02. August 2009 - Oslo-Magalaupe (Oppdal)

Ich kann nur sagen: Oropax ist das Allheilmittel schlechthin. Ich habe geschlafen wie ein Bär und zwar von gut halb zehn bis 4 Uhr ohne aufzuwachen. Ab und zu hatte ich zwar das Gefühl die Waxpads wurden nicht mehr halten, aber kurz andrücken und perfekt saß alles wieder.

Um 4:30 waren wir dann beiden wach und beschließen mal zu sehen, wieweit die Color Fantasy es schon gebracht hat. Kurz den Ferseher eingeschaltet und schon sehen wir, dass die Sonne langsam aufgeht, was wir uns nicht entgehen lassen wollen.

Oben angekommen ist das Sonnendeck menschenleer und nur ein weitere Fotograf nutzt das schöne Licht für die ersten Stunden.



Es dauert keine 10 min und die Sonne lässt die ersten Strahlen hervorblitzen. Ich glaube genau so ein Bild erwartet wohl jeder, wenn er nach Norwegen einfährt. Ich komme mittlerweile aus dem Fotografieren nicht mehr raus, denn die Farben sind wahnsinnig schön und auch mit dem Schiff lassen sich in diesem Licht tolle Aufnahmen machen. So langsam sind auch andere wach und versuchen mit den letzten schönen Lichtstimmungen ein Bild zu erhaschen.





Wir begeben und so langsam wieder in die Kabine, wo wir noch eine weile dösen um uns dann etwas unter der Dusche zu erfrischen. Hier sei angemerkt dass der Duschkopf weitausbesser ausgerichtet werden konnte als der im Intercityhotel. Wir kuscheln uns nochmal etwas zusammen und gehen gegen 6:50 runter zu Grand Buffet. Ähnlich wie beim letzten Mal gibt es einige, die Angst haben das Restaurant verfüge nur über eine geringe Anzahl an Tischen, denn sie drängeln und streben nach vorne ohne Rücksicht. Wir lassen es gemächlich angehen und suchen uns einen Tisch in der Mitte, da die Fensterplätze sowieso schon fast alle belegt sind.

Wie immer gibt es ein großes Frühstücksbuffet, wobei sicherlich die Geschmäcker auf verschiedene Art und Weise angeregt werden oder auch nicht. Die Elchbouletten beispielsweise, waren nicht wirklich so gut und das Rührei recht labbrig. Der Speck dazu hingegen super lecker. Mr. O hollt sich derweil ein Getränk nach dem anderen, was verständlich ist, da wir nur sehr wenig dabei haben und dieses noch den ganzen heutigen Tag reichen muss.

Nebenbei stibitzt Mr. O 11 kleinen Tuben Nugatti für mein zukünftiges Norwegisches Frühstück. Nach einer halben Stunde sind wir gut gestärkt und gehen zurück aufs Zimmer, um alles Sachen zu packen und wieder in die Motorradklamotten zu steigen. Es dauert noch ca. 1h bis das Schiff den Osloer Kai erreicht hat, sodass wir noch Zeit haben etwas an Deck zu gehen und erstmalig den Oslofjord bei Sonnenlicht statt Nebel zu sehen.

Das Schiff ist ziemlich nass überall und wir vermuten schon, dass es zwischenzeitlich geregnet hat, doch letztendlich wurde es nur gereinigt und abgespült.

Wir biegen so langsam zum Kai ein und machen uns auf den Weg zu den Bikes, wo bereits recht viele andere ihr Vergurtungen lösen. Da wir ja wissen, dass es eh noch etwas dauert, bis wir rausfahren können, lassen wir uns Zeit beim Lösen der Gurte. Letztendlich waren wir aber dennoch nicht langsam genug und müssen noch gute 10min warten bis, wir endlich ausfahren dürfen. Etwas erstaunt sind wir über die Fahrerin der neuen F650GS, welche geradeso mit den Zehenspitzen auf den Boden kommt, obwohl das Bike nahezu überladen scheint. Ich hatte echt das Gefühl, dass sie sich auf der Rampe noch flach legt. Da fragt man sich wieder, warum man nicht gleich ne tiefergelegte holt.





Kurz nach dem Rausfahren mache ich noch ein kleines Bildchen des Bugs und dann reihen wir uns auch schon an der Schlange zum "Toll" ein. Dieses Mal stehen lauter "Toll Custumer" und ein "Toll Hund" da. Wirklich süss der kleine, aber natürlich nicht ohne Hintergedanken, denn er schnüffelt ganz unscheinbar jedes Gefährt ab. Nachdem wir endlich durch den Zoll sind, ziehe ich mich noch schnell komplett an und los geht es auf unsere heutige Etappe Richtung Trondheim.

Die E6 ist wie gewohnt am Anfang fiel befahren und wiedermal überholen und LKWs aber was stört's, wir fahren gelassen die erlaubte Geschwindigkeit und gut ist.



Die E6 wird derzeit recht viel bebaut, weshalb wir von einer Baustelle in die andere kommen. In einer der letzten passiert es dann auch dass ich Mr. O zu langsam bin (ja, da stand 40!) und er vorfährt und links auf der E6 bleibt, obwohl das Navi zeigt, wir sollen rechts auf die 3.

Naja was solls denk ich mir, Mr. O sagte ja, wir fahren die E6, also bleiben wir auch da, obwohl das Navi weiterhin zur 3 Straßen anbietet bis wir an einem Rastplatz kurz Pullerpause einlegen.

Ich frage Mr. O ganz nebenbei, ob er tatsächlich die ganze Zeit E6 fahren wollte oder ob er dem Navi einen schnellere Route erlaubt hat. Naja mit seiner Antwort zeigte sich dann auch, warum es doch besser gewesen wäre dem Navi zu folgen. Mr. O hatte gedacht es sei die E6 eingespeichert, hat dem Navi aber die schnellste Route erlaubt. Somit haben wir gerade 1h über den Haufen geworfen und zuckeln nun weiter auf der E6.



In Ringebu legen wir noch einen Tankstopp ein, wobei wie immer erste die Kreditkarte gezückt werden muss. Nach dem Tacken bekommen wir dann aber wieder keinen Beleg, sodass ich einfach mal zur Kasse gehe, welche mir diesen sofort aushändigt.

Kurz hinter Ringebu geht es runter auf die 27 Richtung Folldal. Die Strecke hat mir ja beim letzten Mal schon so gut gefallen und heute können wir sie richtig genießen, zumal die wenigen Autos und Carawans schnell überholt sind und die erlaubten 80 im weitesten Sinne auch ausreichen um flott durch die Kurven zu kommen.

Wir passieren unsere letztjährigen Campingplatz und sichten wieder ein paar Schaafe, wobei sich dieses Mal keines so in den Weg stellt. Das liegt wohl an der Jahreszeit.

Wie auch schon beim letzten Mal ist es auf dem Fjell relativ kühl und karg, wobei die Natur mir noch etwas grüner scheint als im letzten Jahr. In Folldal geht es dann auch schon auf die 29 nach Hjerkinn, wo wir wieder auf die E6 stoßen und in die Kommune der Bisoms eintauchen.

Ich versuche mich derweil im Filmen und Fotografieren während der Fahrt, um mir etwas die Lange Weile zu vertreiben. Auch Gesangsunterricht ist hierbei ein nicht zu verachtendes Heilmittel.

So langsam ist es 16 Uhr geworden und wir machen einen letzten kleinen Stopp an einem WC mit Infotafel über die nächsten Campingplätze. Wir beschließen, uns den ersten mal anzusehen und ggf. dort zu bleiben.

Auch ein Magdeburger fährt dort hin, wobei das kuriose ist, dass wir ihn bestimmt schon zum 4.Mal überholen, was er dann auch schmunzelnd an der Rezeption verdeutlicht.

Die Hütten scheinen hier mit 200NOK recht preiswert, allerdings ist sowieso nur noch eine für 4 Personen und 550NOK frei, welche sowohl wir, als auch der Magdeburgern nicht wollen.

Letztendlich zahlen wir 110NOK was ok ist, obwohl wir auch schon weniger gezahlt haben. Recht zügig bauen wir unser Zelt auf und verstauen alle Sachen.



Wähend Mr. O dem Garmin seine Routenpunkte entlockt, koche ich uns Nudeln mit Gorgonzola-Sauce, welche recht schnell fertig ist, sodass wir auch schnell unsere Mägen füllen können.



Wir kommen etwas ins Gespräch mit den Magdeburgern, welche ebenfalls auf die Lofoten wollen, wo sie sich für eine Woche eine Hütte gemietet haben.

Wir stellen derweil fest, dass wir heute nur 400 km in 6 Stunden geschafft haben und somit nicht umhin kommen die vollen 3 Tage zu benötigen, um auf die Lofoten zu kommen.

Aber egal, uns treibt ja sonst nichts bis auf die Bestätigung, dass es dort oben so toll sein soll. Nachdem das Geschirr auch endlich abgewaschen ist, legen wir uns so langsam ins Zelt.

Es ist draußen merklich kühler geworden und so tut es gut in die Schlafsäcke zu schlüpfen, während draußen der Wind recht ordentlich weht und der reißende Fluss die Geräusche der E6 und des Zugverkehres übertönt.

Auch wenn es erst 20 Uhr ist, sind wir recht müde und machen so langsam die letzten Handgriffe um uns aneinander zu kuscheln.

2.8.09 22:25

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