04. August 2009 - Mosjøen - Sortland

Schon um halbsechs sind wir putzmunter und drehen eine kleine Toilettenrunde. Ich kann daraufhin erstmal nicht mehr schlafen und schnappe mir den Fotoapparat um die mystisch anmutenden Wolkenformationen festzuhalten.



Danach nehmen ich mir die Waschsachen und die Duschkarte um mich frisch zu machen, wobei ich feststellen muss, dass es trotzdem nur kaltes Wasser gibt und die Duschkarte kaum ihre Funktion erfüllt.

Zurück im Zelt ist Mr. O nochmal eingeschlafen und so geselle ich mich dazu und nicke ebenfalls nochmal weg. gegen 7:15 kann dann auch Mr. O nicht mehr schlafen und vesucht sein Glück mit der Duschkarte.

Er hat zwar warmes Wasser aber nur für 1,5 min statt 3, sodass er letztendlich doch etwas kalt duschen muss. Ich räume derweil schon das Innenleben des Zelts zusammen und bereite das Frühstück vor.

Heute gibt es lecker Nugatti und Marmelade sowie Salami und Brot. Neben uns zofft sich derweil ein italienisches Pärchen, wobei uns der Mann schon langsam leid tut.

Pünktlich um 9:00 sind wir abfahrbereit und stellen einen neuen Rekord auf, was das zusammen räumen und losfahren betrifft. Erstaunt stellen wir dennoch fest, dass es einige gibt, die in Norwegen auf Wanderwegen alleine unterwegs sind und ihr komplettes Hab und Gut auf dem Rucksack tragen.

Wir fahren noch schnell an die Tanke und finden in einem der nächsten Orte auch einen "minibanken" (Geldautomat) und machen uns sodann auf den Weg Richtung Mo I Rana.

Irgendwann überholen wir dann auch wieder die Chopperfahrer aus Berlin und Umland, an denen wir gestern schon vorbeigefahren sind.



Wiedermal vertreibe ich mir die Zeit mit filmen und fotografieren, sodass ich fast überrascht bin, als wir plötzlich den Polarkeis erreicht haben. Dieser Ort zieht die Touristen magisch an, denn Busseweise werden sie hier auf das Polarkreiscenter losgelassen.





Sicherlich weil jeder den zuhaus gebliebenen Zeigen will, wo er war, schreibt jeder zweite auch eine Postkarte und wirft sie in den überdimensionierten Briefkasten.



Die berühmte Stele mit dem Globus ist eines der begehrtesten Objekte, doch auch wir erhaschen ein Foto trotz des Massenandranges.





Da wir im Center dann etwas länger brauchen, um ein Certifikat, ein T-Shirt, 2 Anhänger, ein Elchschildkissen und 2 Aufkleber zu kaufen, erleben wir die Stele etwas später nahezu menschenleer, was wir sogleich ausnutzen. Ich drehe noch einen kleinen Film und fotografiere die andere Statue bevor es weiter geht.





In Faukes benötige ich dann aber dringend eine Pause, denn mir fallen merklich die Augen zu. Außerdem ist mir bei guten 23°C doch so langsam zu bullig unter der Motorradjacke.

Es wird Zeit den Fleece und die Sturmhaube loszuwerden und das schöne Wetter zu genießen. Schön ist der Pausenplatz am Hafen zwar schon, leider wurde dort gerade eine Rentnerversammlung eines Reisebusses aus Frankfurt/Main ausgeschüttet, was dann doch nervig ist.

Richtig blöd ist vorallem das der Reisebus direkt vor uns losfährt und wir diesen erst noch wieder auf der kurvigen Strecke überholt bekommen müssen.

Dies schaffen wir aber dann doch recht schnell. Jetzt heißt es aber auch die nächsten 50 km Boden gut zu machen, denn Mr. O muss bald tanken und ich dringend aufs Örtchen, wobei der Bus uns nicht einholen soll.

Irgendwann kommt dann nach 50km auch die Tankstelle welche mit einem horenden Preis über 13 NOK natürlich der Abgelegenheit Tribut zahlt. Bezahlen müssen wir dieses Mal nicht mit der Kreditkarte vor dem Tanken, sondern drinnen im Einkaufsladen und zwar erst nach dem Tanken, was super für mich ist, da es dort eine Toilette gibt. Wieder draußen macht Mr. O ordentlich Dampf, da der Bus naht. Wir sind aber vor ihm wieder auf der Strecke und düsen weiter Richtung Lødingen, wo wir laut Mr. Os Umprogramierung am Navi um 15:45 ankommen sollen.



Ich folge dem Navi also in vollem Glauben auch runter von der E6, bis Mr. O im Rückspiegel verschwunden ist. Ich drehe um und entdecke ihn weiter vorne wo er bereits auf mich wartet und genervt fragt, wo ich denn hinwolle. I

ch kapiere die Welt nicht mehr, denn wie ich es auch mache, mache ich es falsch. Dieses Mal wäre es, im Gegensatz zu sonst, richtiger gewesen der E6 zu folgen. Wir fahren nun also auf der richtigen Strecke weiter und begegnen den Holländern von der Color Fantasy. Auch sie scheinen es nicht in weniger als drei Tagen geschafft zu haben, auf die Lofoten zu fahren. Am Fähranleger angekommen, stellen wir fest, dass die Fähre gerade weg ist. Die nächste fährt aber schon in einer Stunde und so hole ich mir ein Eis und Mr. O checkt die Karten. So langsam trudelt dann auch der Frankfurter Bus wieder ein.



Als die Fähre dann kommt spukt sie förmlich Massen an LKWs und Autos aus. Es scheint auch, dass sie die Fähre erstmal lüften, denn beide Ladeklappen werden geöffnet.

Kurze Zeit später können wir dann auch auf die Fähre fahren, wo bei wir die Räder schräg platzieren sollen.



Das Autodeck darf während der Überfahrt nicht betreten werden, deshalb versuchen wir die Bikes etwas mit 1. Gang und festgezurrter Bremse zu fixieren und lassen sie dann mit einem etwas mulmigem Gefühl zurück.



An Deck haben wir dann aber eine sehr schöne Aussicht und als Mr. O entdeckt, dass man auch nach hinten durchgehen kann. So können wir der Rentnerreisegruppe aus Deutschland etwas entfliehen. Leider wird das hintere Deck gerade maschinell vom Rost befreit, was einen tierischen Lärm macht. Irgendwann hört dieser dann aber auch auf und so genießen wir einfach nur noch die traumhafte Aussicht auf eine unbeschreibliche Landschaft.



Kurz vor dem Erreichen von Lødingen streben alle wieder Richtung Autodeck, was ersteinmal zu tierischem Stau an der Treppe führt. Wir wollen mittlerweile einfach nur noch zu unseren Bikes und sind froh, dass sie standhaft geblieben sind.

Runter von der Fähre fahren wir Richtung Sortland, wobei ich kurz am ersten Campingplatz Halt mache, wo wir beschließen noch etwas weiterzufahren. Erneut überholen wir ein paar Wohnwagen und einen LKW. In einem Kreisverkehr zeigt das Navi leider etwas Blödsinn an, sodass ich zu spät auf die Schilder achte und wir einen Ehrenrunde drehen.

Leider bedeutet das erneut den LKW überholen zu müssen, was Mr. O, wie er mir später sagte, fast zur Weißglut bringt. Gegen 19 Uhr kommen wir in Sortland Camping an und zahlen den derzeitigen Höchstpreis von 200NOK für unser Zelt.

Leider bemerken wir erst später, dass dieser Campingpltz eher schlecht für Zelte geeignet ist. Nirgends ist eine ebene Fläche zu finden und an Sitzmöglichkeiten ist schon gar nicht zu denken.



Wir beschließen deshalb nur eine Nacht zu bleiben und lieber Morgen nach etwas schönerem am Wasser zu suchen, wo wir mehrere Nächte bleiben. Zum Abendbrot gibt es Nudeln mit Basilikumsauce und etwas Salami. Da es schon 9 Uhr ist und merklich kalt wird, verziehen wir uns ins Zelt, wo Mr. O etwas vorschläft und ich die heutigen Zeilen verfasse.

Es ist jetzt halb elf und immer noch taghell, was zwar seltsam aber auch ungemein praktisch ist, wenn mann hier so vor sich hin tippt.

4.8.09 23:11

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