14. August 2009 - Straumnes - Nyheim

Gegen 6 Uhr wacht Olli zum ersten Mal auf und kommt leider mit weniger guten Nachrichten zurück, denn der Himmel ist weiterhin ein graue Suppe und weit und breit kein Sonnenschein in Sicht. In der Hoffnung, dass sich das noch legt, kuscheln wir uns wieder ins Bett. Gegen halb neun habe ich dann aber doch keine Ruhe mehr und fange an unsere Sachen zu packen. Als ich nach draußen gehe sehe ich dann doch ein paar blaue Stellen, leider nicht wirklich in unsere Fahrtrichtung. Wir frühstücken kurz etwas und verzurren unsere paar Habseligkeiten auf die Bikes, um nach kurzem Durchwischen der Hütte in unsere Regenkombis zu schlümpfen und Richtung Trondheim zu fahren.



Olli meint zwar kurz vor dem Losfahren noch, dass wir uns bei Sonnenschein wahrscheinlich totschwitzen werden, aber ich denke das wird uns bei 14°C wohl eher nicht passieren. Nach kurzer Strecke sind wir dann auch schon wieder in unserem feuchten Element angekommen, wobei wir nur durch wenig Sonnenstrecken fahren, welche uns wärmen könnten.



Hinter Fauske nehmen wir dann noch einen Stopp an der Tankstelle mit und fahren ein paar Kilometer mit bedecktem Himmel, aber ohne Regen. Leider ist es dennoch verdammt kalt. Als wir auf das Polarkreis-Center zufahren sehen wir schon von weitem das Ungetüm der nächsten Regenfront, sodass ich kurz anhalte, um den Fotoapperat wasserdicht zu verstauen.



Am Polarkreis-Center will ich eigentlich vorbeifahren, doch sehe ich gerade noch rechtzeitig, dass Olli blinkt um den Wurfanker zu werfen und abzubiegen.

Olli fährt dann einmal um den Parkplatz herum zu einer blauem BMW, welche sich allerdings mit italienischer Besitzer herausstellt und nicht als unsere beiden deutschen Fahrer von der Color-Fantasie.

Es geht also zurück auf die E 6 um mit 90 km/h in die Regenfront einzutauchen. Man glaubt gar nicht wie kalt es in diesem Moment war. Ich war drauf und dran an die Seite zu fahren und auf einen leeren Anhänger zu warten, welcher uns mitnehmen würde, was aber wahrscheinlich eh nicht geklappt hätte. Wenn man dann auch noch sieht, wo die Straße hinführt und dass genau dort weiterhin graue Suppe ist, verliert man mehr als die Lust auf das Biken. K

urz hinter dem Polarkreis wurden wir dann wohl auch gelasert, wie mir Olli später erzählt. Dieses Mal in einem 60er Bereich und aus einer Bushaltestelle heraus. Da wir aber nicht zu schnell unterwegs waren, wurden wir auch nicht angehalten. Mir ist der Laser diesem Mal komplett entgangen, was gut daran gelegen haben könnte, dass ich mich durch Singen lebendig hielt. In Mo I Rana fahren wir wie auch schon bei der Hinfahrt einfach nur durch die vielen Kreisel weiter in Richtung Mosjøen.

Nach einem 8 Kilometer langem Tunnel, welcher dieses Mal nicht wärmt, sondern eher noch mehr unterkühlt warte ich nur noch auf die Möglichkeit auf einen Parkplatz zu fahren und etwas vom vor dem Tunnel sichtbarem Sonnenlicht zu erhaschen.

Kurz aus dem Tunnel heraus entdecke ich dann auch einen großen Parkplatz, welcher wohl auch von Olli schon reichlich lang ersehnt wurde, zumal wir nun schon 240 km durchgefahren sind.



Auf dem Parkplatz bekommen wir dann auch einen Eindruck davon, wie die Toiletten der Raststätten gereinigt werden. In diesem Fall wurde die Toilette/Nasszelle einmal komplett abgespritzt und gereinigt, sodass man sich fühlte, als wäre man gerade in einer Dusche auf Klo. Sauberer kann es aber nun wirklich nicht sein, sodass wir die Gelegenheit nutzen endlich die vollen Blasen zu leeren.



Wir essen noch einen kleinen Snack aus dem Topcase und überlegen gerade 10 min Pause zu machen als der Regen uns wieder eingeholt hat und wir zwangsläufig wieder on the road müssen, denn im Stehen müssen wir ja nun wirklich nicht nass werden.

Wir erreichen dann endlich Mosjøen, um den Campingplatz kurz eines Blickes zu würdigen und weiterzufahren. Wiedermal fahren wir ständig durch Regen und Kälte. Gerade letztere kriecht in alle Ecken, sodass auch meine Finger wieder anfangen das zeitlich zu segnen. Selbst das Singen kann nicht mehr wirklich Lebensfreude spenden. Das macht sich dann auch gleich auf meinen Fahrstil bemerkbar, denn in einer Verengung unter einer Eisenbahnbrücke übersehe ich die Geschwindigkeitsbegrenzung und bin völlig überrascht, dass ich viel zu schnell in die Kurve komme. Ich werfe also kurzer Hand alles an Bremsenklötzen an die Backen was geht und komme auf einem kleinen Schotterfeld zum Stehen.

Wie mir Olli erzählt, dachte er in diesem Moment es kommt jemand von vorne und dass ich deshalb ausweiche. Er muss ebenfalls voll in die Klötzer gehen und schmeißt sich beinahe. Nachdem ich mich wieder gefangen habe und die Maschine endlich auch wieder im richtigen Gang ist, beschleunige ich langsam wieder, währenddessen Olli rätselt, was mich zu einer solchen Aktion getrieben hat. Erst später als er mich danach fragt, versteht er, dass das die Stelle war die mich heute beinahe vom Bike geworfen hätte.

Diese Situation ist für mich die Entscheidung, dass wir uns langsam einen Übernachtungsplatz suchen sollten, denn konzentriert fahren wir mittlerweile nicht mehr. Unser Ziel Grong, welches ungefähr die Hälfte bis Andalsnes wäre, schreibe ich dann auch als hinfällig ab. Als mir das Navi dann berichtet, dass Olli demnächst tanken muss, suche ich nach der nächstgelegenen Tanke welche noch 40 km weit weg ist. Ungefähr 30 km später macht sich Olli dann auch bemerkbar, dass er nur noch 46 km fahren kann. Ich zeige ihm eine sieben mit 5 und 2 Fingern, was er als 52 interpretiert und wild den Kopf schüttelt. Da ich mir nicht anders zu helfen weiß fange ich an von sieben runter zu zählen in der Hoffnung, dass er es nun richtig versteht. Die Tankstelle ich nun in greifbarer Nähe und so bekommen die Böcke auch endlich ihr Abendbrot. Da wir beide vor Kälte schlottern beschließen wir den einen Kilometer zum Nyheim Campingplatz zurückzufahren und uns eine Hütte zu nehmen. Wir bekommen eine 4er Hütte (15 qm) mit Fernseher für 350 NOK, außerdem können wir kostenlos Internet und die Duschen nutzen, was wirklich kein schlechtes Angebot ist. Die sanitären Anlagen sind noch wie neu und die Anlage im Allgemeinen recht sauber.



Ich mache uns schnell die Tomatensuppen warm und koche die restlichen Nudeln, während wir nebenbei im Internet surfen und uns Mercedes Vaneo MarcoPolos und VW California Beaches ansehen. Wir icqen dann noch etwas mit Kirki und laden die neuen Bilder hoch. Später klingeln dann auch noch Mr.O's Eltern über Skype an, mit denen wir eine gute halbe Stunde sprechen.

Am Abend schauen wir dann mit recht traurigen Blicken der sich nähernden Regenfront zu, welche uns nun voll erwischen wird. Auf den Lofoten wäre jetzt zwar auch etwas Regen gewesen, aber die nächsten Tage purer Sonnenschein, der uns durch unsere überfrühte Abfahrt entgeht. Die Frage ist nun also, ob wir etwas in dieser Hütte bleiben, versuchen die Regenfront so zu umfahren, dass wie eher die weniger intensiven Schauer erwischen oder einfach auf Teufel komm raus Richtung Andalsnes fahren und trotz des Wetters wenigstens die tollen Strecke der Trollstigen fahren.

Wir beschließen, das einfach morgen zu entscheiden und machen uns unsere dieses Mal getrennten Betten, wobei wir wenigstens Kopf an Kopf liegen können.

14.4.10 15:39

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