Flohmarkt...

...-Erfahrungen der besonderen Art.

Ja jeder kennt das! Immer wieder Sonntags kommt die Erinnerung "Ach es ist ja Flohmarkt". Ob man nun hingeht oder nicht, sei bei mir dahin gestellt denn es gibt genug Menschen die dem Tingeln und Schlendern fröhnen.

Somit dachte ich mir vor einiger Zeit, dass der ganze Ramsch im Keller endlich mal weg muss. Mit Brüderlein einen eingermaßen festen Termin (Wetterabhängig) ausgemacht und am Freitag sogar noch einen überdachten Stand organisiert. Gestern war es dann soweit. Mega früh für sonntags, nämlich um halb sechs, aufstehen, die letzten Sachen packen und auf zum Flohmarkt.

Man kann sich das alles garnicht vorstellen... Ich parkte kaum neben unserem Stand, da wurde ich von anderen Händlern umringt die jede ausgeräumte Kiste und sogar welche die noch im Auto waren, begutachteten und mich mit Preisen bewarfen.

Ich war förmlich überwältgit von diesem Ausmaß und musste später einsehen, dass dieser Vorabkauf einer der größten Fehler war, da Dinge die wir zu einem für uns guten Preis verkauften 2 Stände weiter zum 2-3fachen Preis weiterverkauft wurden.

Um Anderen dies zu ersparen dachte ich mir, ich fasse mal zusammen, was man beim Verkauf auf Flohmärkten beachten sollte.

1. Vor dem Verkaufstag im I-Net nach Kontaktpersonen wie Platzwart oder ähnliches suchen, da diese oftmals überdachte Stände betreuen und vermieten. Unseren gab es pauschal für 25 Euro inklusive einer Tischreihe und der Option einen weiteren Tapeziertisch davor zu stellen. Ich fand es ok denn im Vergleich zum Preis für einen einfachen Tapeziertisch (1x3m) für 18 Euro, welcher unter freiem Himmel steht ist das echt Luxus.

2. Immer an etwas Wechselgeld und Mülltüten denken. Auch wenn wir aufgrund des morgendlichen Abverkaufen genug Wechelgeld hatten, ist es immer besser alles wechseln zu können. Die Mülleimer sind für die gekaufte Ware. Jeder zweite hat bei uns danach gefragt.

3 Ganz klar: warme Getränke, Essen, warme Sachen, Hocker (ja, nach 6 Stunden mag man wirklich nicht mehr stehen) ein kleines Radio zum Zeitvertreib und Packband um evtl etwas von oben abzuhängen.

4. Sobald man auf den Markt fährt kann man sich gewiss sein, dass andere Händler einem was abkaufen wollen. Doch Vorsicht die beste Taktik ist es die Kisten ins Innere des Standes zu bringen eine Vertrauensperson darauf aufpassen zu lassen und das Auto parken fahren.
Sobald man wieder zu zweit ist, auf die Uhr schauen und sehen dass man nur langsam auspackt und für sämtliche Sachen zuviel verlangt. Die anderen Händler werden nämlich totale Dumpingpreise machen und man ärgert sich später nur. Desweiteren kann man mit Eröffnung des Marktes davon ausgehen, dass die anderen Händler wieder zu ihren Waren müssen und somit kaum Zeit haben dir noch schnell was abzukaufen. Der Vorteil ist ganz klar, dass man den wahren Kunden die Waren anbieten kann und natürlich nicht mit Dumpingpreisen starten muss.

4. Die ersten zwei Stunden kann man eigentlich ruhig höhere Preise nehmen, es gibt schließlich genug Kunden. Aber Achtung man muss immer darauf achten auch etwas zu handeln. Wer stur auf seinem Preis bleibt wird kaum was verkaufen. Dann lieber vom Kunden ein Angebot machen lassen und sich annähern. Hilfreich ist es im Voraus so manche Preise in der Bucht in Erfahrung zu bringen.

6. Zu Beginn nicht alles auspacken, schließlich soll der Stand interessant bleiben und das bleibt er wenn sich immer mal was ändert, wenn man mehrfach daran vorbei geht.

7. Auch tagsüber immer auf andere Händler achten, die bei dir noch Schnäppchen machen wollen.

8. Zur Preisfindung kann man eigentlich nicht viel sagen. Gut ist es, wenn man weiß, was etwas noch wert ist. Bei anderen Sachen sollte man auf jeden Fall ein paar mehr Euro als man denkt sagen, damit man einigermaßen richtig liegt. Wir sind da sagen wir mal etwas zu Schnäppchehaft gewesen.

9. Egal, wie auch immer der Verkauf läuft, bloß nicht die Ruhe verlieren und natürlich nicht ärgern, wenn andere Händler deine Sachen viel teuer weiterverkaufen. Sag Dir einfach: Du bist es los und hast einen für dich zufriedenen Preis gewählt.

10. Bücher gehen ziemlich schlecht... LPs je nach Interpret ganz gut. Schmuck wird schnell geklaut, führt aber dazu dass Leute am Stand sind. Ansonsten kann man wirlich alles verkaufen von dem man denkt, dass es Ramsch ist. Selbst für billige Werbegeschenke konnten wir einiges einnehmen, also nicht gleich alles Wegwerfen! Lieber ne Kiste machen und einen Tag im Jahr für 8 Stunden auf dem Markt stehen.

Uns hat dies bereits abzüglich der Standgebühren 370 Euro eingebracht.

Eure verkaufswütige Aileen

P.S.: Und wir werden nächstes Jahr besser vorbereitet sein.

10.3.08 13:58

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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


m...t (10.3.08 14:11)
das liest sich nach guten, professionellen erkentnissen an.
einige swußte ich auch noch - von damals.
und im eigentlichen sollte man froh sein,
man muß ja nicht davon leben, man hat frische luft und das meiste wird man auch oft los.
gute tricks verräts du hier.
besonders d en mit dem autoauspacken, nach und nach.
das andere händler imme rsofort da sind, wenn edeltrödel gewittert wird, ist doch klar .. oder?


(17.3.08 17:00)
Es stimmt, wir müssen nicht davon leben. Einmal im Jahr den Krempel, der eh schon lange liegt, loszuwerden reicht vollkommen.

Ich hatte davon gehört, dass andere sofort Edeltrödel wittern, dass es eine so schlimme Belagerung wird, hatte ich allerdings nicht gedacht.

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