck weiter nach vorne. Hier ist es etwas windgeschützter. Gegen 18 Uhr passieren wir die Brücke dann recht schnell, wobei man das Gefühl hat, dass zwischen Schornstein und Brücke nur hauchdünner Platz ist.


Da wir so langsam Durst haben, versuchen wir im überteuerten Einkaufsshop etwas geeignetes zu trinken zu bekommen.


Letztendlich nehmen wir ein 10er Pack Caprisonne und gehen zurück in unser Zimmer, wo ich beginne den heutigen Tag in den Mac zu klimpern und Mr. O sich die norwegischen Routen und Zielpunkte anschaut.

Nun schauen wir noch etwas fern. Ich werde erstmalig heute Nacht mal Oropax ausprobieren, mal sehen ob ich dadurch besser schlafe.

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Es ist endlich soweit...

...und ich eröffne die neue Kategorie Norwegen 2008.

Nachdem ich nun schon 180Seiten Moleskine über unseren Urlaub geschrieben haben, sollen diese auch endlich mal hier rein kommen.
Zu diesem Anlass gibt es auch ein neues Headerbild, welches bei uns zu Hause in der Größe 200cmx50cm auf einer Leinwand hängt.

Ihr werdet also nun sukzessive hier über den Urlaub lesen können und dazu auch einiges Bildmaterial bekommen. Natürlich stelle ich den Urlaubsblog so ein, dass er den entsprechenden Tagen zugeordnet ist. Also nicht wundern, wenn ich heute was schreibe, das vom August handelt.

Irgendwann wird der komplette Urlaubsblog dann wohl auf unsere eigentlich Homepage verschoben werden, aber gesetz dem Fall werde ich eine Verlinkung hier belassen.

Dann mal viel Spaß beim Lesen.

Eure "Urlaubsaufbereitende" Aileen

1 Kommentar 14.12.08 13:25, kommentieren

24.08.08 von Geiranger nach Reed

Geiranger präsentiert sich, wie auch schon gestern, bei besten Wetter, sodass wir wieder mal unser ein kleines Frühstück auf der Miniterrasse einnehmen. Die Erdbeermarmelade ist übrigens echt lecker. Mr. O. stellt derweil fest, dass er zuviel Wasser in seinen Cappucino getan hat. Zum Glück hat er ja noch ein paar Probeversuche für die nächsten Tage übrig. Die Schokomilch schmeckt wie jede andere gekaufte Trinkschokolade, ist aber für den doch recht frischen Morgen etwas zu kalt. Na ja, man kann eben nicht alles haben.

Wir satteln also so langsam die Pferde, upps Motorräder, und machen kurz die Kabine sauber, wobei sie vorher wohl nicht gefegt wurde, bei dem Dreck der zusammengekommen ist.



Auf dem ersten Teil der Strecke geht es, wie gestern, in Richtung Dalsnibba, also wieder viele Kurven und Spitzkehren, schöne Aussicht usw. Allerdings ist es heute nicht so kalt auf dem Bergpass, schließlich sind wir weitaus später losgefahren.



Am Abzweig zum Dalsnibba geht es entlang des Gletschersees geradeaus weiter aus der „63“.

Nach einiger Zeit kommt man an den Abzweig, welcher rechts durch einen Tunnel nach Stryn führt oder links die Wahl nach Otta über Grotli lässt.

Da das Wetter so gut ist, wagen wie einen weiteren Höhenpass und fahren nach links. Auf der sehr gut ausgebauten Straße darf man sogar 90 fahren, wobei man das gar nicht unbedingt möchte, zumal viele Schilder mit Rentieren aufgestellt wurden und zumindest ich mir erhoffe auch mal welche zu sehen. Bei den Geschwindigkeiten und den gut an die Umwelt angepassten Tieren ist das natürlich sehr unwahrscheinlich.

Als es dann rechts auf dem Höhenpass die „258“ nach Stryn abzweigt, gebe ich die Hoffnung auf und konzentriere mich auf die leider schlechter werdende Gebirgsstraße. Die Straße scheint zwar geteert, aber überall liegen kleine Steine in der Spur, was Mr. O augenblicklich darauf verweisen lässt, dass er mit einem Sportwagen auch nicht so ein Gelände fahren würde. Ich frage ein letztes Mal, ob der umdrehen möchte, doch noch scheint es nach seiner Aussage zu gehen. Der Gebirgspass schlängelt sich durch sehr urige Landschaft. Hier und da ein Haus mit norwegischen Autos und ab und an ein paar Leute die gerade das Jedermannsrecht ausprobiert haben und an einem der vielen Flüsse ihre Morgenwäsche tätigen.



Der Weg wird zeitweise immer gerölliger, aber Mr. O. hält unter diesen Bedingungen wacker durch.



Ich habe sogar die Vermutung, dass „fire“ sich insgeheim ins Bremspedal lacht, denn auch sie macht keinerlei Mucken.



Die Landschaft zeigt sich im Grunde hinter jeder Kurve von einer anderen Seite, aber nie minder schön. Azurblaue Bergseen gespeist von den schneebedeckten Bergen laden zum Schwimmen ein. Natürlich wissen wir, dass es viel zu kalt dafür ist.

Die Straße führt insgesamt ca. 35km über die Berge. Als endlich wieder Aspahltstraße kommt und die Straße zudem wieder breiter wird, macht Mr. O. erst einmal einen kleinen Check seines Bikes, während ich die Zeit für ein Foto nutze.



Die schönen landschaftlichen Hintergründe nutzen wir dann auch noch für ein Foto von Mr.O. bei Fahrt. Kurze Zeit später offenbart sich dann auch der Grund für die guten Straßenverhältnisse. Ein momentan stillgelegter Skilift scheint hier, sobald es genug Schnee gibt, alle möglichen Gäste auf die höher gelegenen Berge zu bringen. Ein Norweger erzählt mir – dass er eigentlich mit dem Lift fahren wollte und nun mit seiner Frau wandern geht.

Auf der Abfahrt nach Stryn gibt es wieder eine Menge Spitzkehren und einen kleinen Aussichtspunkt auf einen Fluss der recht imposant ist, zumal er den Berg nahezu herunterprescht und dabei ordentlich Gischt erzeugt.



Wir fahren nach kurzer Pause weiter und gelangen auf die „15“, welche gerade aus dem Tunnel hervorkommt, welchen wir vorhin hätten auch nehmen können. Ich muss aber sagen, dass unsere Entscheidung den Bergpass zu nehmen, sich sehr gelohnt hat. Die Stadt Stryn ist um einiges größer als Geiranger und bietet allerhand Läden, wobei diese am heutigen Sonntag geschlossen sind.

Wir halten uns im Kreisverkehr Richtung Briksdalbreen-Gletscher und passieren vorher den Ort Loen, wo wir eine kleine Pause am Fjord machen. Nachdem wir etwas gestärkt sind, geht es weiter in den nächsten Ort Olden, wo auch schon recht eindeutig auf den bekannten Gletscher hingewiesen wird. Die Straße schlängelt sich auf 14km Länge durch zwei ziemlich unheimliche Tunnel, da komplett dunkel, nach Briksdal.



Die Straße würde ich nicht als 4 Sterne betrachten, da sie hier und da unschön zu fahrende Wellen und Risse hat. Aber landschaftlich ist es wie immer super, vor allem, weil eine der Gletscherzungen schon von weitem zu sehen ist. Es handelt sich hierbei aber nicht um die auf vielen Fotos befindliche Gletscherzunge. Diese kann man nur über einen einstündigen Fußmarsch oder über so genannte Trollkutschen besucht werden.

Da wir ungern die voll gepackten Bikes unbeaufsichtigt stehen lassen wollen und zudem zu warm angezogen sind – schließlich fahren wir Motorrad – begnüge ich mich mit einem Foto von einem Trollsprung aus und besuche mit Olli den mal etwas interessanteren Souvenirladen.

Nach kurzem Aufenthalt geht es dann zurück nach Olden, um hier auf die Straße nach Utvik über Innik zu fahren. Die Straße hat sehr viele Verengungen und so manch ein Wohnwagenanhäger springt etwas abernteuerlich über die Bodenwellen, sodass ich froh bin, dass wir vorbeigelassen werden – was vor allem Norweger machen.

In Utvik gibt es leider keinen Hinweis auf einen Campingplatz, sodass ich erst einmal die mit Steilkurven bestückte Straße über den nächsten Gebirgspass nehme. Mr. O. scheint auch nichts gesehen zu haben, denn er folgt mir unauffällig.

Am höchsten Punkt angekommen versuchen wir auf den dortigen Karten einen anderen Platz ausfindig zu machen und probieren es mit dem nahegelegenen Örtchen Reed.

Der Campingplatz ist von oben kommend schon gut sichtbar und ein nettes Plätzchen am Wasser haben wir auch nach etwas Unentschlossenheut gefunden. Wiedermal sind wir froh den kleinen Hammer dabei zu haben, denn der Boden scheint nur so mit Steinplatten unter der Grasnarbe bestückt.



Das Zelt ist aber wieder schnell aufgebaut und alles Notwendige ordentlich untergebracht. Ein kleiner Besuch an der Rezeption offenbart, dass wir die Abstinenz vieler Deutscher und anderer Touristen hier auch gleich teuer bezahlen müssen, aber was sind schon 20NOK mehr wenn man es ruhig hat, die Toilletten gepflegt sind und sein Zelt direkt ans Wasser stellen kann.

Da es mittlerweile 17 Uhr geworden ist und im Buch lesen oder das W-Lan des Camping-Platzes nutzen etwas Faulenzerzeit gönnte, machen wir uns, ohne Besuch eines Kiwi-Marktes ans essen. Heute gibt es Asia-Nudeln mit Brot und teuer erstandener Pepsi vom Campingplatz.



Laut dem internet gibt es in Balestrand – unserem nächsten Etappenziel morgen – Regen, was man an plötzlich aufziehenden dunklen Wolken auch zu vermuten mag. Es stellt sich aber später heraus, dass der Himmel nur kurzzeitig bedeckt ist. Warten wir also ab, was da so kommen wird.

P.S.: Die Gebirgspässe zeigen sehr eindrucksvoll, wie wichtig die Hurtigrutenschiffe in Norwegen sind, denn viele dieser Straße werden bei entsprechend winterlicher Witterung geschlossen. In solchen Fällen kann keiner der Vielen Skania LKWs die Städte beliefern. Zum Glück konnten wir bisher alle Wege gut passieren.

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23.08.08 von Geiranger nach Dalsnibba über Hellesylt und zurück nach Geiranger

Wie versprochen empfängt uns das Wetter heute Morgen von seiner besten Seite.



Ein paar Schleierwolken hängen noch in den von der Morgensonne beleuchteten Bergen, aber diese verflüchtigen sich im Laufe des weiteren Morgens. Da wir heute eher weniger Motorrad fahren wollen und viel mehr Besichtigungen machen wollen, bleiben wir in Geiranger erst einmal heimisch.



Zu Beginn steht wie immer ein kleines Frühstück, wobei ich leider nicht solche schönen Brötchen, wie unser Zeltnachbar, bekommen konnte. Also bleibt es bei Brot mit Nugetta und Salami, sowie Käse.

Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg zum 25km entfernten Aussichtspunkt auf dem Berg Dalsnibba. Die Fahrt zieht sich etwas länger hin, da wir auf dem Höhenpass nur über viele, viele, viele schöne Haarnadelkurven kommen.



Oben angekommen, erwartet uns ein Foss nach dam anderen und erste Schneefelder zeigen dann auch mal endlich, dass es hier oben ziemlich kalt wird. Also ist meine erste gute Tat an diesem Tage natürlich das Einschalten der Heizgriffe. Der Höhenpass führt in teils langen Kurven über das Bergland und offenbart auf einmal einen riesigen Bergsee, an dem sich auch die Auffahrt zum Dalsnibba befindet.

Motorräder bezahlen mittlerweile statt 20NOK bereits 45NOK aber wir zahlen anstandslos und nehmen die erste noch schön geteerte Kurve. Kurz dahinter offenbart sich die wahre Pistenform für die nächsten 600 Höhenmeter, nämlich Schotter mit wenig befestigten Stellen, was Mr.O fluchen lässt. Hinzu kommen die bereits bekannten Haarnadelkurven, was somit selbst mit dem Auto kein Spaß ist. Aber was soll’s, diesen Ausblick müssen wir unbedingt mitnehmen.



Nach 10min kommen wir bei strahlendem Sonnenschein aber nur 5°C an den Aussichtspunkt.



Ich bin irgendwie froh, dass es kein schlechtes Wetter ist, denn dann wäre es für mich unsaushaltbar kalt geworden. Des Weiteren merkt man an den Parkmöglichkeiten, dass hier recht viele Besucher während der Saison Platz geschaffen wurde. Wie wir im Buch der Motorradtouren lesen, ist dann selbst für Biker Parkplatzsuche angesagt.





Wir verweilen etwas bei der schönen Aussicht auf Geiranger, den Fjord und die vielen Spitzkehren und lassen uns vor den teilweise schneebedeckten Bergketten fotografieren.



Natürlich werden auch die Bikes gesondert positioniert und fotografiert. Wann hat man schon mal so einen Hintergrund?



Während unserer Auffahrt ist in Geiranger wieder ein Kreuzfahrschiff angekommen, welches von hier nur durch seine weiße Farbe einigermaßen gut zu erkennen ist.



Da wir heute noch etwas auf dem Programm haben, machen wir uns auf den Rückweg, wobei Mr.O wieder ordentlich am fluchen ist.



Wir halten noch kurz am Gletschersee, wo ich eine etwas andere Form von Ehrerbietung vorfinde. Anstelle der Aufeinander gestapelten Steine, hat sich mal jemand daran versucht ein Paar ausgediente Wanderschuhe zu integrieren.



Nachdem schelle klar wird, dass wir doch noch im Geiranger tanken müssen, füllen wir sogleich für sündhaft teure 13,59NOK die leeren Bäuche der Maschinen und fahren zurück zum Campingplatz. Nun wird es dann auch Zeit die Sonne zu nutzen und unsere Wäsche zu waschen, was glücklicherweise eine Waschmaschine für 35NOK für uns erledigt. Es ist schon krass. Da ist man tausende Kilometer von zu Hause weg und findet eine nahezu baugleiche Waschmaschine von Bosch auf dem Campingplatz in Norwegen, welche somit auch bedienerfreundlich ist. Die Wartezeit nutzen wir um auch uns mal wieder etwas gutes zu tun und in den sauberen Sanitären anlagen die Morgenwäsche zu erledigen.

Die Zeit wird mittlerweile etwas knapp, denn die Wäsche braucht etwas länger als gedacht, sodass wir erst 10min vor Abfahrt der Fähre die Wäsche aufhängen und leichter bekleidet mit den Bikes zur Fähre stürmen. Von Schutzkleidung kann man hierbei wahrlich nicht mehr reden, denn lediglich der Helm erfüllt diese Vorgabe. Wir lassen uns aber für die 2km auf das Risiko ein.



An der Fähre angekommen finden wir schnell ein Plätzchen für die Bikes, bezahlen die Hin- und Rückfahrt und suchen und ein Plätzchen auf dem gut besuchtem Sonnendeck.

Die Fähre ist im Grunde sehr viel mehr auf Tourismus und Rundfahrten ausgelegt, als auf das Überschiffen von Autos, Bussen, Bikes und sogar Kanus(!!!).



Im Innenraum befindet sich ein üppig ausgestatteter Salon und währen der Fahrt erklingt Musik und Erklärungen in vier verschiedenen Sprachen zu dem im Fjord befindlichen Sehenswürdigkeiten. Zu Beginn der Fahrt bekommen wir einen Eindruck wie man sich auf einem der Hurtigrutenschiffen fühlen muss, wenn man durch die Fjorde schippert. Es ist einfach atemberaubend, die nur wenige Meter entfernten steilen Wände anzusehen,





Wir sehen nun auch erstmalig die Steilkurven Passage von unten, welche wir noch vor 2 Tagen auf unserem Weg nach Geiranger gekommen sind.



Kurze Zeit später werden wir über die verschiedenen Bauernhöfe informiert, welche zwar alle nicht mehr bewohnt, aber selbst nach bis zu 100 Jahren noch gut in Takt sind und von Wanderern besucht werden. All dies ist nur möglich weil die „Freunde des Fjordes“ eine Menge Aufbau und Restaurationsarbeit leisten. Neben dem reichsten Bauernhof „Skagefla“, welcher den Steuereintreiber durch das Hochziehen der Leiter, welche die einzige Möglichkeit zum Erreichen des Hofes war, vertrieben hat, gibt es den Hof „Knivsla“, welcher von einem riesigem Felsen bedroht wurde. Der Felsen hängt jedoch auch heute (100Jahre später) noch an Ort und stelle ohne sich auch nur etwas gerührt zu haben. Die Höfe „Syltevik“ und „Blosberg“ wurden im Winter kaum erkennbar mit riesigen Schneeverwehungen eingeschneit, was sicherlich auch eine riesige Herausforderung darstellte. Last but not least folgte der Bauernhof „Matvik, was übersetzt „reichhaltig“ bzw. „fruchtbare Erde „bedeutet. Die Lage des Hofes, war im Grunde vorteilhaft direkt an einem Wasserfall, welcher sicherstellte, dass genug Trinkewasser vorhanden war. Leider herrschten im Winter und im Frühling oftmals lange Perioden mit Temperaturen unter 0°C, was das Trinkwasser knapp werden ließ, bzw. komplett versiegen ließ. In diesen Fällen musste (auch für die vielen Hoftiere) Frischwasser von der anderen Fjordseite geholt werden, was damals nur mit unmotorisierten Booten erfolgte. Allein die Vorstellung ist schweißtreibend.

Neben den Bauernhöfen“ passierten wir die beiden größten Wasserfälle, die „7 Schwestern“ und den „Freier“.



Der Sage nach sind alle Schwestern immer noch nicht verheiratet, obwohl der Freier schon oft um die Hand angehalten hat.



Aufgrund der ständigen Ablehnungen hat der Freier letztendlich zur Flasche gegriffen, was heute noch gut am Verlauf des Wassers erkennbar ist.



Die Fahrt nach Hellesylt geht an riesigen Bergen vorbei, welche nach Auskunft der Ansagen, genauso tief wie hoch sind, nämlich bis zu 600m. Ab und an erscheinen ein paar kleinen Finnen an der Wasseroberfläche, was uns vermuten lässt, dass es sich um kleine Delfine oder Schweinswale handelt.



Hellesylt erreichen wir nach ca. einer Stunde Fahrt. Es handelt sich um ein scheinbar nicht ganz so touristisch verseuchtes Dorf wie Geiranger. Da wir etwas müde werden, bleiben wir an Bord und nutzen die schöne Sonne zu einem kleinen Nickerchen. Kurz nach Abfahrt der Fähre starten alle Ansagen der Hinfahrt in umgekehrter Reihenfolge, was für uns somit weniger interessant ist.



Mir wird nun doch langsam etwas zu frisch an Deck, sodass wir doch lieber die restliche Fahrt im Salon verbringen, von wo der Ausblick ebenfalls nicht zu verachten ist.



Wieder zurück in Geiranger versuchen wir ein letztes Mal ein Mitbringsel in den Shops zu finden, aber bleiben leider wieder erfolglos (auch in Hinsicht auf Postkarten). Ein kleiner Einkauf beschert unds für den Abend Cola und Chips, sowie Schokomilch und Café für den Morgen. Nach dem Einkauf geht es zurück auf den Campingplatz, wo ich uns Nudeln mit Tomatensauce koche, was ich bei der Schnelligkeit der Herdplatten in der Hütte auch mit dem Gaskocher hätte machen können. Bei Chips und Cola sitzen wir noch eine Weile am Wasser und genießen die Schicht auf das Wasser. Unsere Wäsche ist mittlerweile schön getrocknet und die Hütte durch die Sonne etwas wärmer als gestern Abend, sodass ich hoffentlich heute Nacht etwas besser schlafen kann.

P.S.: Eines sollte man hier noch anfügen. Kreuzfahrschiffe mögen ja schön sein, aber sie liegen mit laufenden Maschinen vor Geiranger und verpesten die Luft mit Rauchschwaden.



Die Abfahrt wirkt dabei sogar noch schlimmer, da sie eine riesige Rauschschwade hinter sich herziehen und alles andere in Nebel hüllen. Vor allem die „Costa Marina“ und die „Astoria“ waren recht vorzeigbar für dieses verschmutzen der offensichtlich reinen Luft.

1 Kommentar 23.8.08 11:24, kommentieren

22.08.2008 von Andalsnes nach Geiranger

Heute Morgen wachen wir nach einer geruhsamen Nacht trotz vollbesetzter Jugendherberge auf und unser erster Blick aus dem Fenster offenbart, dass es nachts wieder geregnet hat.




Die Straßen trocknen aber trotz bedecktem Himmel bereits ab, sodass wir frohen Mutes sind trocken nach Geiranger zu kommen. Mr. O. tauft Norwegen mittlerweile „Nur-Regen“, wobei ich das nicht wirklich so sehe. Gegen 8:00Uhr gehen wir zum Frühstück, welches wirklich sehr reichhaltig von Müsli über Marmeladen, Wurst & Käse bis hin zu Fisch kaum Wünsche offen lässt. Richtig toll finde ich natürlich, dass es hier heiße Schokolade gibt – mmmmmh lecker. Einzig die Eier sind etwas zu hart und schmecken alt. Gestärkt machen wir uns nun ans Motorrad packen und sieje da, wir schaffen es schon um 9:15Uhr vom Hof zu fahren. Sicherheitshalber und auf Grund der zu erwartenden Kälte ziehen wir lieber die Regenkombies an.

Auf dem Weg zu den Trollstigen erwarten und schon recht früh die ersten lustig aussehenden Trolle, wobei sich so mancher Norweger wohl nicht ganz entscheiden kann, ob diese groß oder klein sind. Angesichts der Gefährlichkeit, würde ich sie ja recht groß einschätzen aber meistens sind hier nur kleine am Wegesrande oder vor den Rezeptionen der Campingplätze zu sehen.




Die Trollstigen sind erst einmal durch Nebel recht versteckt, doch schnell offenbaren sich die ersten Steilkurven, wie man sich das nie hätte träumen lassen.



Ein auf den ersten Blick seitlich herabfallender Wasserfall scheint beim Näherkommen geradewegs au die Straße zu fallen, wäre dort nicht ein Brücke gebaut worden.



Dort steht dann auch dass es sich um die „Stigmabruen“ handelt. Wir machen eine Menge Fotos vom Haltepunkt direkt neben der Brücke, da von hier die wirklich wundersam kurvig verlaufende Straße gut einzusehen ist.



Die eben noch folgenden Wohnwagen haben zum Glück einen Halteplatz weiter unten gesucht, sodass wir etwas länger pausieren können. 5min später überrascht uns aber dann doch ein Reisebus, der sich promt vor uns setzt. Wir beschließen also noch etwas zu warten, um dann den weiteren Aufstieg anzutreten.



Kurz hinter dem Wasserfall fahren wir in Nieselregen, was wahrscheinlich durch die Gischt des Wasserfalls kommt. Das Fahren wird dadurch aber weniger beeinflusst, als durch die 180°-Haarnadelkurven. Da ist nichts mit schnell fahren, eher den 1.Gang reinhauen und Kupplung sanft kommen lassen, in der Hoffnung dass nicht doch noch jemand von oben runter geschossen kommt.

Auf dem höchsten Punkt der Trollstgen angekommen offenbart sich eine riesige Baustelle, welche kaum zum Anhalten einlädt.



Da die Sicht ins Tal durch starken Nebel sowieso verdeckt ist, bitte ich Mr. O. etwas zu warten, damit ich ein paar Fotos beim Fahren von ihm machen kann.



Leider habe ich dabei vergessen ein paar Trolle zu fotografieren, aber diese stehen in den touristischen Hochburgen ja sowieso an jeder Ecke.

Hier oben wird es merklich kälter und uns begleitet häufig Nieselregen. Die Straße wechselt deshalb ständig zwischen trocken und feucht, was langsameres fahren erfordert. Da man in ganz Norwegen ab sowieso die meiste Zeit damit beschäftigt ist die Landschaft anzuschauen, stört das kaum.



Nach recht lang gezogener Abfahrt von den Trollstigen landen wir in Valldal und erreichen den Nordalsfjord, wo uns sehr sauberes Wasser erwartet.



Kurze Zeit später in Linge, erwartet uns wieder eine kleine Fährfahrt, wobei die Wartezeiten hier recht kurz sind, da zwei Fähren fahren.



Leider kann man von der Fähre aus wieder nur wenig sehen, da die Wände einfach zu hoch sind.



Es besteht aber die Möglichkeit weiter nach oben zu gehen, doch halten wir es für besser bei den Motorrädern zu bleiben.



Am anderen Ufer – in Eisdal – machen wir ein kleines Päuschen, um die letzten 30km nach Geiranger in Ruhe anzutreten.



Wir sind eigentlich viel zu früh da, aber das erweist sich für die gemietete Hütte als vorteilhaft. Die Straße 63 führt von Eisdal längere Zeit in sanften Kurven über das Bergland, bis auf einmal wieder Spitzkehren beginnen, welche einen kleinen Nachgeschmack der Trollstigen haben.



Von einem der höchsten Punkte taucht Geiranger plötzlich auf und, wie sollte es anders sein, es liegen zwei Kreuzfahrtschiffe vor dem Dorf. Von einer später kommenden Aussichtsplattform lässt sich ein grandioser Blick auf den Geirangerfjord werfen. Kurz gesagt „Einmalig“.



Wieder viele Spitzkehren führen uns nach Øhrevegen wo ein sehr schön gelegener Campingplatz ist. Da wir aber bereits in „Fossen Camping“ reserviert haben, schauen wir uns diesen vorab an. Wie der Name schon sagt liegt das Hüttencamp an einem Wasserfall über Geiranger. Ganz nett ist es zwar, aber nicht so schön wie der eben gesehene Campingplatz. Auch der Fjellcampingplatz kann damit nicht mithalten. Wir fahren also zurück an den Beginn der Spitzkehren und glücklicherweise gibt es eine kleine „cabin“ für uns. Zwar nicht ganz billig aber mit tollem Blick auf das Wasser des Fjordes. Mr. O sagt zwar später des Öfteren, wir hätten auch zelten können, da der Himmel immer blauer wird, aber etwas Luxus, sofern man das so nennen kann, muss sein.

Nachdem die Hütte erst um 14:00Uhr für uns bereit steht packen wir lediglich unsere Taschen auf die kleine Veranda und fahren zu einer Besichtigungstour nach Geiranger.



Das Örtchen ist touristisch ohne Ende! Tankstellen und Einkaufsläden stehen zu Souvenirläden im Verhältnis 1:9.



Dennoch schauen auch wir mal in die Mitbringselläden, aber so richtig finden wir nichts für jene Daheim Gebliebenen.

Ein kleines Häuschen sticht besonders hervor, denn hier wird gleich von weitem darauf hingewiesen, dass in seinem Inneren absolut "Trollfreie Zone" ist. Kein Wunder, denn sonst würde das kleine Atelier wohl ständig überlaufen und geflüchtet zugleich werden, obwohl ich mir das auf der schmalen Treppe lustig vorstelle.




Im einzigen Lebensmittelladen kaufen wir für nahezu gleiche Preise wie in Deutschland etwas für das Abendbrot und lassen uns in der angehängten Bäckerei frische Waffeln schmecken.

Während des Essens haben wir einen guten Blick auf das bunte Treiben der Kreuzfahrer, die mit kleinen Booten ständig ans Ufer chauffiert werden. Für die Hurtigroutenschiffe gibt es sogar eine Art Fjordfähre, die sowohl neue Gäste ans Schiff bringt, als auch welche von dort ans Land bringt. Mit Abfahrt des Hurtigroutenschiffes beginnt ein wahres Signalhornorchester, da sowohl die drei langen Töne erklingen als auch deren Echo und die der anderen beiden Schiffe.



Die Fähre nach Hellesylt kann man ebenfalls gut beobachten, da sie aller 1,5h an- und ablegt.

Wir fahren zurück zu unserem Campingplatz wo wir nun unseren Hüttenschlüssel bekommen. Bei schöner Nachmittagssonne spielen wir etwas Phase 10, wobei Mr. O raffiniert gewinnt. Nach dem Spiel wollen wir unser Abendessen vorbereiten, doch plagt uns schlechtes Gewissen mit dem soeben erstandenen Camping-Einmalgrill direkt auf dem Boden zu grillen, da es auf einem Zettel in der Hütte ausdrücklich verboten ist.

Wir leihen uns deshalb lieber einen Grill bei der Rezeption, welcher ziemlich eklig ist, da neben Holzkohle auch Fischreste und nicht identifizierbare Substanzen im Grill liegen. Wir machen ihn also doch lieber halbwegs sauber und stellen den Einmalgrill aufs Küchenrost.



Der Grill funktioniert recht gut, sodass wir nach 20min Fleisch, Brot und Würstchen „Grillpølser“ auflegen können. Zusammen mit einem Sommersalat lassen wir uns das Gegrillte bei mittlerweile besten Wetter und toller Aussicht, selbst auf den Dalsnibba, schmecken.



Ein paar Mecklenburger kommen währenddessen vom Angeln zurück und zeigen stolz ihren gut 74cm langen Fisch. Ist schon ein riesiger Batzen! Wir fragten uns allerdings, wer das alles essen soll, vor Allem weil der Jungspund ständig die Angel ins Wasser hält um erneut etwas zu fangen. Zwei Kieler mit Motorboot kommen ebenfalls erfolgreich vom fischen zurück und angeln auch später noch weiter, was ebenfalls wieder zu erneuten Erfolgen führt, Wir fragen uns indes, ob die wohl jeden Tag Fisch essen.

Es ziehen mittlerweile wieder ein paar Wolken auf, aber wenn man dem Platzwart Glauben schenkt, erwartet uns morgen bestes Wetter.

Aileen


P.S.:
Mal wieder habe ich was vergessen!
Als wir uns am Wasserfall der Trollstigen befanden, kam von oben ein Elektroauto runter, welches mit Treten, wie auf einem Liegerad aufgeladen wurde. Echt krass, wenn der den ganzen Aufstieg geradelt ist.

1 Kommentar 22.8.08 15:45, kommentieren

21.08.2008 von Tingvoll nach Andalsnes

Heute hat es wieder den bereits bekannten Nieselregen gegeben, allerdings nur recht kurz, sodass die Sonne durch kleine Löcher in den dunklen Wolken doch noch das Zelt trocknen konnte. So sehr wir es auch versuchen, aber wieder schaffen wir es nicht vor halb elf loszukommen. Ist aber eigentlich nicht so schlimm, denn wir haben genug Zeit. Etwas getäuscht vom anscheinend gut werdenden Wetter lassen wir die Regenkombis aus und fahren natürlich kurz hinter Tingvoll in den ersten kleinen Regen. Da wir von weitem bereits weitaus dunklere Regenwolken sehen, halten wir an der bestmöglichen Stelle an und ziehen die Kombis lieber doch an. Es dauert keine 2 km und es fängt an zu prasseln, wobei die Handschuhe tatsächlich halten, was sie versprechen und dicht sind. In Kristiansund meldet sich Mr. Os Tank und wir halten an einer unbemannten Tankstelle. Hier muss man vor dem Tanken seine Visacard zücken und die Zapfsäule auswählen. Es ist alles auf norwegisch geschrieben, sodass wir etwas Zeit brauchen, um dieses System zu verstehen. Letztendlich klappt es doch, sodass wir uns auf die Suche nach einer Bank machen, was ebenso schnell erledigt ist.

Nach Mr. Os Roadmap soll es nun so langsam auf die 64 gehen, doch ist sie nirgends zu sehen. Auf Nachfrage bei einem Taxifahrer werden wir aufgeklärt, dass es nur die Fähre als direkten Weg zur Atlantikküstenstraße gibt oder auf halber Strecke zurück über Molde ein Weg ohne Fähre führt. Wir folgen also den Wegweisern und landen am kleinen Fährterminal. Schon nach 5min ist die Fähre zu sehen, welche sich recht schnell auf das Terminal zu bewegte.

Nach einem kurzen Entladevorgang fahren wir, angewiesen vom Fährpersonal, auf die Fähre. Das Fährpersonal weist und darauf hin, dass es zu verstärkten Wellengang kommen kann, und wir deshalb auf den Bikes sitzen bleiben sollen.

Leider wird uns mit dieser Aufforderung gleichzeitig die Chance genommen etwas zu sehen. Man kann nur durch die Bullauge vermuten wie schnell wir fahren und das es tatsächlich Wellengang gibt.



Das dort entstandene Fahrgefühl könnte man auch mit der Landung der Alliierten in der Normandie vergleichen, nur dass uns sehr viel mehr Platz gelassen wird und das Ziel keinen Beschuss zur Folge hat.



Am anderen Ufer angekommen geht es auf der 64 gut ausgeschildert zu den „Atlanterhavsveien“ und siehe da, der Himmel reißt etwas auf, sodass wir trocken die inselverbindende Straße genießen können.



Vor allem ein Brückenbauwerk ist hier sehr imposant, da es in geschwungenen Verlauf zu einer ordentlichen Höhe hinaufgeht, um den Schiffen Durchfahrt zu bieten. Es ist also nicht verwunderlich, dass wir hier für ein Foto anhalten.




Abgehend von der 64 geht es weiter auf die 663, welche mich persönlich fast genauso beeindruckt. In einem saftigen Grün stehen typisch norwegische Höfe neben steil aufragenden Bergen.



Einfach nur schön. Nachdem wir wohl genug mit schönem Wetter ausgestattet waren, erwartet uns in Molde der nächste Regen, welchen wir mit Einfahrt in den dortigen Tunnel zumindest etwas entfliehen können. Leider hört es auch nach dem Verlassen des Tunnels nicht wirklich auf, aber zum Glück bleibt zumindest der Fahrspaß weiterhin erhalten.

In Sølsnes kommen wir zur zweiten Fährfahrt heute, jedoch sehen wir die Fähre gerade wegfahren. Schätzungsweise 40min müssen wir warten, bis sie wieder zurück ist. Die Zeit vergeht dann aber doch recht zügig, da wir von einem Norweger angesprochen werden, der uns erzählt, dass nach den bisher 3 Wochen Regen ja eigentlich mal wieder gutes Wetter kommen sollte. Zumindest ich bin optimistisch, während Mr. O. schon geschworen hat nie wieder mit dem Motorrad nach Norwegen zu fahren. Zwei Holländer treffen wir ebenfalls an dieser Fähre wieder, welche erzählen, dass sie eben die letzten 3 Wochen in Norwegen waren und auch bis ans Nordkap gefahren sind, was aber weniger gut war zumal ständig Maut gezahlt werden muss und der nördlichste Punkt an sich nicht gerade schön war, da es außer schlechtem Wetter nichts besonderes zu sehen gab.



Die Fähre ist zwischenzeitlich eingetroffen und wir werden mit rasenden Pan-America-Fahrern auf die oberen Decks der Fähre gelotst.

Erste Befürchtungen wieder eine Landungsfahrt zu unternehmen, erweisen sich zum Glück als falsch, denn die oberen Decks haben große Öffnungen zum rausschauen.



Die Überfahrt geht recht schnell und so satteln wir wieder die Pferdestärken um bei gerade herrschender Regenpause die letzten 30km zu fahren. Mit dem Übersetzen an das andere Ufer wird man quasi in die steilen Vorboten der Berglandschaft herangeführt. Unser Weg führt entlang des Andalsnesfjord umringt von gut 1000m hohen Bergen mit eben solchen Steilwänden in eine kleine U-förmige Ausbuchtung nach Andalsnes. Von den Bergen verlaufen auch hier hunderte von Meter langer Wasserfälle, welche recht klein aussehen dafür, dass es so regnet.

In Andalsnes angekommen brauchen wir etwas, bis das Wanderheim gefunden ist, kommen dann aber gegen 16:00Uhr an.



Das Heim ist einfach und ordentlich mit Gemeinschaftsküche und -bad. An Mr. O. nagen erste Zweifel ob die Entscheidung hierher zu fahren richtig war, aber angesichts eines festen Bettes und einer Dusche verflüchtigen sich diese Gedanken. Wir fahren schnell zum nahe gelegenen Kiwi-Markt und besorgen und einen Kartoffel-Brokkoli—Irgendwas Mix mit Joghurt zum Nachtisch. Zum Trinken gibt es zur Abwechslung mal „brus“ mit „poeresmak und „ananassmak“. Bei letzterem erahnen wir schon namentlich, was es sein soll, bei dem anderen sind wir auch nach dem Trinken nicht schlauer, außer das es verdammt süß ist. Zum kleinen Schlemmen hat sich Mr. O. Chips und ich Nusstrauben-Schokolade mitgenommen. Wobei hier noch zu sagen ist, dass neben Alkohol auch Schokolade richtig teuer ist. Nachdem wir das Wetter am Aushang checked haben und uns wohl morgen wieder Regen erwartet, liegt Mr. O., wie sollte es anders sein, im Bett und schnarcht. Dabei ist es erst 20:10Uhr. Seine Schulter ist immer noch an Schmerzen und die Mückenstiche haben sich als allergisch reagierend erwiesen, denn die Füße und Hände sind durch recht große Beulen verziert. Mal sehen ob Fenistil da etwas ausrichten kann.

Aileen


P.S.: Eine Sache habe ich noch vergessen. Kurz vor Kristiansund haben wir zum ersten Mal Maut bezahlt – immerhin 39NOK/Person.



Als Entschädigung führen wir dann den 2,6km langen Freifjordtunnelen. Eine weitere Mautstelle kurz vor Molde konnten wir kostenfrei mit extra kleiner Motorradwegweisung passieren.

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