10. August 2009 - Sandsletta-Trollfjord-Sandsletta

Gegen 8 Uhr werden wir wach, obwohl wir beide Lust hätten länger zu schlafen. Da hilft wohl nur duschen. Leider haben wir nur ein 10 Kronenstück, weshalb ich schnell mit dem Bike zur Rezeption fahre, um weitere einzutauschen. Zurück in der Hütte gehen wir dann beiden schnell duschen und bereiten danach das Frühstück im Freien bei leicht aufkommenden Sonnenschein aber recht niedrigen Temperaturen.

Gegen dreiviertel zehn fahren wir vom Campingplatz Richtung Svolvaer, wobei ich zwischendurch noch einen Zwischenstopp zum Fotografieren machen muss, bei dem tollen Licht, welches auf den See und die ankernden Boote fällt.





Mr. O macht sich durch Hupen bemerkbar, das die Zeit drängt und so fahren wir weiter und sind kurz nach 10 Uhr am Marktplatz. Wie es scheint ist die Tour mit der M/S Trollfjord schon ausgebucht und es steht für das gleiche Geld nur die 3 stündige Fahrt mit der M/S Lofotfjord zur Auswahl.

Widerwillig sage ich Mr. O, dass wir nun nur das größere Schiff nehmen können, woraufhin er das ganze für uns wortlos bezahlt. Zurück an den Bikes kleiden wir uns etwas seetauglicher. Wir gehen noch schnell in einen Souvenirladen, wobei eigentlich nichts zu kaufen ist, was man den daheimgebliebenen mitbringen könnte. Einzig die Seekarten der Lofoten würden uns interessieren, doch würden wir diese nur gerollt kaum heil nach Hause bekommen.



Dreiviertel elf gehen wir dann aufs Schiff, wobei die Plätze oben schon alle belegt sind und wir nur noch hinten oder ganz vorne sitzen können. Wir entscheiden uns für vorne.



Schon aus Erfahrung durch die Walsafari ziehen wir uns schon bei der Ausfahrt aus dem Hafen die warmen Jacken über und schließen alles, was Luft reinlassen könnte. Mit uns fährt auch ein großer Segler, den wir gestern schon im Hafen liegen sehen haben hinaus. Leider ist es momentan sehr diesig geworden und so lassen sich eher unspektakuläre Bilder machen.

Wir fahren eine gute halbe Stunde wobei wir linker Hand von der kleineren M/S Orca überholt werden, welche dann im schnellen Tempo in kleinere Schären einfährt, um dann auf Richtung Engstelle weiterzufahren.



Mit ziemlich viel Tempo überholt uns dann auch eines der gegen 11 Uhr gestarteten Speedboote, auf denen die Leute sich wohl eher festkrallen und alle warme Jacken anhaben.



Wenn ich das so sehe, kann ich mir kaum vorstellen, dass ich soviel Spaß hätte, denn mir würden sicher nach kürzester Zeit die Pfoten abfrieren. Mr. O hingegen schaut sehnsüchtig hinterher und überlegt schon, ob wir die richtige Entscheidung mit der Lofotfjord gemacht haben.



Wir passieren eine ziemliche Engstelle, wegen Elektrischer Kabel im Wasser, wobei man kaum Glauben mag, dass hier auch die Hurtigrutenschiffe durchpassen.



Kurze Zeit später stoppt das Schiff auf und es werden kleine Angeln verteilt, wobei ich auch mein Glück versuchen will.
Schon nach nichtmal 30 Sek fischt der erste einen riesigen Fisch heraus, wobei wir annehmen, dass es ein Dorsch war.



Der Kapitän kommt sogleich, um den Haken zu entfernen, wobei er unsanft das Auge des noch lebenden Tieres ausdrückt und ihn ohne Schlag auf den Kopf in einen großen Behälter wirft.

Nach guten 5 min ist ein weiterer Fisch gefangen, welcher wohl ein Lachs war, da er recht rot schimmerte. Als ich denke, dass nun das nächste Auge dran glauben muss, nimmt er den Fisch etwas sanfter und entfernt den Haken des Gummiwurms, um ihn nach dem Erinnerungsfoto sogleich zurück ins Wasser zu werfen.

Ein dritter Fisch ist ebenfalls zu klein und wird wieder ins Wasser geworfen. Ansonsten hat niemand weiter Anglerglück und so fahre wir nach dem Einholen der Haken und der Ausbeute eines Fisches weiter Richtung Trollfjord.



Wir erreichen diesen nach guten weiteren 10 min. Trotz der diesigen Sicht mag man sich kaum vorstellen können, wie hier eine Hurtigrute durch die enge Einfahrt passen soll. Die Wände reichen an den beiden Seiten recht schroff hunderte Meter empor und hier und da fallen kleine Wasserrinnsale an ihnen herunter in den Fjord.



Der Fjord ist 1100 m lang und ca 800 m tief, wobei die Felswände nahezu senkrecht im Wasser stehen.



Die Wände weisen ordentliche Spuren der Fjordberühmtheit auf, denn hier haben Touristen mit richtiger Farbe ihre Hinterlassenschaften mit Datum angepinselt. Teilweise sind diese durch die Witterung und den unterschiedliche hohen Wasserstand wieder abgespült, doch an manchen Stellen sind sie ziemlich prominent erhalten geblieben.



An einem Wasserfall fährt der Kapitän wirklich meterdicht an die Steinmauer heran um zu zeigen, wie klar das Wasser ist und wie die Wände auch unter der Wasseroberfläche weiter steil abfallen.








Wir drehen eine Runde im Fjord und sehen dann noch kleine lustige Vögel, die ebenfalls tauchen können sowie ein weiteres Speedboot, dass wieder schnell Fahrt aufnimmt um an uns vorbeizudüsen.



Bei der Ausfahrt aus dem Fjord sehen wir dann auch schon das erste Mal einen Seeadler in weiten Höhen kreisen.




So schnell wie der Trollfjord erreicht war ist er auch schon wieder Geschichte und wir fahren wieder Richtung Svolvaer, wobei uns verkündet wird, dass man versuchen wird einen Seeadler anzulocken.

Nebenbei füttern ein weiteres Crewmitglied Brot an die Möwen, welche in Scharen neben im Herfliegen und das Brot sogar aus der Hand nehmen.





Kurze Zeit Später bekommen wir ebenfalls Brot, welches ich mutig in die Hand nehmen um die Tiere anzulocken. Ich bin dann aber dich ziemlich erschrocken als die Möwen so dicht auf meine Finger zuhalten, lasse das Brot fallen und schrecke weg. Irgendwann schaffe ich es aber dann doch den Bogen rauszuhaben und nehme ein größeres Stückchen, welches mir dann tatsächlich zweimal aus der Hand gerissen wird.





Nachdem das Brot leer ist, geht die Fahrt eine Weile ohne Ereignisse weiter.



Ich bewundere gerade die Lichterscheinungen am Horizont Richtung Svolvaer als ein Seealdler gesichtet wird und uns in weiten Kreisen umrundet.



Die ins Wasser geworfenen toten Fische visiert er zwar an, doch stellt er sich zu blöd an, sie auch zu fangen. Es gelingt aber dennoch ein ganz gutes Foto des majestätischen Tieres.





Hingegen versuchen die Möwen den Fisch zu ergattern und schlingen ihn in einem Stück runter um feststellen zu müssen, dass dieser zu groß ist und würgen ihn wieder aus.



Wir nehmen nach guten 10 min wieder Fahrt auf, wobei von der M/S Ocra keine Spur mehr zu sehen ist, sodass wir denken, dass diese noch irgendwo abzweigt.



Nur 5 min später stoppt das Schiff erneut auf, denn zwei Seeadler sind erneut im Anflug. Wieder wird Fisch ins Wasser geworfen und gewartet. Dieses Mal holt sich der Seeadler tatsächlich auch den großen Happen.



Die M/S Lofotfjord nimmt wieder Fahrt aus und fährt dieses Mal von der anderen Hafeneinfahrt aus ein und passiert dabei die Hafenbrücke, welche wir gestern noch mit den Motorrädern zu den Fischgestellen überquert haben. Im Hafen angekommen stellen wir dann erneut fest, dass die M/S Orca bereits am Steg und komplett leer liegt.

Sie scheint also ohne Seeadlerbesichtigung direkt zurück gefahren zu sein. da kann man nur sagen, dass der Autor des Norwegentagebuches dieses Mal unrecht hatte, denn die Fahrt mit dem größeren Schiff war widererwartend besser und länger als gedacht.

Nachdem wir uns recht unterkühlt wieder in die Motorradklamotten schlüpfen geht es auf Grund des besser werdenden Wetters Richtung Henningsvaer, welches das Venedig des Nordens sein soll.


In Kabelvåg habe ich das Gefühl, dass die Polizei Geschwindigkeitskontrollen machen, denn links in einer Straße steht eine Politesse mit Zettelblock neben ihrem Fahrzeug. Ich bilde mir auch ein dass ein anderer einen Aufnahmegerät in der Hand hat, aber da lässt sich in der Vorbeifahrt mit normaler Geschwindigkeit nicht richtig erkennen.

Die Fahrt nach dem Abzweig nach Henningsvaer ist wirklich schön, denn links schrauben sich die schroffen Felsen und Berge in die Höhe und rechts ist die Weite des Meeres nur zu erahnen.



Wir kommen an eine der beiden Brücken, welche so schmal sind, dass sie nur mit Ampelschaltung zu befahren sind.



In Henningsvaer selbst fahren wir einmal durch den kompletten Ort um dann an einem Parkplatz die Bikes abzustellen und das Örtchen etwas zu Fuß zu erkunden.



Ehrlich gesagt wissen wir nicht, was hier so idyllisch sein soll, denn es ist touristisch hochgelobt und ebenso überlaufen, aber wenig interessant.



Am Hauptplatz ist die im Buch benannte Bäckerei mit angeblich leckeren Waffeln zu moderaten Preisen leider zu. Hingegen hat die Glasbläserei auf, wo gerade ein Glas-Seepferdchen geblasen wird. Auch hier sind de Preise eher horend als moderat.



Wir gehen weiter Richtung Kletterschule wo sich nebenan ein kleine Pub befindet, den man nicht verpassen sollte. Da ich etwas Appetit habe, nehmen wir eine Kaffee, Tee und ein Stück Kuchen. Leider kommen mir bei letzterem, trotz gutem Geschmack die Tränen, denn das kleine Stücken hat uns satte 40 Nok oder besser 5€ gekostet. Sowas bezahlt man in Deutschland schon eher für zwei Stückchen Sachertorte. Auch der Kaffee und Tee ist ein Wucher für jeweils 20 NOK.



Vielleicht sollten wir auch mal eine Gaststätte hier aufmachen und uns die benötigten Sachen aus Deutschland importieren. Da würden wir sicher immer noch Profit machen.



Etwas enttäuscht verlassen wir Henningsvaer wieder und treffen auf dem Rückweg zur E10 die Biker vom Marktplatz in Svolvaer sowie die beiden Deutschen von der Colorline wieder.



3 km vor der Auffahrt zur E10 bleibt Mr. O einfach am Wegesrand stehen und schaut einfach nur in die Meer/Berglandschaft.



Ich bekomme es erst etwas später mit und drehe um, wo ich ihn an einer Spurverbreiterung wiederfinde.





Nach gut 15 min kommen wir wieder nach Svolvaer, wo wir wir dem Rema 1000 noch einen Besuch abstatten und zum dritten Mal einen Grill kaufen sowie Fleisch für die Süß/saure Soße und Weintrauben, Chips, Schoki und Himbeer- und Heidelbeertrinkjoghurt mitnehmen.

Am Kreise in Svolvaer begegnen uns die Berliner Schopperfahrer wieder, wobei wir nicht wissen, ob sie mittlerweile am Nordkapp waren, vermuten es aber.

Nach kurzer Fahrt sind wir wieder zurück in Sandsletta, wo wir kurz den Wetterbericht anschauen und eine weitere Nacht buchen, damit wir unsere beiden Wunschetappen "Å" sowie das Lofotaquarium und Magic Ice noch schaffen.

Danach werden wir uns so langsam Richtung Narvik aufmachen um eventuell unterhalb von Trondheim noch den einen oder anderen Abzweig mitzunehmen und dann gemächlich nach Oslo zu fahren.

Zum Abendbrot gibt es heute Kartoffelsalat, gesalzene und gepfefferte Tomaten und Paprika sowie die letzten beiden Pølser und Schweinefleisch vom Grill. Da der Grill auch dieses Mail keine Höchstleistungen vollbringt, beschließen wir, dass es wohl das letzte Mal sein wird, zu grillen, zumal man einfach ewig wartet bis das Fleisch einigermaßen durch ist.

Zum Essen haben die Temperaturen draußen gerade noch gereicht. Nun aber wird es uns zu frisch und so gehen wir in die Hütte und machen etwas die Heizung an, welche sehr schnell den Raum erwärmt.

Mr. O lädt noch schnell die Bilder von der Kamera. Danach liest er noch etwas im Lofotenbuch, um hier und da unsere Tour nach Å noch etwas umzuplanen. Ich arbeite derweil den Bericht von gestern auf, um anschließend mit dem von heute weiterzumachen.

Es ist nun 22:45 und ich bin endlich mit meiner Arbeit fertig, sodass ich nun auch meine Äuglein schließen werde.

10.8.09 18:24

Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen