08. August 2009 - Stø - Sandsletta

Etwas gerädert und nicht wirklich gewillt aufzustehen, bewege ich gegen 8 Uhr endlich meine müden Knochen aus dem Bett. Mr. O haut sich lieber nochmal ne Runde aufs Ohr, während ich anfange die ersten Sachen zu sortieren und zusammenzupacken. Mr. O steht geweckt durch meinen frühmorgendlichen Lärm dann auch auf und geht schnell unter die wohl letztmalig in der Unterkunft befindliche Dusche. Ich nutze die Zeit und die beiden Packrollen mit allem zu füllen und zu verschließen und etwas Wasser für den Kaffee und die heiße Schokolade zu kochen. Als Mr. O wiederkommt schneiden wir noch etwas von mittlerweile total trocken gewordenen Simpsonsbrot ab, welches wir wohl nicht mehr kaufen werden. Beim Frühstück checken wir dann noch etwas die Mails und lesen die neuesten Nachrichten auf Spiegel Online.

Nach dem Frühstück werden dann die restlichen Habseligkeiten verpackt. Als wir rausschauen hat es leider zwischendurch angefangen zu regnen, weshalb wir die gerade verpackte Regenkombi gerade wieder rausholen können. Wir brauchen dann noch gut eine halbe Stunde bis alles auf die Motorräder verpackt und verzurrt ist und wir uns in die Kondome gepellt haben, was heute wohl eher ein schwitzendes Vergnügen werden wird, denn es ist nicht gerade kalt. Da ich aber nicht weiß, wie stark der Regen werden wird, nehme ich lieber die dicken Winterhandschuhe. Unsere vielen Pfandflaschen binde ich mit einer Tüte an die Packrolle, was etwas instabil ist aber ja zum Glück auch nur kurze Fahrt halten muss.

Gegen halb elf starten wir dann endlich die Motoren und fahren zum Café am Walcenter um die Schlüssel ohne großes Trara abzugeben. Wir sind uns etwas unsicher, ob wir die Wohnung hätten säubern müssen, denn nirgends stand etwas und haben nur kurz gefegt und gesaugt. Alles andere haben wir ja im Grunde auch nicht dreckig gemacht.

Im nächstgelegenen ICA geben wir die Flaschen dann noch schnell ab und machen uns auf den Weg Richtung E10. Zwischendrin kommen immer mal ein paar mehr oder weniger Regentropfen, aber ansonsten fährt es sich gut.

Hinter Myre zweigen wir dann auf die 821 ab und nehmen danach anstelle der 820 eine Nebenstraße welche westlich Sortland umfährt und immer am Eldsfjord entlang führt. So schön die Landschaft auch ist und so gut die Straße bis eben noch war.

Von einem Moment auf den anderen wird eine Baustelle sichtbar welche sofort mit Millionen von Schottersteinen beginnt und trotz unserem Fluchen nach 7 Kilometern erst ein Ende nimmt. Man kann eigentlich auch nicht mehr von fahren sprechen, denn wir balancieren unsere 250 kg Vehikel wie auf Wackelpudding und das schlimme ist. Immer wenn man denkt hinter der nächsten Kurve ist es vorbei offenbaren sich weitere 500 m Schotterpiste.
Nachdem wir diese Passage geschafft haben, ist Mr. O am Dampfen sowohl vor Wut als auch vor Hitze.



So schaffe ich es gerade noch ein Bild vom Übergang der Asphaltstraße in den Schotterweg zu machen, und unter Mr. O drängendem Hupen mir die Handschuhe wieder anzuziehen.



Wir erreichen dann endlich das Erkennungszeichen von Stokmarknes, nämlich die ...brücke, welche sich von weitem recht normal über den Fjord zu schwingen scheint, doch kommt man näher ist man erstaunt welche Silouette sich ergibt und wie die ansteigt.



Das ist aber auch kein Wunder, denn unter ihr sollen die Hurtigrutenschiffe durchpassen, damit sie täglich darunter verkehren können.

In Stokmarknes ist das Hurtigrutenmuseum welches wohl recht großer Anziehungspunkt so mancher Touristen scheint. Heute jedoch ist Stokmarknes eher ein Mararthonrundkurs, sodass wir daran gehindert werden gleich am Hurtigrutenmuseum auf die gewünschte Umgehungsstraße nach Melbu zu kommen.

Ich versuche es also weiter hinten und lande, mit dem Navi in einer Sackgasse, obwohl es felsenfest der Meinung ist, dass mann dort wieder auf die Straße kommt. Mr. O fällt daraufhin nur Applaus ein und gibt mir zu verstehen, dass das Schild auch in Deutschland Sackgasse heißt. Egal ich nehme eine andere Route auf der mir Mr. O nur widerwillig folgt und Lichthupe und Blinker einsetzt, bevor ich an die gewünschte Straße komme und ihn frage, ob er noch ins Museum will.

Da er verneint führe ich uns weiter auf der westlichen Seite von Hadelsøya, wobei die Straße gerade so breit ist dass Auto und Motorrad gut aneinander vorbeikommen. Von hier aus sehen wir dann auch erstmalig die Lofoten, wobei ich glaube das der Volksmund Lofotwand sagt.



Nach weiteren schönen Kurven erreichen wir dann Melbu, wo so langsam auch der Himmel aufzubrechen schein und die ersten Sonnenstrahlen zu uns herunterscheinen.





Die Fähre fährt ca. 40 min später wobei wir die Zeit damit verbringen, mit zwei Busfahrern ohne Reisende und zwei Leuten in einem VW Bus California Beach zu sprechen. Letztgenanntes Auto könnte sich Mr. O auch mal für uns vorstellen, weshalb ich die beiden natürlich frage, wie es ihnen gefällt. Das Strahlen in ihrem Gesicht sagt alles, vorallem, weil sie mit dieser Größe auf Fähren noch als PKW gelten und die Höhe von 2 m auch in Parkhäusern unkompliziert ist.





Die Fähre kommt dann recht pünktlich an und wir dürfen zwar nicht als erstes aber dennoch ganz vorne rechts auffahren, wo wir wieder unsere Bikes notdürftig befestigen und dann an Deck gehen, wo sich eine sehr schone Aussicht auf die Lofotwand bietet.



Die Fähre selbst, scheint noch recht neu zu sein, denn nirgends ist Rost zu sehen und der Saloon ist auch nicht von gestern. Nach gut einer halben Stunde sind wir dann auch schon auf der anderen Seite angekommen, wobei wir vor allen runter fahren dürfen.



Wir nehmen hinter der Fähre dann gleich rechts die westliche kleine Straße Richtung Straumnes. Die Straße ist am Anfang wieder recht gut doch dann wird sie auf einmal zum Sandweg. Ich haltekurz an und frage Mr. O ob wie weiterfahre wollen oder umkehren, doch er entscheidet sich für letzteres, da sich die Straße noch einigermaßen mit 40km/h fahren lässt.

Dann ist ein Schild aufgestellt mit "Wegarbeiten", welches ja auch gut und gerne die nächsten 11 Kilometer sein kann. Ich frage Mr. O erneut, doch nun haben wir die 4 km Sandfahrt schon hinter uns, was wir nicht unbedingt wiederholen wollen. Leider ahnten wir nicht dass nun 11 km Schotter der übelsten Art, nämlich trocken und locker aufgeschichtet, kommen sollten. Das ist noch schlimmer als Wackelpudding und mehr als 10 - 20 km/h sind nicht drin. Oftmals müssen wir auch anhalten um aus dem Schlingern heraus zu kommen oder Autos durchfahren zu lassen, welche eher bemitleidend drein schauen. Wir sind beide nur noch am fluchen und nach endlos langen 11 Kilometern kommt ein Schild welches die skurilen 60 km/h auflöst und ein Schild welches sich für die Unannehmlichkeiten entschuldigt. Sachen gibt's!!!

Es sind nun noch gute 12 km bis Sandsletta, wo wir wenig später auf den Campingplatz fahren und unsere reservierte Hütte buchen.



Auf einmal hält eine blaue BMW vor der Rezeption und das stehen die beiden Deutschen von der Color Fantasie vor der Tür. Wir kommen kurz ins Gespräch und sind wiedermal überrascht wie klein die Welt doch ist, dass man sich hier wiedertrifft.
Auch Ihnen ist es mit den beiden Schotterwegen übel ergangen und auch sie waren nur noch am fluchen. Mr. O sagt darauf später nur: "Warum soll es auch nur uns so ergehen?".

Danach fahren wir in unsere nett mit Blick auf den Sundlandsfjord gelegene Hütte und entpacken die Bikes.





Da es bereits 16 Uhr ist und wir noch nichts zu trinken haben, machen wir uns schnell auf den Weg nach Svolvaer um noch etwas um Rema 1000 und Coop Prix zu kaufen. Dieses Mal steht übrigens fest, dass wir grillen wollen, wobei die Auswahl an Grillfleisch hier eher bescheiden ist und wir etwas Zeit brauchen bis wir das richtige gefunden haben. Letztendlich gibt es neben Grillfleisch, Kartoffelsalat und Einmalgrill noch Hamburger, Obst und Gemüse für die nächsten Tage.



Dann geht es auch schon zurück zum Sandsletta Campingplatz, wo Mr. O schnell den Grill anwirft und die tiefgekühlten Hamburger auflegt. Die daraus entstehenden Hamburger sind, naja wohl eher nicht so zu empfehlen, denn das Fleisch schmeckt nicht im geringsten. Daran kann auch der überbackene Käse und die frischen Tomaten, Gurken und Salatblätter nichts ändern. Nach dem Abendbrot sortiere ich etwas unsere Fotos und bereite eine neue Auswahl für Picasa vor, sodass wir die daheimgebliebenen bei der nächsten Gelegenheit mal wieder etwas Material geben können.

Nachdem ich die Zeilen für heute getippt habe, räumen wir noch etwas auf und schauen uns noch etwas auf dem Platz um, wobei wir einen kleinen Streichelzoo entdecken und in der Rezeption nochmal nach dem Wetter schauen. Für morgen vormittag ist erstmal regen angesagt. Doch zum Nachmittag soll es besser werden, vielleicht fahren wir dann mal nach Borg zum Wikingermuseum.

8.8.09 17:11

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