12. August 2009 - Sandsletta-Å-Sandsletta

Gegen 9 Uhr wachen wir auf und blicken hinaus in einigermaßen gutes Wetter. Also wollen wir uns schnell waschen und etwas frühstücken. Ich bin kaum im Waschraum fertig, als es auf dem Weg zurück zur Hütte mit Landregen anfängt. Es wird uns somit wiedermal klar, dass man sich auf die Wettervorhersagen eben nicht verlassen werden kann.

Wir können uns also doch etwas Zeit lassen. Blickt man den Fjord entlang kann man wie üblich schon wieder helles Licht sehen. Es wird also nicht all zu lange dauern, bis der Regen aufhört. Der Regen ist kaum weg und wir schlüpfen sicherheitshalber in die Regenkombis, welche ja auch gleichzeitig die Kälte etwas abhalten. Zwar ist uns deshalb erst einmal bullig warm, aber das kann sich ja wie auch das Wetter hier sehr schnell ändern.

Auf den Weg nach Svolvaer erhaschen wir schon die einen oder anderen Regentropfen doch ist das alles nichts nennenswertes, sodass wir unsere Route Richtung Å auf der E 10 fortsetzen. Hinter der wiedermal eindrucksvollen Brücke "..." zweigen wir aber von der E 10 ab und fahren gemächlich westlich weiter mit Blick auf das Meer und schroffe Berge. Nachdem am Abzweig von der E 10 ein Schild stand "The Door to the green boats" erfahren wir 10 km später auch was gemeint ist, zumindest ich bin aber eher enttäuscht, denn es ist nichts weiter als ein Ruderbootverleih mit grünen Booten.

Kurz danach stoßen wir mal wieder auf die lustigen vierbeinigen Gefährten (mindestens 10 Schafe), welche panisch vor uns herlaufen um in nach guten 300 m in eine Einfahrt abzuzweigen, wo Mr. O sie erstmal etwas tröstet, weil ich sie so gejagt habe, wobei er nur ein "Blöök" erntet. Danach zieht sich die kurvige Straße über weitere 20 km mit eindrucksvoller Landschaft, die Mr. O immer wieder zur Schneckenfahrt animiert, sodass ich in der Annahme ihm ist etwas passiert umdrehe, um zu sehen wo er ist. Als ich ihn dann finde, fragt er nur, ob ich denn nicht auch die wunderschöne Landschaft sehen will. Natürlich will ich das, aber ich kann das auch bei 50 km/h, schließlich ist heute noch Å unser Ziel.

Wir kommen dann recht schnell wieder auf die E 10, und passieren den 1,2 km langen Tunnel unter dem Meer (60 m Tiefe) um auf der nächsten Insel wieder herauszukommen. Die Inseln sind eigentlich alle immer über Brücken und Tunnel miteinander verbunden. Als wir dann sehen dass die nächste Insel in einer riesigen Regenwolke steckt biege ich zum Örtchen Vikten ab, wo es eine schöne Glashütte und Keramik geben soll und auch das zukünftige Lofotendesign entwickelt wurde.





Dort angekommen will man doch tatsächlich schon wieder Eintritt von uns, wobei Mr. O entscheidet nicht mit in das Glasbläsereihaus zu gehen, weshalb ich mir dieses allein anschaue.







Im Grunde gibt es nichts, was in Deutschland nicht auch hergestellt würde. Die Schalen, Vasen und große Teller haben aber den berüchtigten Lofotendesignaufkleber anheften, was sie wohl so besondern macht.





Ich finde alleine interessant, wie die Plakette aussieht, nämlich aus Kreisen über einer Schiffsstilisierung und Fischen welche über gerade Striche miteinander verbunden sind. Ich könnte mir vorstellen, dass die Kreise die Mitternachtssonne, das Schiff die Wikingervergangenheit und die Fische den so wichtigen Dorsch zeigen sollen.



Wieder draußen schaue ich mir noch kurz das Keramikhaus an, wo ein kleines nettes Café ist, wo es sich sicher gut sitzen lässt. Die Keramik selbst zeigt aber jetzt auch nichts typisches, das ich mit den Lofoten verbinden würde.





Wir machen noch schnell ein Bild von kleinen weißen Strand bevor wir uns der Regenfront entgegenstürzen, die aber auch schon nachlässt, als wir wenig später zum Nusfjord abzweigen.



Der Nusfjord ist ein wirklich schönes Fleckchen erde, denn neben dem schmalen Fjord erheben sich schroffe Felsstrukturen in hunderte Meter höhe, sodass die Wolken berührt werden. Das gleichnamige Dörfchen liegt am Eingang vom Fjord und ist recht gut belebt. Wir sind erst etwas skeptisch, ob wir die 100 NOk pro Person ausgeben sollen, doch geben wir uns einen Rück und zahlen den Eintritt. Im Nachhinein betrachtet, war das auch gar nicht so schlecht denn Nusfjord ist tatsächlich ein sehr gut und gepflegtes altes Fischerdörfchen und gar nicht zu vergleichen mit Henningsvaer, was uns ja eher enttäuscht hat.





Der Eintritt gewährt zugleich Zutritt zu sämtlichen Ausstellungsstücken des ältesten bewahrten Bootshause, einer Fischfabrik, einem Landhandel und anderen Kleinigkeiten.



Das Dörfchen liegt so ruhig da, dass wir fast schon bereuen nicht auch mal eine Nacht in einer der vielen Rurbuer zu übernachten, welche hier zuhauf zu finden sind.



Im kleinen süßen Hafen um den sich alle roten und gelben Häuser schmiegen liegt eine riesige Segelyacht vor Anker, welche aus Amerika stammt und ziemlich gut bestückt ist. da hinter liegt, man mag es kaum glauben ein schönes Schiff mit viel Teakholz aus dem Heimathafen Greifswald.





Wir vermuten schon, dass die auf Weltreise sind, denn sonst würde man wohl kaum so schnell hier hochfahren können.



Wir gehen durch die einzelnen Ausstellungen zum höchsten Aussichtspunkt, wo wir das nun auch die durch die Sonne im schönen Licht stehen den Hütten schön fotografieren können.





Auf dem Rückweg frage ich dann doch mal bei den Deutschen mit dem Greifswalder Schiff nach, wie lange man braucht hier hoch zu segeln.



Sie erzählen uns, dass sie mit dem Schiff bereits letztes Jahr die Strecke von Greifswald über das Skagerak gesegelt sind, und dieses Jahr vom Winterlager hierher. Nächstes Jahr soll das Schiff dann wieder über das Skagerak Richtung Heimat gesegelt werden.



Da es nun doch schon halb drei geworden ist, besichtigen wir noch schnell den alten Landhandel, wo noch eine der typisch alten Kassen steht und fahren dann weiter zu unserem Hauptziel Å.

Auf dem Weg zum Abzweig auf die E 10 verschwindet Mr. O aber wieder für einige Zeit, da er so überwältigt von der Landschaft und ihren schroffen Felsen ist. Ich suche ihn also wieder und fahre dann gemeinsam im etwas langsameren Tempo zum Abzweig.



Auf der E 10 erreichen wir dann auch nach kürzester Zeit Flakståd, wo ich ein Bild von der nur aus Treibgut erbauten Kirche machen möchte. Die Kirche ist nur aus Holz und sieht aus wie neu oder aber sie wurde immer so schön gepflegt.



Weiter auf der E 10 kommen wir nun nach Moskenes wo am Fährterminal schon einige Wohnmobile auf die Fähre warten um in 4 h nach Bødo gebracht zu werden. Die Straße wird ab dort immer kurviger und ist überseht mit einigen Tunnelabschnitten, welche einem nebenbei immermal wieder den tollen Blick auf die Küstenlandschaft ermöglichen.





In Hamnøy überfahren wir dann auch die beiden recht bekannten Brücken, welche wieder nur einspurig mit einer Ampel geregelt werden. Der Blick auf die vielen roten Rorbuer ist einfach nur toll.





Schade dass die Kamera mit dem Gegenlicht nur wenig zurecht kommt und die Schönheit deshalb kaum einfangen vermag. Nach nur weiteren 5 min fahren wir auch schon am Eingangsschild von Å vorbei, wo ich erstmal auf den große Parkplatz zufahre.

Wir schauen kurz in den Souvenirshop, wo es auch die berühmte Rote und gelbe Farbe der norwegischen Häuser in Kleinstmengen zu kaufen gibt. Angeblich werden die Farben in Å hergestellt und werden aus Dorschleber-Öl.

Ich kaufe mir noch einen Å-Aufkleber für die Koffer, damit wir dann einen kurzen Abstecher vorbei am Å Vandrhejm ins Rurbuer-Zentrum machen.





Hier verweilen wir ein paar Minuten und fahren dann zurück zum Eingangsschild um ein paar Fotos zu machen, dass wir auch tasächlich hier waren.



Es ist nun halb fünf und laut Navi haben wir gute Chancen pünktlich in 2 Stunden in Svolvaer zu sein um die Hurtigrute zu sehen. So machen wir uns schnell auf den Rückweg, wobei ich hier und da immermal anhalte um Bilder zu machen.







Die Rückfahrt geht dann auch vergleichsweise schnell und so sind wir pünktlich, nach einem Tankstopp an der Esso, um 18:26 am Marktplatz, wo die Hurtigrute anlegen soll. Mr. O ist schon der Meinung dass wir uns mit den Ankunftzeiten 18:30 und 21:00 Uhr vertan haben, als er etwas weiter weg den Schornstein des Hurtigrutenschiffes entdeckt, welches langsam auf die Hafeneinfahrt zufährt.



Da der Kai noch etwas hinter den Thon Hotel ist, fahren wir zum Magic Ice um das Schiff besser sehen zu können. Wenig später biegt es dann auch schon hinter der Mole und seiner Statue ein um am Kai anzulegen.



Wir schauen uns das Gewusel eine Weile an uns sind erstaunt wie viele Menschen aussteigen. Sogar Autos werden ent- und beladen. Nach der Ankunft der Hurtigrute ist Svolvaer förmlich belebt, denn überall laufen Touristen mit Koffern oder Backpacker herum. Manche nutzen die Anlegezeit auch um in das Magic Ice zu gehen. Die Hurtigrute scheint also nicht sofort wieder abzulegen.

Wir machen uns, da es schon halb acht ist aber dann doch mit einem kleinen Stopp im REMI auf den Weg nach Sandsletta. Hier kommen wir auch nach 20min an, wobei es wie schon fast aus Selbstverständlichkeit regnet.

Ich mache und heute Abend einen reichlichen Salat und Mr. O macht die Chinanudeln. Der Salat schmeckt leider etwas gewöhnungsbedürftig, da wir kein Essig haben, aber ansonsten geht es. Die Nudeln sorgen schließlich auch für die Kohlenhydrate und so haben wir gegen 21 Uhr dann auch endlich unsere seit dem Frühstück leeren Mägen gefüllt.

Wir laden noch schnell die Navi-Wegpunkte und Bilder herunter, bevor ich mich an die beiden Bericht von gestern und heute mache.
Gegen halb zwölf bin ich dann auch fertig und gehe eine letzte Runde vor die Tür und bin erstaunt, dass es heute mal eine recht dunkle Nacht durch die Wolken wird.

12.8.09 22:00

Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen