18.08.2008 von Kiel nach Oslo

Nachdem wir bereits am Samstag nach Osterohrstedt gefahren sind und Sonntag einen super schönen Sonnentag auf Pellworm verbringen konnten, regnet es nachts in Strömen. Erste Bedenken meinerseits gleich in Regenkombi fahren zu müssen, werden später zum Glück zerstreut. Wir essen mit den Eltern von Mr. O unser letztes deutsches Frühstück und packen so langsam sämtliche Klamotten für die Fahrt zusammen.

Pünktlich um 10:00Uhr rollen wir vom Gehöft und machen einen kleinen Stop an der Tanke, wo Mr. O auf Grund des doch recht hoch gestiegenen Verbrauchs auf der Autobahn noch mal tanken muss. Ich muss während dessen leider erstaunt feststellen, dass mein Hinterreifen nur 1,6Bar statt 2,3Bar hat, was auch das schwammige Fahrgefühl begründet. Der Reifen ist auf der nur 30km langen Strecke bereits extrem heiß geworden. Bei Mr. O ist hingegen alles Paletti. Und richtig gut gefüllt.

Nachdem wir die Abfahrt nach Kiel nicht gleich gefunden haben und in Kiel selbst etwas planlos entgegen den ausgewiesenen „Fähren“-Schildern fahren, kommen wir direkt zum Sophienhof. Mr. O kann somit beim „Apollo“-Optiker seine etwas zerstörte Brille noch zurecht biegen lassen.

Um 12:00Uhr erreichen wir nach einem nochmaligen Stopp zum letzten „Volltanken“ den Norwegenkai. Am ersten Check-In-Schalter werden wir freundlich an erster Stelle beordert, wo wir unsere Bordkarten und Schildchen für die Bikes, sogenannte Berechtigungskarten, erhalten.



Vielleicht 5 min später öffnet sich die Schranke und wir können mit 4 weiteren Bikern (3 davon BMWs) zur Lochrampe des wirklich imposanten Schiffes “Color Fantasy“ vorfahren.



Ein kurzer Stopp vor der Luke und einer nach dem anderer wird über eine Rampe zu den Stellplätzen geleitet. Dort sind am Boden bereits die Metallschlaufen zum verzurren zu sehen.

Mr. O wird auf einmal ziemlich nervös und ist sich auf einmal gar nicht mehr so sicher, ob „Fire“ hier stehen bleiben wird. Wir verzurren sie aber wie einen Stein. Wie wir sehen sind doch reichlich Gurte vorhanden. Entgegen den Infos aus diversen Foren sehen sie weder verölt noch verbogen aus. Beim ersten Versuch eine der Ratschen zu nutzen, lege ich diese lieber schnell wieder zur Seite und nutze die extra gekauften. Nicht das dies falsch verstanden wird, die Ratsche war ok, aber auf die Schnelle schien sie mir nicht schnell genug zu öffnen, sodass ich die selbst gekaufte, bereits vielfach ausprobierte Ratsche, vorzog.



Recht schön ist die Tatsache dass es Keile zum Stoppen der Räder gibt, welche wir zu Hauf nutzen. Die Bikes stehen fest und wir sind total geschwitzt, angesichts des sich in der Nähe befindenden Maschinenraumes und der Wärme sämtlicher Automobile, die sich mittlerweile nahezu stapeln und das durchkommen erschweren. Am Ende stehen ca. 12 Motorräder dort.

Wir nehmen den erstbesten Ausgang aus dieser Hitze und finden unsere Kabine Nr.623 vorbei an den noch werkelnden Reinigungskräften recht schnell.



Die Kabine ist nicht mehr als ein kleiner Raum mit Klappcouch , Garderobe und kleinen aber feinem Bad mit Duschkabine.



Nun geht es endlich raus aus den doch recht warmen Motorradklamotten hinein in schiffstauglichen Sachen, um zu einer ersten Umrundungstour auf der „Color Fantasy“ zu starten. Der erste Eindruck ist: Ein wirklich riesiges Schiff und schön gestaltet. Sollte jemanden etwas passieren könnte sogar ein Hubschrauber hier ohne Probleme landen. Das Wetter zieht sich langsam zu, aber bis zur Abfahrt kommt kein Tropfen vom Himmel.



Pünktlich um 14 Uhr legt das Schiff ab.



Fasst ein bisschen zu schnell denn nach kürzester Zeit haben wir den Kai schon ein gutes Stück verlassen. Nach 45 min erreichen wir Laboe mit dem Marine Ehrenmal und dem davor liegenden U-Boot.

Auf einer weiteren Erkundungstour entdecken wir die Observation Lounge, -Library und den -Club. Überall sitzen jedoch alte Leute, welche einen riesige Kaffeeklatsch veranstalten. Wir sind ein wenig erschrocken und verlassen die Räume trotz der atemberaubend schönen „Rundumsicht“

Da das Wetter sich mittlerweile von seiner besten Seite zeigt, machen wir es uns auf einem der vielen Stühle bequem und genießen die Fahrt.



Ein kleines Schläfchen auf Mr. O Schulter kann ich dann auch nicht verwehren. Mr. O meint ja nicht geschlafen zu haben, aber das kann ich ihm nicht ganz glauben, zumal er ziemlich ruhig die 1,5h verbrachte.

Durch etwas Cola gestärkt beschließen wir das sogenannte „Fantasy Deck“ in Augenschein zu nehmen. Gleich wird klar, wo sämtliche Schiffsgäste stecken! In den vermeintlichen günstigen „Duty-free“ Shops. Bis auf ein paar Kaugummistangen können wir aber keine Ersparnisse feststellen – eher im Gegenteil. Verwunderlich ist aber in jedem Falle, dass man auf diesem Deck nicht das Gefühl hat auf einem Schiff zu sein. Es mutet eher wie eines der Quartiere an der Friedrichstraße an.

Am Heck des Deck 7 befindet sich ein Gourmetrestaurant mit saftigen Preisen aber einem genialen Ausblick auf das soeben durchfahrene, aufgewühlte Wasser. Muss man gesehen haben, möglichst bevor dort jemand etwas Essen geht.



Am Bug des Deck 7 befindet sich ein Casino, welches glücklicherweise auch ohne Anzug betreten werden darf. Nachdem Mr. O einen Euro an einem der „Blue White Red“ -Einarm-Automaten mit weniger Glück verspielt hat, habe ich meine letzten Euro, in diesem Falle zwei gegeben. Mr. O hat tatsächlich 250 NOK gewonnen, wobei wir 50 NOK erneut einsetzen und verspielen. Mr. O hat somit aus 3 Euro mal soeben 25,40 Euro gezaubert und somit unser Frühstück erspielt.

Gegen 18 Uhr passieren wir die Storeboeltbroen (Große Belt Brücke), welche wirklich imposant ist und durch die herrliche Abendsonne tolle Fotos zulässt.



Wir haben nun doch mal etwas Hunger und nutzen die Sports-Bar auf dem Sonnendeck. Für 233 NOK bekommen wir zwei riesige Burger, sowie 2x Pommes und Cola. Kein Schnäppchen aber das ist sowieso nirgends an Bord zu bekommen.

Da die Sonne immer stärker scheint, machen wir es uns an Deck auf den frei verfügbaren Stühlen wieder bequem und dösen und genießen die ruhige See. Leider dauert es nicht lange und ein paar Klatschtanten und -onkel kommen vom soeben begonnenen Musical wieder, um sich über die zu laute und primitive Veranstaltung zu beschweren. Nach dem Moto Colorline = B,C oder D-Musicaldarsteller wird neben geografischen Fehlnavigationen bzgl. der Colorline-Route über Gott und die Welt gemeckert.

Uns wird das zuviel und so vertreten wir uns ein letztes Mal im bereits bekannten Terrain die Füße. Ein kleiner Besuch im Observation-Deck endet mit rasanter Flucht nach Sichtung der Preisliste. Letztendlich gehen wir gegen 21 Uhr in unsere Kabine, welche uns wie ein Kühlschrank empfängt. Ein letztes Mal versuchen wir die Klimaanlage auf volle Leistung zu drehen, doch es bleibt weiterhin kalt, Somit kuscheln wir uns in die getrennten Betten und schauen etwas in die Glotze.


Aileen

P.S.: Das Bad hat keinen Geruchsabzug!

18.8.08 11:57

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