01.08.2009 von Kiel nach Oslo

Nach einer mehr oder weniger gut verbrachten Nacht im Kieler IBIS-Hotel sind wir bereits um 6 Uhr wach und schalten als erste gute Tat des Tages die Flimmerkiste an. Schön zusammengekuschelt liegen wir noch gut bis um 8 Uhr im Bett.
Frisch geduscht geht's dann auch schon zum Frühstück, wo wir uns einen Fensterplatz mit bester Aussicht auf den Kieler Hafen suchen, welcher im schönen Sonnenlicht erscheint.

Das Frühstück ist soweit in Ordnung. Die Croissants empfinde ich aber als etwas zu kross, ansonsten "geht's so" wie Mr.O immer zu sagen pflegt.

Gegen 8:45 legt das erste der beiden heute erwarteten Kreuzfahrtschiffe hinter dem Schwedenkai an. Kurz danach folgt dann auch schon die Stenaline aus Göteburg und findet seinen Abschluss mit dem pünktlichem Eintreffen der Color Fantasy, welche wie immer vorher dreht, um rückwärts anzulegen.

Nun ist dann auch bei Mr. O etwas Aufregung und Urlaubsstimmung angekommen, zumal er sich gleich Gedanken, um den weiteren zeitlichen Ablauf macht.

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Noch kurz alle Sachen verpackt und schon gehen wir zu den Bikes, welche erneut vollgepackt und verzurrt werden. Es ist inzwischen 10:30 Uhr und wir machen uns mit einem kleinen Tankstopp auf den Weg zum Norwegenkai, wo Mr. O Eltern bereits auf uns warten und uns lecker Stinkerkäse und einen Riesen-Salami mitgebracht haben.


Wir checken kurz ein, um die Motorräder, wie auch schon im letzten Jahr, unter dem überdachtem Schrankenbereich abzustellen. Hier steht bereits ein deutsches Pärchen mit ihrer BMW und zwei Holländer.


Wir entledigen uns der dicken Jacken, da wir am Rücken schon total durchgeschwitzt sind und halten noch einen kleinen Plausch mit Mr. O Eltern, welche ebenfalls schon recht aufgeregt sind, da sie nächste Wochen auch nach Oslo fahren.

Kurze Zeit später kommt dann noch ein Mitfünfziger mit seiner ziemlich urigen alten GS, welcher weitere Biker durch Norwegen zu führen scheint, zumal sein T-Shirt und sein Bikes mit Aufklebern davon gepflastert sind (Karibu-...reisen).

Kurz vor 12 Uhr geht es dann endlich einen Schritt weiter und wir dürfen, nach schneller Verabschiedung von Mr. O Eltern, zum Schiff vorfahren.


Dieses Mal dürfen wir allerdings nicht gleich reinfahren, da erst noch einige LKW-Anhänger platziert werden. Somit haben wir nochmal die Chance Mr. O Eltern zuzwinken.

Irgendwann geht es aber nach dem Ausfahren der Rampe auch für uns los und wir werden auf den Motorradplätze eingewiesen. Die Plätze sind binnen kürzester Zeit vollgestellt und alle fangen wie wild an die Bikes zu vergurten.


Ich helfe Mr. O ersteinmal mit der F800S, bevor wir dann auch meine sichern. Ich glaube fester können sie nicht mehr verzurrt werden, denn sie bewegten sich kaum noch. Der Wellengang kann also kommen.

Es ist schon fast Tradition, dass wir von allen am längsten benötigen, aber das ist uns ziemlich egal. Mittlerweile sind 20 Bikes auf den Stellplätzen angekommen und wie immer ist BMW die führende Marke. Dieses Mal gesellen sich neben den großen GS'en allerdings gleich 4 Generationen der F650 zueinander.

Auf dem Weg zu unserem Zimmer stellen wir erst einmal fest, dass wir dieses Mal ein Zimmer im Bug statt im Heck haben. Auch der Zimmergang scheint viel breiter zu sein, als beim letzten Mal.


Wir öffnen die Zimmertür und uns erwartet ein komplett anderes Zimmer als erwartet, denn wir haben ein richtiges Doppelbett. das ist vor allem für mich eine riesige Überraschung. Mr. O grinst nur.


Wie auch schon bei der letzten Hinfahrt ist das Zimmer ein Kühlschrank, aber ansonsten schön. Wir ziehen uns kurz um und machen uns auf den Weg zu Sonnendeck, wo wir erstaunt über die Menschenmassen sind.

Im Gegensatz zum letzten Jahr ist der Hubschrauberlandeplatz bevölkert mit Liegen und Stühlen. Eine Sardine neben der anderen. Ein völlig fremdes Bild. 10 min vor 14 Uhr sind wir felsenfest der Meinung, dass das Schiff dieses Mal nicht pünktlich ablegen wird, denn es stehen noch Unmengen an Autoladern im Außenbereich.

Kurze Zeit später werden aber auch diese verladen und der eine oder andere zu spät kommende PKW auf die letzten Plätze verwiesen. So manch einer kommt allerdings mehr al nur zu spät. Sowohl ein Ford Kombi als auch ein Tieflader müssen vor verschlossener Schranke umdrehen.

Eine Familie kommt in letzter Minute am Terminal an und wir sehen sie noch die Gangway entlanglaufen, als die Taue gelöst werden und das Schiff sich langsam vom Pier entfernt. Für diese Familie ist wohl in diesem Moment eine kleine Welt zusammengebrochen. Das ist, denke ich, noch viel schlimmer als den Zug zu verpassen, denn das nächste Schiff fährt leider erst am nächsten Tag und man weiß ja nicht, was sie dadurch noch alles so verpassen. Da hilft wohl nur noch fliegen. Mr. O fragt derweil ketzerisch, ob wir Ihnen zuwinken wollen.

Vorbei an der Stenaline und des MSC sehen wir nun auch das zweite Kreuzfahrschiff "Daphne", welches erstaunlich klein ist. Nach einer guten dreiviertel Stunde erreichen wir Laboe und das Schiff nimmt merklich fahrt auf. Der frische Wind führt nun auch dazu, dass viele Sardinen wieder in ihre Dosen zurückkehren, sodass ein kleines Liegen- und Stuhlchaos zurückbleibt.

Auf dem Boden liegen wahnsinnig viele tote Marienkäfer, welche auf der großen Fußbodenwüste den Menschenmassen vollkommen ausgeliefert sind. Wir beschäftigen uns derweil damit, die auf uns landenden Tierchen zu retten und wenigstens eine hoch erhobene Abflugfingerspitze zu bieten.

Mittlerweile wird auch uns kalt und wir gehen durch das immer wieder beeindruckende Panoramadeck um nach einer geeigneten Essensmöglichkeit Ausschau zu halten.

Letztendlich ziehen wir uns in unser Zimmer zurück, wo wir etwas den Auswanderern nach Kanada zusehen. Gegen 16:45 haben wir dann aber doch etwas Hunger und machen uns auf den Weg zur American Sportsbar, wo wir, wie auch schon beim letzten Mal Burger und Pommes essen und etwas Coke trinken.


Vollgefuttert setzen wir uns danach im schönen Sonnenlicht nach draußen und zumindest ich döse etwas ein, während Mr. O die näher kommende Große-Belt-Brücke betrachtet.


Uns wird dann aber doch etwas zu kalt und wir gehen auf dem Sonnendeck weiter nach vorne. Hier ist es etwas windgeschützter. Gegen 18 Uhr passieren wir die Brücke dann recht schnell, wobei man das Gefühl hat, dass zwischen Schornstein und Brücke nur hauchdünner Platz ist.


Da wir so langsam Durst haben, versuchen wir im überteuerten Einkaufsshop etwas geeignetes zu trinken zu bekommen.


Letztendlich nehmen wir ein 10er Pack Caprisonne und gehen zurück in unser Zimmer, wo ich beginne den heutigen Tag in den Mac zu klimpern und Mr. O sich die norwegischen Routen und Zielpunkte anschaut.

Nun schauen wir noch etwas fern. Ich werde erstmalig heute Nacht mal Oropax ausprobieren, mal sehen ob ich dadurch besser schlafe.

1.8.09 21:52

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