11. August 2009 - Sandsletta-Storvågan-Sandsletta

Gegen halb zehn Uhr wachen wir auf und blicken hinaus in einigermaßen gutes Wetter. Nach gemächlichem Duschen und Frühstücken machen wir uns erste gegen dreiviertel elf auf den Weg. Wir fahren aber erstmal ohne angezogene Regenkombis auf den gerade abtrocknenden Straßen. In Richtung Svolvaer lockert es aber schon merklich auf und so bereuen wir es nicht dem Wetter vertraut zu haben. Wir tanken noch kurz die Maschinen in Svolvaer an der altbekannten Essotankstelle, wo wir zwei Deutsche treffen, die berichten, dass sie in Mo I Rana und am Polarkreis nur Regen hatten und auch heute Morgen im Regen losfuhren. Dennoch war ihr Wille ungetrübt noch schnell mal eben die 1.000 km zum Nordkapp mitzumachen. Mr. O sagt mir, dass er das auch mal machen wird, wenn er eine GS hat. Ich wage das aber zu bezweifeln, denn nochmal fährt Mr. O sicher nur mit einem wohnmobilartigem Gefährt hierher.

Schon nach weiteren 7 km erreichen wir Storvågan, wo sich am Lofotenvariat wiedermal zeigt, dass die Norweger eben bei den Eintrittspreisen auch mit dem Trend gehen. Statt 80 NOK müssen wir schon jeweils 100 NOK bezahlen. Wir werden darauf hingewiesen, dass in ein paar Minuten die Seehund- und Fischotterfütterung beginnt, weshalb wir uns auch sofort zum gut eingezäunten Beckenrand begeben.



Im Wasser ist auch schon helle Aufregung, denn die Tiere ahnen natürlich, dass es gleich wieder was gibt. Ein Seehund sitzt auf einem Holzpodest und bewegt seinen Mund so als würde er laut starkt schmatzen. Man könnte fast meinen, dass es ihm nicht schnell genug geht mit dem Fütterungsbeginn. Im Becken schwimmt auch eine kleine Babyrobbe, die erst am 17.07.2009 geboren wurde. Sie hat die wendige Schwimmerei aber ebenso gut raus wie die anderen aber natürlich den Niedlichkeitsbonus. Als der Wärter dann kommt flippen die Seehunde förmlich aus. Jeder bekommt aber natürlich seinen Fisch und der eine oder andere muss auch ein kleines Kunststückchen vollbringen um den Fisch zu bekommen. Interessant finde ich, dass die Seehunde bei geworfenen Fische gut 1 m in die Luft springen.



Meist sogar zu zweit im Kampf um den leckeren Happen. Auch eine Möwe versucht den einen oder anderen Fisch zu stibitzen, doch die Seehunde sind schnell genug, um sie ihr wegzuschnappen. Der Fisch ist dann aber doch recht schnell leer und so gehts weiter zu den Fischottern.

Die Fischotterdame putzt sich gerade an der Tür als der Pfleger rein kommt und lässt sich ohne großes Brimborium den Fisch geben um ihn zwischen den Händen haltend genüsslich schmatzend zu fressen.



Ab und zu lässt der Wärter die Position des Fressortes wechseln, damit der Otta auch mal für ein Foto gut sitzt. Ansonsten hält der Wärter Ausschau nach einem zweiten Otter, welcher aber nicht kommt. Die restlichen Fische gehen somit an die Robben. Wenig später trottet dann doch das, wie sich später zeigt, Fischottermänchen hervor und scheint ziemlich unglücklich zu sein, dass er keinen Fisch bekommen hat und sich nur mit den Schwanzresten, die das Weibchen übrig gelassen hat begnügen muss.



Die beide fangen sich etwas zu kappeln an, wo bei man nach kurzer Zeit sieht "Was sich neckt, dass liebt sich" Das ineinander Verbeissen artet in einen zuckenden Liebesakt aus, welchen die beiden im Wasser vollziehen, bis dem Weibchen irgendwann zuviel wird.

Wir gehen nun auch mal im Aquarium selbst nachsehen und schauen und die über 20 kleineren und größeren Aquarien an, wobei vor allem die Tiere, welche sich in den norwegischen Gewässern tummeln gezeigt werden. Es gibt auch zwei offen zugängliche Becken, wo kleine Fische, Seesterne und Krebse angefasst werden können. Mich fasziniert vor allem der Seestern, da tausende kleiner Saugknöpfe die Gegend erkunden und er sich eigentlich auch recht schnell fortbewegen kann.
Mr. O kann nun auch an Plakaten sehen, wie ein Pottwal komplett aussieht und wie er sich das auf der Walsafari gesehen nun richtig vorstellen muss.

Durch den Souvenirladen geht es weiter nach draußen, wo wir uns kurz die Walfangharpune anschauen und etwas erschüttert sind, was für Pfeile auf die Tier verschossen werden, welche tatsächlich kaum ein entrinnen möglich machen, wenn der Wal getroffen wurde, da sich die Wiederhaken aufstellen und der Pfeil ohne herausscheiden kaum rauszubekommen ist.



Im hinteren Bereich über einen Steg geht es dann zur kleinen Lachsfarm, allerdings schwimmen die kleinen Fische auch außerhalb des runden Bewehrungen, sodass wir annehmen, dass gerade keine wirkliche Zucht erfolgt.







Als wir schon wieder zurück am Seehundbecken sind kommt ein kleines Boot an den Steg gefahren und es werden Kisten mit Wasser ausgeladen. Als ich mir die Sache näher ansehe, kann ich feststellen, dass die Tiere, welche im Aquarium sind wohl tatsächlich auch hier im Meer selbst gefangen wurden.



Es stellt sich mir allerdings die Frage, ob für die nun neu geholten andere wieder in ihr ursprüngliches Zuhause dürfen. ganz so abwegig wäre es ja nicht, denn die Fische in den Becken sahen alle gut aus und hatten weder die typischen Schuppenkrankheiten oder sonst irdendwelche Auffälligkeiten.

Wir gehen nun so langsam zum Ausgang zurück und schauen und noch die beiden Skelette des Zwergwales an, welcher ungefähr halb so groß wird wie ein Pottwal und bei den Walfängern das beliebteste Ziel ist.



Ein Skelett wurde von der Natur quasi schon vereinnahmt, denn es ist über und über mit Moos bewachsen. Am Ausgang steht dann noch ein Neuerfindung der Chinesen, welche nun auch in Norwegen nach guten Pilotphasen zu Einsatz kommen soll. Es handelt sich hierbei um Fischhäuser, welche wie abgehackte Pyramidenstümpfe aussehen welche seltsam geformte fester hat und innen leer ist. Angeblich werden die Häuser sobald sich eine ordentliche Flora entwickelt hat Pudel wohl in den Verstecken fühlen und der Fischbestand dadurch zum Wachsen angeregt werden. Natürlich nur mit einem Ziel, damit wir Menschen noch mehr fischen können. Man weiß nicht recht, ob man die Dinger verfluchen oder für gut heißen soll.

Nach gut 1,5 Stunden Aquariumsaufenthalt machen wir uns auf den Weg nach Svolvaer, wo wir Norwegens neuste Attraktion "Magic Ice" besuchen wollen.



Auch hier ist der Eintritt teuer, als gedacht aber das war ja mittlerweile zu erwarten. Am Eingang erhalten wir wärmende Parker und Handschuhe und tauchen nach kurzer Zeit ein in die wirklich spürbare Arktic.



Auch wenn es nur -5° C sein soll, hat man das Gefühl es ist um einiges kälter. Wir betreten die Halle und werden empfang genommen von Kerzenständern aus Eis und vielen Eisfiguren, wie zum Beispiel dem Hurtigrutenschiff und typischen Norwegern, welche Fisch bereiten.





Untermalt wird die dunkle Halle mit Musik und Lichteffekten, welche die Eisfiguren ständig in neues Licht hüllt und auch Dinge bescheint, die wir auf den ersten Blick vielleicht nicht sofort gesehen hätten. Imposant finde ich neben der großen Trollfigur die Nachbildungen der Papageientaucher und der Seeadler.



Auch die Bar kann sich sehen lassen, denn die Alkoholflaschen stehen in Reih und Glied nebeneinander und werden durch die verschiedenen Lichter in tolle Eisstimmung gebracht. Die Bar ist soweit leer und es steht niemand da um etwas zu trinken auszugeben. das hätte man glaube ich auch vorher abklären und bezahlen müssen, aber man sieht die Gläser aus denen getrunken werden kann, wobei ich mich frage, ob man nicht mit den Lippen daran kleben bleibt. Wir setzen uns kurz auf ein paar Felle, doch zieht die Kälte schnell in die Sachen, sodass wir nur kurz aushalten. Von hier aus kann man aber recht gut die über dem Eingang positionierten Wikinger auf ihrem Schiff sehen.

Wir drehen nochmal ein Runde, damit wir auch wirklich nichts übersehen haben und gehen recht unterkühlt wieder raus. Im Souvenirladen findet sich nichts wirklich gescheites. Mir haben es zwar die Weihnachtsstrümpfe etwas angetan, aber eigentlich sind sie kaum der Rede wert.

Wir fahren noch schnell zum Marktplatz von Svolvaer und gehen in die Touristeninformation, wo wir noch ein paar Postkarten und Briefmarken mitnehmen, um nach einem kurzen Stopp im Souvenirladen mit den Seekarten die Heimfahrt anzutreten. Leider hält sich das Wetter nun doch nicht mehr so, wie gehofft und so kommen wir auf den letzten 10 km ins kühle Nass, sodass unsere Hosen recht schnell durch sind, da wir die Regenkombis nicht anziehen wollten. Zum Glück hat unsere Hütte aber eine Heizung und so können wir uns wieder schön aufwärmen, während es draußen munter weiter regnet. Uns kann es egal sein, denn wir haben unser Tagwerk vollbracht.

Dieses Mal nutzen wir den Nachmittag und Abend um etwas die weitere Planung voranzutreiben und nochmal zu checken, ob wir wirklich die Lofoten schon verlassen sollten. Da wir den Teil nach Narvik aber noch gar nicht kennengelernt haben und die E 10 dort ebenfalls gelobt wird, entscheiden wir uns die Extratag zu opfern und nicht die Fähre ab Lødingen zu nehmen. Danach gehen wir in der Gemeinschaftküche Reis mit Schweinefleisch und Süß/Saurer Soße kochen um diese in unserer Hütte recht schnell zu verschlingen.

Es ist noch recht früh am Abend, weshalb ich vorschlage etwas SIMS 3 zu spielen, was im Nachhinein betrachtet, wie eine Bombe einschlägt. Mr. O's Lorbi Lofoti gedeit prächtig, sodass wir im Mitternacht immer nach seinem Leben zusehen und es steuern. Erst als Lorbi nach seinen Geburtstag mächtig gealtert ist und den Wunsch auf Rente hegt, verlieren wir die Lust, zumal es auch Zeit zu schlafen wird.



11.8.09 21:33

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