06. August 2009 - Stø - Bø - Stø

Gegen halb acht stehen wir auf und erblicken aus dem Fenster, dass die beiden Berge von einigen Nebelschwaden umzogen sind.



Diese ziehen zwar recht schnell vorbei aber irgendwie scheint draußen eine richtige Suppe zu hängen. Auf dem Weg zur Toilette erblicken wir dann auch schon das heutige Dilemma. Eine Mega-Nebelwand hängt über dem Meer und scheint sich nicht im Geringsten aufzulösen. Die seichten Nebenschwaden rund um die beiden Berge sind noch ein Kinderspiel dagegen.



Frohen Mutes, dass die Suppe sich die nächsten 3 Stunden bestimmt noch auflöst machen wir uns Frühstück, wobei es heute mal den Erdbeer-Trinfjoghurt und Norwegische Heiße Schokolade. Ersteres erscheint Mr. O etwas sauer, sodass er schon annimmt, der Joghurt ist schlecht geworden, was ich aber nicht bestätigen kann. Die Heiße Schokolade schmeckt im Vergleich zur Deutschen weitaus besser, denn sie enthält bereits Milchpulver und kann somit auch mit Wasser statt Milch aufgegossen werden.

Nach dem Frühstück machen wir uns dann so langsam abfahrtbereit, wobei ich aufgrund der Kälte schonmal die Funktionsunterwäsche angezogen habe und zum dicksten Fleece gegriffen habe. Mr. O lässt zwar die Funktionsunterwäsche weg, greift aber ebenfalls zum dicksten Fleece.



Als wir am Arctic Whale Center ankommen bin ich eigentlich frohes Mutes, denn es sind viele Leute da, die wohl ähnlich wie wir zur Walsafari wollen. Im Center erfahren wir dann aber, dass die Safari abgesagt werden muss, da der Nebel den ganzen Tag nicht wegziehen wird, weil kalte Winde vom Westen auf die warme Landluft aus dem Osten treffen. Dem Satelitenbild zufolge ist das komplette Nordmeer Nebelverhangen und klärt sich auch nicht wie in den meisten Fällen auf.

Morgen soll der Wind aber drehen und somit warmer Wind mit warmer Landluft gemischt sein, sodass sich der Nebel nicht mehr bilden sollte. Wir sind recht traurig, lassen uns aber einfach mal auf die Liste für morgen schreiben und besorgen uns nebenan im Café eine weitere Übernachtung in unserem Zimmerchen, was natürlich bitter ist, aber was solls. Wenn wir schon hier sind, wollen wir nicht all zu schnell aufgeben und versuchen somit morgen erneut unser Glück.

Damit wir den Tag nicht ungenützt lassen werfen wir schnell den Laptop an und Mr. O programmiert eine kurze und eine lange Ersatztour ins Navi ein, wobei wir uns auf Grund der fortgeschrittenen Zeit für die kürzere entscheiden, da die 200 km heute noch realistisch zu schaffen sind. Gegen 11:30 geht es los Richtung Myre, wobei schnell ersichtlich ist, dass nur direkt an der Küste ordentliche Nebelschwaden sind, welche zum Teil an den Bergen festhängen.



Ansonsten herrscht im Landesinneren blauer Himmel mit leichten Schleierwolken. Wir verlassen die Øksnes-Komune, um kurz durch die Sortland-Komune erneut ein Stück Øksnes-Kommune durchqueren, bevor wir einen recht feuchten Tunnel durchqueren und in die Bø-Komune einfahren.




Hinter dem Tunnel halten wir kurz an, denn es gibt vom dortigen Rastplatz einen tollen Panorama-Ausblick. Wir folgen der kurvigen Straße nach Eidet und biegen dann rechts in die beiden Fischerdörfer Nykan und Hovden ab. Je näher wir den beiden Dörfern kommen, desdo nebliger wird es wieder.

Nykan liegt dann schon komplett im Nebel und es ist wieder erstaunlich kalt geworden. Wir zweigen aber dennoch Richtung Hovden ab, welches wir gute 10 km später erreichen.

Hovden ist ein wirklich kleines Fischerdörfchen mit recht vielen Gestellen, auf denen der Stockfisch getrocknet wird. Wir sind aber scheinbar zu spät um diese hängen zu sehen, denn die wirkliche Trockenzeit ist im Juni.

Als wir so Richtung Hafen fahren, kommen wir aber an einer großen Halle mit geöffneten Toren vorbei, wo gerade der bereits getrocknete Stockfisch von zwei Arbeiterinnen auf Europaletten gestappelt wird.



Am Eingang steht bereits eine fertige Stiege mit einem Schild "40/50 Kongsfjord" Ich frage kurz nach ob ich Fotos machen darf und die Mitarbeiterin nickt freundlich, sodass ich gleich ein paar Nahaufnahmen und natürlich auch der gesamten Halle mache.



Mr. O steigt dann auch noch vom Bike und ist überrascht von den Massen, die dort in der Halle liegen und auch bereits auf Paletten gelegt wurden. Wir fahren nochmal kurz im Hafen und im Dörchen umher, bevor wir uns auf den Rückweg machen und wieder den wärmeren nebelfreien Zonen entgegenstreben.

In Eidet fahren wir dann weiter nach Straume und Reine mit tollen Aussichten auf die Nebelformationen an den Bergen und über dem Wasser.

Kurz hinter Reine muss ich dann aber doch mal kurz stoppen, da meine Blase sich bemerkbar macht, wobei wir nebenbei Aussicht auf die Berge von Stokmarknes haben.



Kurzentschloßen tauschen wir die Motorräder und Mr. O fährt die GS, während ich mich auf der weitaus ruhigeren F800S gütlich tue. Wir Folgen im Grund immer den befestigten Straßen. Als das Navi uns einmal einen anderen Weg vorschlägt, lassen wir diesen lieber unberücksichtigt, da er nur noch aus Schotter besteht, was kein Zuckerschlecken ist.



Irgendwann kommen wir dann wieder nach Straume und fahren rechts zurück Richtung Sortland um später wieder nach Myre abzuzweigen, wobei Mr. O dieses Mal nicht den direkten Weg, sondern über Alsvâg wählt, welcher kurzzeitig einen schönen Ausblick auf Andøy gewährt. Die Strecke ist schön zu fahren und sehr kurvig, wobei ich so langsam merke warum Mr. O ab und an Rückenschmerzen hat, denn die sportliche Haltung strengt doch erstaunlich an. Im Myre angekommen tanken wir die Bikes wiedermal auf und gehen im Rema 100 unser heutiges Abendbrot kaufen.

Sodann geht es auch schon zurück nach Stø wo wir gegen halb fünf ankommen und noch schnell im Arctic Whale Center nach der Wetterlage fragen welche sich bis jetzt immernoch ohne Nebel halten soll. Bezüglich des Internetanschlusses kann ich leider nichts herausfinden. Angeblich haben die Familien in der Nr. 3 und 4 ein Passwort für das W-Lan.

Zurück im Zimmer müssen wir ersteinmal etwas lüften, denn das Zimmer ist schon wieder recht warm und stickig. Danach wechseln wir in bequemere Klamotten. Mr. O schaut derweil im Laptop wie wir unsere Route auf die Lofoten evtl.doch nochmal umplanen und speichert die heutigen Wegpunkte des Navis. Ich mache uns die Kjottpølser heiß und gebe diese zum Kartoffelsalat auf die Teller. Mr. O ist die erste Wurst nicht warm genug, aber zum Glück kann ich mit der zweiten punkten.

Nach dem Essen überkommt Mr. O die Müdigkeit während ich etwas fernsehe, die Bilder von der Kamera lade und die wenigen erlebnisreiche dieses Tages in Worte fasse. Ich frage noch schnell bei der Familie im Zimmer 3 und 4 nach dem W-Lan Passwort und et voilá wir haben Internet. Somit kann ich den daheimgebliebenen erste Zeilen und Fotos schicken. Mr. O's Eltern sind leider gegen 20 Uhr noch unterwegs, aber vielleicht, haben sie später noch die Möglichkeit mit uns zu skypen.

Der Nebel schien sich eben etwas aufzulösen, da man ganz gut die Sonne sehen konnte. Momentan ist es aber wieder ein recht graue Suppe, welche zumindest den Campingplatz sichtbar werden lässt. Die beiden Berge sind hingegen komplett verschlungen.

6.8.09 20:00

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